Kino

"Verleihwirtschaft ist entscheidend für Neustart"

Im Rahmen von "Neustart Kultur" stellt der Bund weitere 45 Mio. Euro zur Verfügung, die nicht zuletzt unabhängigen Verleihunternehmen über eine "Anerkennungsprämie" zugutekommen. Eine Maßnahme, die VdF und AG Verleih ausdrücklich begrüßen. Gleichzeitig gab die BKM das Prozedere für die diesjährigen Verleihpreise und eine weitere Aufstockung des Ausfallfonds I bekannt.

14.05.2021 13:05 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Mit einem weiteren Ausbau der Hilfen aus dem Programm "Neustart Kultur" wendet sich der Bund insbesondere auch den Verleihern zu, wie das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute mitteilte. Demnach fließen von den 45 Mio. Euro, die an zusätzlichen Mitteln bereitgestellt werden, alleine rund acht Mio. Euro in eine "Anerkennungsprämie für den Kinofilmverleih". Dazu erklärte Grütters: "Für einen erfolgreichen Neustart der Kinos nach dem Lockdown wird eine intakte und vielfältige Verleihwirtschaft in Deutschland ganz entscheidend sein. Deshalb verdienen gerade unabhängige Verleihunternehmen unsere Anerkennung und Unterstützung."

Der Ausschreibung zufolge (hier zum Download) werden in diesem Rahmen zwei Arten von Anerkennungsprämien vergeben, für "besondere Leistungen" (in Höhe von je 50.000 Euro) und für "herausragende Leistungen" (80.000 bis 300.000 Euro pro Verleihunternehmen). In diesem Zusammenhang gab die BKM auch bekannt, wie mit dem diesjährigen Verleiherpreis verfahren wird. Demnach erhalten sämtliche Verleihpreisträger der Jahre 2018 bis 2020 eine Prämie von 25.000 Euro, die zusätzlich zur Anerkennungsprämie gewährt wird.

In einem Schreiben an die prämienberechtigten Verleihunternehmen hieß es Ende April: "Die Verleihwirtschaft leistet einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt und zur Vielfalt des Kulturortes Kino. Monatelange Kinoschließungen haben zu erheblichen Verlusten geführt, und fehlende Öffnungsperspektiven machen eine solide Planung anstehender Filmstarts leider noch immer unmöglich. Ihr Engagement für die Kinofilmwirtschaft in den vergangenen Jahren und insbesondere unter den aktuell schwierigen Bedingungen soll gewürdigt werden. Wir hoffen, so zu einer Stabilisierung der Filmwirtschaft in der Pandemie beisteuern zu können."

Mit einer gemeinsamen Erklärung haben sich die AG Verleih und der VdF bereits ausdrücklich bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, beim BKM-Team um Jan Ole Püschel und bei Staatsministerin Monika Grütters "für diese Anerkennung und dieses Zeichen der Wertschätzung" bedankt. "Für unsere Mitglieder ist diese Prämie eine wertvolle Hilfe beim hoffentlich bald anstehenden Neustart der Kinobranche", heißt es weiter.

Die Prämien sind indes nicht die einzige verleihbezogene Maßnahme, die ausgebaut wird. So werden auch die Mittel für die bereits laufende projektbezogene Verleih- und Vertriebsförderung verdoppelt. Für Verleihmaßnahmen steht demnach Förderung von insgesamt bis zu 20 Mio. Euro, für Vertriebsmaßnahmen von bis zu zwei Mio. Euro zur Verfügung. Die Laufzeit des entsprechenden Programms werde laut BKM zudem bis in 2022 hinein verlängert, konkret bis zum 31. Mai.

Ähnliches gilt für den Ausfallfonds I für Kinofilm- und High-End-Serienproduktionen. Noch Ende März hatte es geheißen, dass der Bund seinen Anteil um 19 Mio. Euro auf bis zu 69 Mio. Euro aufstocken werde und diese Bundesmittel bis 30. September 2021 zur Verfügung stünden. Noch beläuft sich die Erhöhung sogar auf 25 Mio. Euro (das Gesamtvolumen an Bundesmitteln steigt somit auf 75 Mio. Euro) und der Fonds steht, soweit es die Bundesmittel anbelangt, bis 30. Juni 2022 zur Verfügung.

Darüber hinaus wird auch die Laufzeit der Mehrkostenförderung für Filmprojekte verlängert, die bereits von der kulturellen Filmförderung des Bundes unterstützt werden. Die hierfür im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellten Mittel im Gesamtumfang von sechs Millionen Euro können nun bis Ende 2022 beantragt werden.

Der Ausfallfonds, die Verleih- und Vertriebsförderung sowie die Mehrkostenförderung werden durch die FFA abgewickelt. Nähere Informationen gibt es unter www.ffa.de/corona-soforthilfe-1.html. Die Verlängerungen und Aufstockungen der Programme stehen jeweils unter dem Vorbehalt des Inkrafttretens des Nachtragshaushalts 2021.

Insgesamt, so die Kulturstaatsministerin, gebe man mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen "ein weiteres starkes Signal dafür, wie wertvoll und wichtig die Film- und Kinobranche für uns ist".