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Senta Berger: "Das hab' ich der Prohacek zu verdanken"

Als besonderes Geschenk für Senta Berger, die am morgigen 13. Mai Ihren 80. Geburtstag feiert, hat ZDF-Redakteurin Elke Müller ein Werkstattgespräch mit den Protagonisten der preisgekrönten Krimireihe "Unter Verdacht" transkribiert und Blickpunkt:Film zur Verfügung gestellt. Neben Berger und Müller nahmen Produzent Mario Krebs und die Schauspieler Gerd Anthoff und Rudolf Krause daran teil.

12.05.2021 16:51 • von Frank Heine
Illustre Runde: Elke Müller, Rudolf Krause, Senta Berger, Gerd Anthoff und Mario Krebs sowie die Große Schweizer Sennenhündin Elfie (Bild: ZDF)

Als besonderes Geschenk für Senta Berger, die am 13. Mai Ihren 80. Geburtstag feiert, hat ZDF-Redakteurin Elke Müller ein Werkstattgespräch mit den Protagonisten der preisgekrönten Krimireihe Unter Verdacht" transkribiert und Blickpunkt:Film zur Verfügung gestellt. Neben Berger und Müller nahmen Produzent Mario Krebs und die Schauspieler Gerd Anthoff und Rudolf Krause daran teil.

ELKE MÜLLER: Zur Vorbereitung unseres Gesprächs bin ich ins ZDF-Archiv hinabgestiegen, um mir die Akten der ersten beiden Filme "Verdecktes Spiel" und Eine Landpartie" rauszusuchen, damit ich Euch ein paar Daten und Fakten auf den Tisch legen kann. Und was war? Die Akten sind verschwunden. Das passt zu unserer Reihe: Wir müssen uns auf unsere Erinnerung verlassen. Senta, an was erinnerst du dich?

SENTA BERGER: Es war Mario, der diese Idee hatte. Er war eben erst von der UFA zur Pro-Film gewechselt und hatte das Gefühl: jetzt ist der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu wagen. Meiner Erinnerung nach warst auch du, Elke, von Anfang an mit im Boot, in diesem plüschigen Schauspielerhotel in Köln, mit Kamin. Aber es war Marios Ur-Idee. Hattest du damals schon Alexander Adolph angesprochen?

MARIO KREBS: Nein, ich wollte Alexander bitten, etwas zu schreiben. Ich hatte Braunauge von ihm gesehen und dachte, es wäre interessant mit ihm loszugehen. Ehrlich gesagt war Klaus Bassiner ein bisschen irritiert, weil er ihn etwas arthouse-mäßig fand. Und dann hatte ich auch Friedemann Fromm als Regisseur vorgeschlagen, der gerade einen Eifel-Krimi mit der UFA gemacht hatte, der sehr finster war. Deswegen hat Klaus auch gefragt: "Ist das der richtige Ansatz?" Ich hab' gesagt: "Nun warte doch mal ab!"

ELKE MÜLLER:  Als Klaus mir den ersten Text von Alexander zu lesen gab, hab' ich gesagt: "Das will ich unbedingt machen!" Ich hatte keine Ahnung, war noch nicht so lange in der Abteilung, aber ich wusste, das ist etwas ganz Besonderes.

SENTA BERGER: Also mir hat das auch gefallen - vor allem der Vorsatz: wir erzählen etwas, was uns alle betrifft, unsere Zeit, die jeweilige Aktualität, etwas Gesellschaftsrelevantes - ist ein doofes Wort, aber es drückt genau das aus, was uns von Anfang an als Unterscheidung von anderen Kriminalfilmen bewegt hat. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich war damals auch noch sehr kämpferisch und sehr interessiert an allem. Mario musste mir erstmal erklären, was eine Kriminalrätin ist, nämlich die Chefin von den Kommissaren, und darum hab' ich auch nie einen Kommissars-Preis bekommen.

MARIO KREBS: Doch, doch...

ELKE MÜLLER: Als Ehrenkommissarin.

SENTA BERGER: Nur von der Polizeigewerkschaft.

Alle lachen.

MARIO KREBS: Aber nochmal zurück: Als Klaus und ich zusammen im ZDF saßen, war die Idee, etwas mit Senta zu machen. Und da ich gerade mit einer anderen, bekannten Schauspielerin gedreht hatte, hab' ich gesagt: "Designermantel und Kanone kommen nicht in Frage, das muss glaubwürdig sein. Es muss eine Ermittlungsform sein, die zu Senta passt und in der es um Dinge geht, um die sich kein anderer kümmert - nämlich interne Ermittlungen, Amtsmissbrauch." Und dann hat er kurz nachgedacht und gesagt: "Gute Idee, machen wir!" Wir hatten auch ein Vorbild: %Helen Mirren% - in "Prime Suspect". So konnten wir uns die Tonalität vorstellen. Und das Schöne bei Alexander war, dass es keine Figurenbeschreibung war, sein erstes Skript war Prosa, das war literarisch und neu, wie er unsere Heldin und ihren unmoralischen Gegner angelegt hat.

ELKE MÜLLER: Und die unmoralischen Rollen sind ja meistens die interessantesten. Hast du sofort gespürt, was für eine Rolle das wird?

GERD ANTHOFF: Sofort! Ich hab' gesehen, das ist das Arschloch in dieser Veranstaltung, da greif ich zu!

Alle lachen.

SENTA BERGER: Also ich fand' dich eine ungewöhnliche Besetzung. Ich kannte dich eigentlich mehr vom Residenztheater - natürlich -, und dann kannte ich dich auch von Bayerischen Fernsehspielen. Und ich hatte mir den Reiter, als durchschnittliche Kinogängerin, tatsächlich als klassischen Bösewicht vorgestellt. Ich bin erst langsam dahinter gekommen, dass diese bayerische Hinterfotzigkeit, die sich ja auch in der Sprache ausdrückt, und auch in der Harmlosigkeit deines lieben Gesichtes - wenn du gestattest -, dass das viel effizienter ist, viel wirkungsvoller, viel gemeiner als das irgendein klassischer Bösewicht hätte sein können.

GERD ANTHOFF: Naja, viel raffinierter natürlich auch.

ELKE MÜLLER: Und mit viel Spaß! In einem der ersten Filme, wo der Reiter - wir haben ja schon damals im technischen Rathaus gedreht - gerade wieder irgendeine Schweinerei veranstaltet hat und beschwingt, mit den Fingern auf dem Geländer trommelnd, über die gläserne Brücke geht, spürt man, der hat richtig Spaß dabei!

GERD ANTHOFF: Ja das deckt sich auch mit dem Spaß des Schauspielers.

ELKE MÜLLER: Rainer Tittelbach hat zur letzten Folge geschrieben: "Gerd Anthoff ist ein unvergesslicher Typ im Fernsehkosmos der Bösewichte."

SENTA BERGER: Sehr schön!

GERD ANTHOFF: Naja, es gehörte ja auch zum Trick dieser ersten Folge, dass der Dr. Reiter als ein durchaus sympathischer und netter, liebenswürdiger Chef auftritt und sich dann erst zeigt: Der ist ja ganz anders. Wäre er von Anfang an ein durchschaubarer Bösewicht gewesen, hätte die erste Folge so gar nicht funktioniert.

ELKE MÜLLER: Und wir hätten ihn auch nicht 30 Folgen lang halten können.

SENTA BERGER: Aber Rudolf finde ich auch so eine interessante Besetzung, weil damals die üblichen Assistenten der üblichen Krimireihen - ich denke jetzt auch an Til Schweiger, aber nicht nur an den - so einen besonderen jungmännlichen Charme haben mussten. Und Friedemann hat dich gefunden - ich weiß nicht wie, das musst du uns erzählen.

RUDOLF KRAUSE: Also ich halte fest: Du findest ich hatte keinen jungmännlichen Charme.

Alle lachen.

SENTA BERGER: Also nicht den "gängigen"!

RUDOLF KRAUSE: Den "gängigen", na diese gewisse Erotik, die man braucht, um in einer Lederjacke gut rüberzukommen, die hatte ich definitiv nicht.

MARIO KREBS: Aber du hattest Sprechkultur, im Gegensatz zu den anderen in den Lederjacken!

SENTA BERGER: Wie war das mit der Rolle?

Rudolf Krause: Es war ein Casting und mir wurde gesagt - aber ich will dich nicht von deinem roten Faden abbringen, Elke...

ELKE MÜLLER: ...nur zu, ich hab' keinen roten Faden.

RUDOLF KRAUSE: Mir wurde mitgeteilt, dass im süddeutschen Raum gecastet wurde, weil die Figur einen gewissen bayerischen Ton mitbringen sollte. Friedemann war aber nicht fündig geworden und sagte: "Lass uns mal nach Berlin schauen!". Da wurde ich dann eingeladen, weil die Beschreibung irgendwie genau auf mich passte - der lange Schlacks halt - das Besondere für mich damals war, dass ich von dem Text, den ich fürs Casting bekam, sofort fasziniert war. Es war nämlich die Szene: "Sie Gurke! Sie glauben, Sie wissen hier Bescheid, aber Sie haben davon keine Ahnung, und wer sind Sie überhaupt? Außerdem sind Sie sowieso viel zu alt!". Das war dieser Wutausbruch in der ersten Folge und mir fielen sofort dazu Requisiten ein, ich hab' mir Hosenträger angezogen, ich hatte Wiener Würstchen dabei, eine Thermoskanne mit Tee, eine Zeitung und baute das so vor mir auf und dann ging es los - davor war es aber noch etwas heimtückisch: Ich komm' da an, der Flur war leer, da saß nur ein Mann vor der Tür, nickte kurz. Ich setz' mich hin und warte bis ich aufgerufen werde. Ja, der Mann, der da saß, das war Friedemann! Er hat mich beobachtet, während ich aufs Casting wartete, und nach fünf Minuten sagt er: "So, jetzt können wir reingehen."

Alle lachen.

RUDOLF KRAUSE: Und beim Casting ist irgendwie der Funke übergesprungen. Friedemanns Augen haben geleuchtet und er hat sich mit der Daniela Tolkien so angeblitzt. Ich dachte: "War das jetzt schlecht oder war das jetzt gut?". Und dann war's vorbei. Das werde ich nie vergessen, diese Begegnung mit dem Text und dieses Casting hatten für mich einen besonderen Zauber. Es hat etwas in mir entzündet.

GERD ANTHOFF: Was ich nie gefragt habe, aber mich würd's schon interessieren: Wie kam man auf mich? Denn ich wurde nicht gecastet, ich wurde einfach engagiert.

MARIO KREBS: Das war ein Vorschlag von Daniela und Friedemann. Hast du nicht in so einer super Serie mitgemacht?

GERD ANTHOFF: "Löwengrube".

MARIO KREBS: Deswegen wussten wir: Das ist ein Bösewicht. Da warst du ein bisschen eindimensionaler...

GERD ANTHOFF: ...da meinst du wohl eher den "Bullen von Tölz"?!

MARIO KREBS: Ja, wir kannten auch andere Rollen, die du gespielt hast und wussten, dass die andere Ebene auch da ist - dieses Trommeln mit den Fingern auf der Brücke - was Elke beschrieben hat - die gute Miene zum bösen Spiel, dieses charmant Bayerische, aber auch das Devote war da. Ich hab' gesagt: "Hey, das ist unser Reiter!"

ELKE MÜLLER: Darüber haben wir nicht diskutiert. Während es für den Langner viele, viele Vorschläge gab, aber erst bei Rudolf wussten wir: "Das ist unser Langner!" Du warst ja auch ein bisschen Alter Ego von Alexander. Thomas Gehringer schreibt: "Überhaupt ist dieser Langner ja der heimliche Held der Reihe. Toll besetzt mit Rudolf Krause, diesem unverwechselbaren Lulatsch (...)"

RUDOLF KRAUSE:  Also ich war auf jeden Fall nicht die heimliche Hauptrolle, ich war eine schöne Nebenrolle oder einer von den drei durchgehenden Charakteren. Das kann man übrigens auch anders sehen. Ich hab' leichtsinnigerweise mal bei unserem DVD-Amazon-Dings geguckt, da gibt es auch Leute, die finden, dass Langner wie ein Volksschullehrer wirkt, die haben eben gerade vermisst, dass da keiner in Lederjacke oder so dabei ist.

SENTA BERGER: Also ich finde schon, dass wir drei Protagonisten sind. Das magst du am Anfang vielleicht anders empfunden haben, aber du bist einfach - wie soll man sagen - verfestigt als Protagonist.

RUDOLF KRAUSE: Wir sind drei durchgehende Charaktere und wie in der Musik gibt es ein Hauptmotiv und es gibt Nebenstimmen und ich war eher eine unterstützende Nebenstimme, das Salz in der Suppe oder irgendwie sowas.

GERD ANTHOFF: Naja, jetzt mach dich nicht klein. Natürlich ist die Hauptfigur, Dreh- und Angelpunkt dieser ganzen Serie, die Frau Prohacek - das ist doch klar. Aber damit sie sich schön drehen kann, braucht man auch zwei schöne Schwungräder und dazu waren wir da und haben uns auch profilieren können mit unseren Rollen.

SENTA BERGER: Ja, also unbedingt, denn - ich habe das schon mehrfach gesagt und ich wiederhole es gerne - die Prohacek hat mir, in einem Alter, in dem sehr viele Kolleginnen vernachlässigt werden, noch einmal eine vollkommen neue Möglichkeit aufgezeigt, die ich auch ergriffen habe. Ich habe noch nie so viel gedreht wie in diesen 18 Jahren, als ich Unter Verdacht gemacht habe. Ich habe oft fünf, sechs Filme über die jährlichen zwei Folgen für "Unter Verdacht" hinaus, im Jahr gemacht. Und das waren alles interessante Rollen. Darunter sind auch wirklich sehr gute Filme entstanden. Denkt doch mal an Satte Farben vor Schwarz". Das hab' ich der Prohacek zu verdanken. Vorher war ich die Senta Berger, identifiziert mit Kir Royal", mit der "Schnellen Gerdi" oder der Frau Dr. Martin aus "Dr". Aber eben nicht diese sehr strenge Frau, die sehr anders ist und die ich sehr anders gespielt habe. Die Frau Böhm aus Frau Böhm sagt Nein" wurde mir auf jeden Fall wegen meiner Arbeit in "Unter Verdacht" angeboten". Das war tatsächlich für mich nochmal ein Sprungbrett in ein völlig andres Rollenfach.

MARIO KREBS: Ihr drei habt nicht nur eure Rollen gespielt habt, ihr seid mit eurem ganzen Herzblut rangegangen, habt auch dramaturgisch eure Figuren mitgedacht und immer wieder gesagt: "Nein der/die würde jetzt anders handeln." Wir hatten ja viele Leerstellen und die Drehbücher stimmten nicht immer in der Struktur, haben sich verrannt, und wir hatten irgendwie immer bald Drehbeginn. Ihr wusstet, ihr müsst antreten und dann schickt euch der Mario solche Bücher. Und dann fand' ich es sehr schön, wie ihr ganz fair und kooperativ und mit viel Fantasie diese Schweizer Löcher im Käse gefüllt habt oder manchmal wirklich was weggeworfen habt, wenn es echt Käse war. Ihr habt uns geholfen die Geschichten neu aufzustellen - und das unter dem Stress, dass acht bis zehn Wochen später Drehbeginn ist, oder manchmal nur drei Wochen. Dafür bin ich euch sehr dankbar!

GERD ANTHOFF: Was ich bei diesen ganzen Prozessen schön fand', war, dass wir es immer geschafft haben in Richtung der Drehbücher zu denken, immer sachlich zu bleiben und keiner von uns versucht hat, eine Änderung für sich zu erreichen, sondern immer für die Dramaturgie der Geschichte.

SENTA BERGER:  Aber Elke hat ja auch großen Anteil daran. Man braucht ein Gegenüber, damit man sich privilegiert und frei fühlt, um Vorschläge zu machen. Es war ein Glück für uns, dass ihr so offen wart. Wir haben uns gestritten, aber es war nie so, dass man dachte: "Das ist das Ende.", sondern es war immer ein Anfang zu einer Lösung, zu einem Weitergehen, ein Überlegen, auch ein Einlenken. Das ist ein schöner Arbeitsprozess. Ich weiß nicht, ob ihr euch dieser Sonderrolle, die ihr in unserem Arbeitsprozess spielt, ob ihr euch dessen bewusst seid. Ich kenne einige Redakteure und Produzenten, die total anders reagiert hätten.

ELKE MÜLLER: Das ist ein ganz großes Kompliment, aber ich habe "Unter Verdacht" immer als gemeinsames Projekt empfunden. Auch für mich prägt das ja die Kernzeit meines Arbeitslebens - und es war für mich wirklich das Größte, daran beteiligt zu sein. Jede Folge war ein großes Projekt für mich, denn wie Senta gesagt hat, haben wir es geschafft, mit diesem Vehikel die uns allen so wichtigen gesellschaftspolitischen Themen ins Fernsehen zu bringen - allerdings war das Vehikel nicht immer gut steuerbar. Im Grunde genommen war jede Folge ein kleiner Kampf. Mario und ich hatten durchaus auch Gewitter auszuhalten.

MARIO KREBS: Das haben wir - gemeinsam. Für bestimmte Projekte brauchst du keine Redakteure, sondern Komplizen. Und du warst meine Komplizin, das war wichtig. Wir kämpfen für die Sache und müssen Fantasie reinbringen, um etwas durchzusetzen. Es ging nicht ums Ego, in unserem Beruf geht's bei vielen nämlich nur ums Ego. Ich muss sagen, in meinen 'kurzen Jahren' habe ich die Menschen, bei denen es immer nur ums Ego ging, gemieden und nicht mehr mit ihnen gearbeitet.

ELKE MÜLLER: Du hast ja manchmal auch sehr unproduzentisch gehandelt. Ich erinnere mich an Gespräche mit deiner Herstellungsleiterin, die immer wieder die Hände über'm Kopf zusammengeschlagen hat, weil du wieder irgendwelche Änderungen vorgeschlagen hast, die viel zu teuer sind. Insofern bist Du auch als Produzent etwas ganz Besonderes. Kreativität und Disziplin schließen sich nicht aus - wie bei Senta, die gleich den zweiten Film mit einem gebrochenen Zeh gedreht hat.

SENTA BERGER: Ja, gleich am ersten Drehtag. Und natürlich, der Bettpfosten...

ELKE MÜLLER: Aber ansonsten gab es doch nie Verschiebungen, weil einer von euch krank war - oder?

SENTA BERGER: Doch ein einziges Mal hatte Friedemann mich nach Hause geschickt. In Folge 1, weil ich über 40 Grad Fieber hatte. Und weil ich aber durch meine Theaterarbeit und durch die mit Michael Verhoeven geeicht war, mit Fieber zu spielen, hab' ich gesagt: "Das geht nicht, Friedemann. Dann müsstest du ja Drehtage anhängen." Und er hat darauf bestanden und wir haben zwei Tage nicht gedreht, weil ich so stark erkältet war.

GERD ANTHOFF: In unserem Beruf geht man ja wirklich, wenn's nur irgendwie geht, auf die Bühne oder vor die Kamera. Das ist wie eine Impfung. Das gehört einfach dazu.

ELKE MÜLLER:  Wie ein Adrenalinstoß?

GERD ANTHOFF: Nein, das ist eher ein Schauspieler-Ethos: Man lässt nichts ausfallen, da muss man durch.

SENTA BERGER: Aber ich meine, es gibt ja nicht nur Verletzungen oder Erkältungen, sondern auch Stimmungen, die es einfach schwer machen, den Kopf so weit frei zu kriegen, dass man arbeiten kann. Ich habe auch sehr viele schwierige Situationen erlebt, die mit Abschied nehmen zu tun haben, wo man eigentlich als private Person eher in Ruhe gelassen werden und trauern möchte, was dann aber nicht geht. Da ist eben die Disziplin so stark, dass du deine Stimmung zur Arbeit mitnimmst. Das ist, glaub' ich, ganz gut, dass man das kann. Und dann was draus machen kann, anstatt sich zu Hause zu vergraben. Vielleicht gehört das jetzt nicht hierher - aber in dem Beruf ist man doch umgeben von Menschen, die so etwas kennen und erlebt haben. Und da hatten wir besonderes Glück bis in die kleinsten Verästelungen unserer Mitarbeiter, dass sie nicht die üblichen Jobber waren, sondern sehr aufmerksam gegenüber den Nächsten und sehr liebevoll.

MARIO KREBS: Rudolf, neben dem sehr strukturierten Leben eines Drehortes, wo Texte vorgegeben sind, hast du auch ganz andere Erfahrungen. Du hast viel Improvisation gemacht. Wie kriegt man das zusammen?

RUDOLF KRAUSE: Die Impro-Arbeit hat mir geholfen, weil man beim Drehen zwar vorbereitet sein muss, aber doch auch flexibel. Man weiß nicht, wie der Drehort aussieht, man weiß nicht, wie man das spielen kann. Man muss ziemlich viel improvisieren, aber dann sehr schnell präzise werden. Und das dann auch noch wiederholen können. Ich weiß noch, wie schwer mir das am Anfang in den ersten Folgen gefallen ist, Dinge zu wiederholen.

SENTA BERGER: Aber die Kamera ist dein Freund geworden. Ich kann mich erinnern, am Anfang warst du gestört durch die Kamera. Wenn die Kamera dir zu nahe war, war das für dich ein Fremdkörper. Du hast dich aber langsam angefreundet mit der ganzen Technik eines Films, und das war schön zu sehen, wie du das dann ohne Probleme beherrscht hast.

RUDOLF KRAUSE: Ich musste diese Präsenz erstmal verarbeiten.

SENTA BERGER: Ja, du bist ja auch einer, der gerne Widerstand leistet. Also wenn eine Marke eingezeichnet wird, dann fragst du erstmal: "Warum? Warum muss ich jetzt da hin?"

RUDOLF KRAUSE: Das war ganz am Anfang so. Später nicht mehr! Das ist bei allen jungen Schauspielern so, dass am Anfang der Regisseur alles erklären muss.

SENTA BERGER: Und mir geht es so, wenn ich eine Szene gedreht habe und der Regisseur - Gott sei Dank hatten wir nur eine Handvoll Regisseure, die wir dann gut kannten und mit denen wir dann auch gut konnten - der gesagt hat: "Gut, Senta, mach's bitte nochmal genauso." "Wie bitte? Was hab' ich denn gemacht? Wie hab' ich's gemacht?" - Mich darf man nicht loben!

ELKE MÜLLER: Nicht geschimpft, ist schon genug gelobt - sagt man bei uns.

MARIO KREBS: Ich habe mich gefreut, dass jeder Regisseur ein besonderes visuelles Konzept hatte, auch wenn es für Elke und mich eine Herausforderung war, wie Showrunner zu fungieren. Wir mussten alles zusammenhalten und sagen: "Hallo?! Es gibt bestimmte Zielvorgaben in der Konstellation der Figuren, aber auch in der Art, wie wir erzählen, was wir sehen, wie konzentriert wir etwas sehen. Wir müssen das, was das Versprechen bei Unter Verdacht ist, auch immer wieder einlösen. Und das Versprechen sind diese drei Figuren."

GERD ANTHOFF: Naja, aber war nicht auch ein Versprechen von Unter Verdacht eine ganz spezielle Ästhetik, die die ersten zwei Folgen dieser Reihe als Stempel aufgedrückt haben. War das für euch ein Problem, diese Ästhetik immer wieder herzustellen oder war das nicht so wichtig?

ELKE MÜLLER: Also, ich finde wir haben es ganz gut mit den Kameraleuten und den Regisseuren, die wir ausgesucht haben, hingekriegt, dass das nicht auseinanderklafft. Aber natürlich wollte jeder Regisseur und Kameramann dem Format seinen eigenen Stempel draufdrücken. Das hat aber immer gut geklappt. Im Grunde habt ihr drei das Format ja schon zusammengehalten.

MARIO KREBS: Unser ästhetisches Konzept war das, was Christian Kettler als Szenenbildner - der großartige Christian Kettler - von Anfang an mitgetragen hat, nämlich Laptop und Lederhosen. Wir wollten nicht dieses klassische Altbayern erzählen, was man so kennt. Wir wollten Neubayern erzählen, wo Tradition und das Neue aufeinanderprallen - und das ging bis in den Look. Wir wollten Glas und Stahl für das Ministerium und keinen Renaissance-Bau.

ELKE MÜLLER: Und der Verhörraum war immer das Zentrum. Es gab Regisseure, die sich was anderes vorgestellt haben oder gar nicht im Verhörraum drehen wollten, und da haben wir gesagt: "Nö, das muss so bleiben!"

GERD ANTHOFF: Von Anfang an war dadurch eine gewisse Klaustrophobie ein ästhetisches Mittel. Nicht nur durch diesen schrecklichen Verhörraum, sondern, wenn ich an die Kameraarbeit von Jo Heim denke, war der ganze Film klaustrophobisch. Das meine ich mit dem ästhetischen Stempel. Die schönen Bilder waren immer, wenn überhaupt, nur zum Zweck da, die Geschichte zu erzählen.

SENTA BERGER: Kannst du dich erinnern, als Andreas Herzog seinen ersten Film mit uns machte und er den Einfall hatte, uns anders an den Tisch im Verhörraum zu setzen und wir gesagt haben: "Andreas, das geht nicht, das funktioniert nicht." Dann haben wir - damit kein Krach gleich am Nachmittag entsteht - uns anders gesetzt. Es hat nicht funktioniert, wir haben's nochmal gedreht.

RUDOLF KRAUSE: Verrückt, das war wie eine Familienaufstellung. Das war nicht Bockigkeit oder Ego. Wenn ein neuer Regisseur kam, ging es nicht darum, deutlich zu machen, dass wir wissen, wie es geht. Sondern es ging um die Wahrnehmung von Stimmigkeit.

GERD ANTHOFF: Aber die Tatsache, dass wir unsere Figuren besser kannten als ein neu hinzugekommener Regisseur, wurde immer akzeptiert. Da gab es nie Probleme. Problemchen vielleicht, aber wirklich ernsthafte Probleme mit neuen Regisseuren gab's nicht.

MARIO KREBS: Wir haben das Format in dem Sinne verteidigen müssen, dass sich die Geschichte immer daran orientiert, dass unsere drei Figuren uns da durchführen, und dass die Episodenfiguren und deren Konflikt kein Selbstzweck sind. Das war nicht immer leicht. Wir haben sehr genau überlegt, welcher Regisseur oder Regisseurin passt zu uns. Wichtig war vor allem, dass die Filme immer auf diese Verhörsituation in der Mitte und am Ende zulaufen. Da erleben die drei sich als Gegenspieler, die manchmal taktisch miteinander und dann wieder gegeneinander spielen. Da haben wir mit manchen Autoren und auch Regisseuren gekämpft, dass das auch so bleibt.

ELKE MÜLLER: Manchen Autoren war es auch zu anstrengend, die komplexen, genuin politischen Geschichten nach dem Zwiebel-Prinzip zu erzählen: Aus einer kleinen Geschichte entwickelte sich meist ein ziemlich großes Ding. Und im Verhörraum baute sich die Strategie der Prohacek auf, den Feind zu umgarnen und im richtigen Moment zuzustoßen, langsam auf.

GERD ANTHOFF: Es kommt hinzu, dass diese Verhörsituationen für uns Schauspieler die interessantesten Szenen waren. Weil sie am konzentriertesten waren und man mit den Dazugekommenen, zum Teil hervorragenden Kollegen mal wirklich schauspielerisch in einen Clinch geraten ist.

SENTA BERGER: Man stand auch nicht an der Autobahn nachts im Schnee.

RUDOLF KRAUSE: Und das war auch was, worüber Zuschauer, denen man immer mal begegnete, gesagt haben: "Ich finde das so wohltuend." Es geht nicht darum, dass einer mit der Pistole über den Bürgersteig läuft - Stehenbleiben! Oder so. Das hat's ja bei uns auch manchmal gegeben, aber das war dann eine Ausnahmesituation. Die Regel war, dass es genau um die Situation ging, die ihr eben beschrieben habt. Und das haben die Leute auch genossen.

ELKE MÜLLER: Den Autoren, die neu dazugekommen sind - Autorinnen hatten wir nicht so viele ehrlich gesagt, Isabel Kleefeld war eine -, denen haben wir immer das Zwiebelprinzip erklärt. Und als ich jetzt die 30 Kurztexte unserer Folgen durchgelesen hab, ist mir nochmal klar geworden, was das für die Autorinnen und Autoren bedeutet hat: keine Folge wie die andere. Es ist überhaupt kein Prinzip erkennbar. Jedes Thema hatte seine eigene Struktur: Form follows function - das war eine große Herausforderung - und das war gut so.

MARIO KREBS: Wobei sich das Zwiebelprinzip erst mit der Zeit entwickelt hat. Es wurde immer klarer, dass wir keinen Whodunit erzählen, sondern einen Thriller. Der Gegner wartet nicht, sondern macht weiter. Und der Gegner ist sehr mächtig. Unsere Helden geraten in Gefahr und müssen versuchen, an den Kern ranzukommen, sonst gehen sie dabei drauf. Und wir haben "weiße Kragen Kriminalität" erzählt, die Redaktion hat mit Recht Spannung eingefordert, denn reine Wirtschaftskriminalität, wie zum Beispiel Karussellgeschäfte, die wir ja auch erzählt haben, sind "schwer vermittelbar".

ELKE MÜLLER: Ja, da haben wir auch Autoren verloren, die gesagt haben, das ist ihnen einfach zu kompliziert. "Wir schreiben lieber einen Tatort."

MARIO KREBS: Wer hätte das am Anfang gedacht?!

SENTA BERGER: Ob wir gedacht haben, dass es weitergeht?

GERD ANTHOFF: Naja, da bin ich außen vor, denn ich wusste ja, dass geplant war, dass der Reiter entweder geschnappt oder irgendwie aus der Serie rausgekickt werden soll.

MARIO KREBS: Ja, am Ende der zweiten Folge.

GERD ANTHOFF: Ende der zweiten Folge - und das war mir auch recht. Ich hab' zwei schöne Folgen gedreht mit einer Figur, die wirklich interessant ist und die nicht nur so wie zum Beispiel der Toni Rambold aus "Der Bulle von Tölz" so eine Mickey-Mouse-Bösewicht-Figur ist. Wobei ich das gern gespielt hab, also ich meine das überhaupt nicht negativ. Aber natürlich dachte ich: "Ja, war schön du, jetzt ist es halt vorbei." Und dass es dann weiterging, das hat mich schon gefreut.

RUDOLF KRAUSE: Wir haben einfach immer zwei Filme gedreht und dann wurde gesagt: "Haltet euch mal das nächste Frühjahr oder den nächsten Herbst frei." Es war immer eine Verabredung bis zum nächsten Jahr - und so hab' ich das auch genommen.

SENTA BERGER: Also, am Anfang hab' ich nicht damit gerechnet, dass es weitergeht - obwohl Mario und Elke mir ziemlich früh auch Signale geschickt haben -, aber meine private Situation war damals nicht einfach. Ich hatte mit der Familie und mit den Kindern so viel zu tun, dass das mein Hauptanliegen war. Meine Prioritäten sind damals einfach anders gewesen. Ich hab' mich erst in den folgenden Jahren so sehr an diese Arbeit, an diese Figur und an das Miteinander gewöhnt - da hätte es mir dann wirklich weh getan, wenn nach vier, fünf Folgen gesagt worden wäre: "Wir machen nicht weiter." Aber nach der zweiten da gab's noch jede Menge andere Probleme in meinem Leben, das ist so.

ELKE MÜLLER: Also ich habe lange und viel gezittert. Das ist sicher auch so eine Redakteurinnen-Krankheit, dass man immer auf die Quote stiert und Stimmungen oder Tendenzen im Sender wahrnimmt. Stimmungen, wo ich gedacht habe, wenn wir jetzt doch plötzlich Whodunits und nicht so kompliziert erzählen sollen, geht das Format den Bach runter. Die ersten zehn Folgen lang war bei mir immer so ein Zittern: "Hoffentlich geht das gut?!" Und nach fünfzehn Folgen habe ich wieder gezittert: "Hoffentlich macht Senta das noch lange mit."

MARIO KREBS: Aber das hast du nie so gezeigt. Dafür bin ich dir sehr dankbar, denn das verunsichert ja extrem. Was ich toll fand: der Sender und alle Programmdirektoren haben zu uns gehalten - es gab ja einige Wechsel in der Zeit.

ELKE MÜLLER: Ich glaube, dass wirklich alle, die da in Verantwortung waren hinter dem Format standen, denn ich habe schon gehört, dass es wohl das eine oder andere Mal Nachfragen gegeben hat, ob Unter Verdacht denn immer so politisch sein muss.

MARIO KREBS: Das wurde mir auch sehr direkt vermittelt.

ELKE MÜLLER: Und ich glaube, dass uns auch die Prominenz von Senta geschützt hat. Ich weiß, dass Senta das ja überhaupt nicht mag, aber wir haben immer gedacht: "Wenn's hart auf hart kommt, dann muss die Senta in die Bütt, dann schicken wir sie vor."

SENTA BERGER: Mario sagte zu mir: "Du musst auf dem Deutschen Filmball auch mal mit jemanden von der CSU tanzen und am besten mit Herrn Stoiber". Der tanzt übrigens ziemlich gut...

MARIO KREBS: Ja warum nicht? Also ich hätte nicht mit ihm tanzen wollen, aber da muss ich jetzt mal eine Lanze brechen für Bayern. Trotz der unbequemen Geschichten, die ja zum Teil auf wahren Begebenheiten basierten, haben wir immer Unterstützung bekommen. Wir haben doch in jedem Ministerium gedreht ...

SENTA BERGER: ... sogar im Finanzministerium!

MARIO KREBS: Wir haben so viel über die Staatskanzlei hergezogen, und die Liberalität in Bayern war dann doch größer als ich das vom preußischen Berlin kenne. Ich bin völlig erstaunt darüber, wir haben noch nie Ärger gehabt.

GERD ANTHOFF: Lieber Mario, merke dir für den Rest deines Lebens: Mia san mia.

MARIO KREBS: Ja, aber das passt wieder zu Laptop und Lederhosen - das kann man ja auch so sagen. Als Stoiber das Erbe angetreten hat von dieser Großfamilie, über die wir ja auch in der zweiten Episode erzählt haben, über die Festplatte eines gewissen Herren mit einem Stiernacken, da hat sich dieser Ministerpräsident wirklich clever verhalten. Er wollte mit dieser Großfamilie wirklich nichts zu tun haben. Also hat er uns machen lassen.

GERD ANTHOFF: Da hab' ich mich übrigens sehr gewundert, dass es - zumindest für mich nicht spürbar oder hörbar - keine Folgen hatte, denn die zweite Episode hat ja die Nadel wirklich in die Wunde reingelegt und darin rumgebohrt.

MARIO KREBS: Ja, da waren wir auch ganz erstaunt, dass da nix kam, keine Intervention. Das ist bayerische Flexibilität. Man rennt nicht gleich gegen jeden Baum und nimmt nicht gleich jeden Gegner zu ernst und man hält die Ohren auf - man ist ja eine Volkspartei, man will ja alle integrieren. Und diese Liberalität haben wir erlebt.

SENTA BERGER: Ich habe einen Orden bekommen vor ein paar Tagen, von Herrn Söder persönlich umgehängt. Für kulturelle Verdienste in Bayern.

GERD ANTHOFF: Das ist der Bayerische Verdienstorden.

SENTA BERGER: Ja, ich war sehr geehrt. Es wurden auch Leute aus anderen Branchen geehrt - und was die für tolle Projekte haben: soziale, gesellschaftliche Anliegen, Schulen, Inklusionen, Streuobstgärten, also wirklich großartig. Da war ich echt stolz, dass ich da auch dabei bin.

ELKE MÜLLER: Vielleicht hat "Unter Verdacht" Bayern auch ein bisschen besser gemacht?

GERD ANTHOFF: Ich hab' ihn ja auch vor vielen Jahren bekommen, damals noch vom Herrn Seehofer. Und dann bin ich gefragt worden: "Wieso haben Sie den Bayerischen Verdienstorden gekriegt?" Da hab' ich gesagt: "Weil ich mit meinem Bayrisch ganz ordentlich verdient habe."

SENTA BERGER: Nicht einmal das kann ich sagen.

ELKE MÜLLER: Zu unserer letzten Folge schreibt Wolfgang Platzeck in der Berliner Morgenpost: "29 vertrackte Fälle haben die internen Ermittler aus München seit 2002 bearbeitet; 18 Jahre, in denen der Zuschauer mit dem Trio fiebern, fühlen, altern durfte und in denen die wunderbaren Hauptdarsteller fast zu Leitsternen am überfüllten Krimi-Himmel wurden." Ich muss nicht zitieren, dass "Unter Verdacht" häufiger als die beste Reihe des Deutschen Fernsehens und eine der besten europäischen Krimireihen bezeichnet wurde - wenn das kein würdiger Abschluss ist.

MARIO KREBS: Auch für ARTE war unsere Reihe ein riesiger Erfolg. "Double Jeu" heißt es da. Und es hat immer funktioniert, auch wenn die Vorabausstrahlung auf ARTE war, haben wir immer treu unsere Zuschauer am Samstagabend im ZDF wieder versammeln können.

ELKE MÜLLER: Ja, weil viele nochmal geguckt haben, um die Geschichte zu verstehen.

Alle lachen

RUDOLF KRAUSE: Ist es auch in anderen Ländern gelaufen?

SENTA BERGER: Ja natürlich, in Frankreich und in Italien! Ich bekomme immer ein wenig Geld aus diesen Ländern, ich bin dort in den Schauspieler-Gewerkschaften registriert. Und mache 'ne Menge Autogrammpost.

MARIO KREBS: Auf dem Krimikanal von Sky ist es immer wieder gelaufen.

ELKE MÜLLER: ARTE hat es dauernd wiederholt, im Sommer, 3sat auch.

SENTA BERGER: Jetzt tut's mir nach dem Gespräch doch sehr leid, dass wir mit Unter Verdacht aufgehört haben.

GERD ANTHOFF: Mach' ma' halt a neue Serie: Ihr zwei besucht den Reiter im Gefängnis.