Festival

DOKfest zeichnet "Anny" aus

Gestern Abend wurden die Hauptpreise beim DOKfest München vergeben. Der Viktor für den besten Film im internationalen Wettbewerb ging an "Anny" von Helena Trestíková, der die Hommage des Festivals gewidmet ist.

17.05.2021 08:15 • von Heike Angermaier
"Anny" mit dem Viktor ausgezeichnet (Bild: DOKfest München)

Gestern Abend wurden die Hauptpreise beim vergeben. Der Viktor für den besten Film im internationalen Wettbewerb ging an "Anny" von Helena Trestíková, der die Hommage des Festivals gewidmet ist. "Der wunderbar intime und handwerklich hervorragend gemachte Film "Anny" folgt seiner Protagonistin über 16 Jahre ab dem Moment, als diese im Alter von 46 als Sexarbeiterin auf den Straßen Prags zu arbeiten beginnt, um ihr Einkommen als Toilettenfrau aufzubessern. Helena Trestíková verbindet diese Langzeitbeobachtung meisterhaft mit einer moderaten Filmlänge. Ohne einen überflüssigen oder oberflächlichen Augenblick behandelt Trestíková ihre scheinbar gewöhnliche und doch facettenreiche Protagonistin mit großem Respekt und Behutsamkeit" heißt es in der Jurybegründung. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Im deutschen Wettbewerb wurde "Zuhurs Töchter" über zwei aus Syrien stammende transsexuelle Schwestern von Laurentia Genske und Robin Humboldt mit einem Viktor gewürdigt. Das Duo "begleitet und dokumentiert im besten Sinne den Weg der Transfrauen zu ihrem erhofften Leben - mit allen Hürden und Schwierigkeiten", so die Jury.

Auch in der Sektion Horizonte wurde ein Film mit Transgender-Thema ausgezeichnet: Bruno Santamaría erzählt in seinem zweiten Film "Things We Dare not Do" von einem jungen Menschen, der in der mexikanischen Provinz aufwächst und sich als Frau fühlt. "Der Film gipfelt in einem atemberaubenden Plädoyer für Akzeptanz und Liebe, das der Jury noch lange nach dem Abspann in Erinnerung blieb".

Der FFF-Förderpreis ging an Sophie Linnenbaums Langfilmdebüt Väter unser" über sechs, sehr unterschiedliche Väter(figuren). Mit dem Student Award wurde The Case You" über fünf Schauspielerinnen, die bei einem Casting sexuelle Gewalt erlebt haben von Alison Kuhn von der Filmuniversität Babelsberg gewürdigt.

Mit dem erstmals vergebenen DOK.edit Award für die beste Montage wurde die Schweizer Produktion Nemesis" ausgezeichnet. Thomas Imbach führte Regie und editierte mit David Charap den Film über den Abriss eines Schweizer Güterbahnhofs. "Es waren die Integrität und die Komposition der Erzählung, die uns überzeugt haben. Die Qualität des Films beruht sehr stark auf der großartigen Montage, die eine lokale und persönliche Geschichte in eine universelle verwandelt. Ebenfalls ist es der Schnitt, der eine ganze Reihe von Erzählebenen auf brillante Weise zusammenführt" urteilte die Jury.

Bereits am 14. Mai waren die Preise der Brachenplattform DOKforum vergeben worden, darunter erstmals der neue Preis für die beste Serie. Er ging an "Un pedazo de Paz" von Jacobo Albán Carlos Zerpa und Benoît Ayraud, eine Animationsserie, die 60 Jahre Krieg in Kolumbien dokumentiert. Ausgezeichnet wurde u.a. außerdem mit dem Preis für neue Erzählformate das Infotainment-Format auf TikTok des robb, "Safespace". Alle Preisträger*innenfilme von DOKforum

Das Festival läuft noch bis zum 23. Mai.