Kino

Jason Kilar: "Haben Markenversprechen von HBO Max eingelöst"

In einem Audiointerview äußerte sich WarnerMedia-Chef Jason Kilar zur Entwicklung von HBO Max, zum Streaminggeschäft im Allgemeinen und verteidigte die Kinorelease-Strategie.

14.05.2021 12:26 • von Jörg Rumbucher
WarnerMedia-CEO Jason Kilar (Bild: WarnerMedia)

Beim achten Media & Communications Summit des Analyseunternehmens MoffetNathanson am 13. Mai kam im Rahmen eines Audiointerviews auch WarnerMedia-CEO Jason Kilar ausführlich zu Wort. Dabei führte er u.a. aus, dass der durchschnittliche HBO Max-Abonnent zwei Stunden pro Tag mit dem Streaming von Inhalten verbringt. Dieses nach Stunden berechnete Engagement sei bemerkenswert und würde über dem liegen, was man im Vorfeld erwartet hatte.

Getrieben wurde diese Nutzungsintensität Kilar zufolge durch die parallel veröffentlichten Kinofilme, aber auch durch Original-Serien wie "The Nevers" oder "Mare of Easttown". Mutterkonzern AT&T hatte kürzlich bekannt gegeben, dass HBO Max und das traditionelle HBO addiert das zurückliegende Quartal mit 44,2 Mio. Abonnent*innen beendet haben. "Die Verbraucher sprechen auf HBO Max an. Wir haben im ersten Quartal die sechsfache Zahl an US-Abonnenten hinzugefügt. So fühlt sich ein Momentum an", erklärte Kilar.

Keine konkrete Aussage machte der WarnerMedia-Chef zum Preis der werbefinanzierten HBO Max-Version, deren Start im Juni erfolgen soll. Aber: Die AVoD-Variante werde so bepreist, dass es aus Unternehmenssicht "wirtschaftlich gleichgültig" sei, ob Konsumenten sich für die werbegestützte oder die werbefreie Version entscheiden. Der reguläre HBO Max-Preis in den USA beträgt aktuell 14,99 Dollar; der höchste aller namhaften SVoD-Services. Kilar versicherte erneut, dass die Hybridvariante im Hinblick auf die Benutzeroberfläche und die Werbeauslastung allen Ansprüchen genügen werde. "Ich denke, wenn Sie es sehen, werden Sie sagen: 'Wow, das ist elegant'". Und: "Wir haben das Markenversprechen von HBO eingelöst."

Auf die Frage nach kommenden Inhalte-Highlights erwähnte Kilar vor allem das lang erwartete "Game of Thrones"-Prequel, das soeben in Großbritannien in Produktion gegangen sei.

Deutlich wurde auch, dass Streaming ein globales Geschäft ist. Dies deswegen, weil im Gespräch gefragt wurde, weshalb Hulu, dessen Gründungs-CEO KIlar war, nicht international ausgerollt worden sei: "Ich denke, es ist völlig fair Hulus manglende globale Präsenz zu kritisieren, die ab 2008 möglich gewesen wäre." Und: "Das Einzige, was ich bedauere, ist, dass ich nicht in der Lage war, die Vorstandsmitglieder zu überzeugen, Hulu zu erlauben, in die Welt zu gehen."

Darüber hinaus verteidigte Kilar die Day-and-Date-Veröffentlichungsstrategie von WarnerMedia: "Ich würde behaupten, dass wir im Jahr 2021 mehr für die Kinos getan haben, als irgendjemand sonst in Hollywood." Dabei verwies er auf Einspielergebnisse für Filme wie "Godzilla vs Kong", der in den USA 93 Mio. Dollar eingespielt hatte. "In einem turbulenten Jahr läuft es sehr gut", so Kilar. Wie es genau 2022 weitergehen werde, hielt Kilar im Vagen. Seiner Einschätzung nach gebe es Filme mit epischen Geschichten, für die ein exklusiver Kinostart sinnvoll sei. Daneben gebe es andere Filme, bei denen die gleichzeitige Verfügbarkeit sinnvoll sei: "Es wird faszinierend sein zu sehen, wie sich das alles weiterentwickelt."