Kino

Kinoverbund SH propagiert Modell zur Wiedereröffnung

Die im Kinoverbund SH zusammengeschlossen Betreiber haben sich mit einem dreistufigen Wiedereröffnungskonzept an die Landespolitik gewandt - nicht zuletzt, um "zu verhindern, was in Bayern geschehen" sei. Erste Reaktionen lassen auf eine ernsthafte Perspektive Anfang Juni hoffen.

11.05.2021 14:19 • von Marc Mensch
Initiator*innen des Kinoverbunds im Gespräch mit Ministerpräsident Daniel Günther im Herbst 2020 (Bild: Kinoverbund SH)

Das Vorpreschen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Öffnung von Kinos - es wird in der Branche durchaus mit gemischten Gefühlen betrachtet, wobei die Ablehnung zu überwiegen scheint. Denn auch wenn mit dem ErlangerManhattan Deluxe das bundesweit erste Haus seit gestern wieder am Start ist - die Bedingungen, die in Bayern gelten, sind für eine wirtschaftlich tragbare Öffnung denkbar untauglich.

Nicht zuletzt aus diesem Grund sei der Kinoverbund SH frühzeitig mit einem konkreten Konzept und Terminwunsch an die schleswig-holsteinische Landespolitik und MInisterpräsident Daniel Günther herangetreten, wie Vorstandsmitglied Martin Turowski (Burgtheater Ratzeburg) schildert. Wunsch sei eine Öffnung zum 10. Juni, im Prinzip unter den Voraussetzungen, wie sie ab 15. Mai im Rahmen des dortigen Modellprojektes für das CineStar Stadthalle in Lübeck gelten werden. Eine wesentliche Ausnahme: Der Kinoverbund will parallel zum Neustart im Juni auch den Kauf an der Abendkasse ermöglichen, in Lübeck sind Tickets vorab zu erwerben.

Oberstes Credo des Vorschlages: Eine sinnvolle Öffnung der Kinos sei nur mit Maskenfreiheit am Sitzplatz mit Snacks und Getränken möglich. Wichtig sei zudem ein mehrwöchiger Vorlauf zwischen der Bekanntgabe eines Termins und der tatsächlichen Wiedereröffnung, zumal man diese gemeinsam mit der FFHSH mit einer Kampagne begleiten wolle. Die Stufen wiederum sollen sich nach Vorstellung des Verbundes nicht ausschließlich an den Inzidenzen, sondern auch der Belegung der Intensivstationen und dem Impffortschritt orientieren. Konkrete Zahlen gibt man allerdings im Rahmen des Vorschlags nicht vor.

Während Stufe I sich also am Lübecker Modell orientiert und damit u.a. platzgenaue Nachverfolgung und maximal 50prozentige Auslastung vorsieht, sollen in Stufe II bereits 70 Prozent ermöglicht werden, bei vorstellungsgenauer Nachverfolgung. Zugang zu einer Vorstellung erhielten aber auch hier nur vollständig Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete. Dieses Erfordernis würde erst in Stufe III wegfallen, die dann einen regulären Betrieb ohne Einschränkungen vorsieht.

Laut Turowksi sei das Konzept grundsätzlich positiv aufgenommen worden. Zwar präferiere die Politik kurzfristigere Entscheidungen, allerdings sei das Argument der Notwendigkeit von Planungssicherheit gehört worden. Konkrete Beratungen über mögliche Öffnungsschritte Anfang Juni stünden demnach schon in den kommenden Tagen zu erwarten. Das Ergebnis sei zwar noch offen, allerdings gehe man davon aus, mit dem 10. Juni einen "absolut realistischen Wunsch" formuliert zu haben.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 51 laut RKI weist Schleswig-Holstein derzeit das mit Abstand niedrigste Infektionsgeschehen in Deutschland auf, der Bundesdurchschnitt lag gestern unverändert bei 119.