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Serien triumphieren beim Grimme-Preis

Mit der Vergeltungsgeschichte "Wir wären andere Menschen" war lediglich ein Fernsehfilm in der Fiction-Kategorie erfolgreich. Auch DIE deutsche Serie des vergangenen Jahres ging erwartungsgemäß nicht leer aus.

11.05.2021 11:03 • von Frank Heine
Grimme-Preisträger Matthias Brandt in "Wir wären andere Menschen" (Bild: ZDF)

Die Würfel sind gefallen und die diesjährigen Grimme-Preise vergeben. 16 an der Zahl, verteilt auf die Kategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung und Kinder & Jugend. Bei den fiktionalen Programmen kam es zum erwarteten Favoritensieg: Unorthodox" macht nach International Emmy und Deutschem Fernsehpreis das Triple perfekt und avanciert endgültig zur erfolgreichsten deutschen Serie des vergangenen Jahres. Neben dem Netflix-Original kamen drei weitere Serienproduktionen zu Grimme-Ehren. Die deutsch-französische Koproduktion Parlement", wodurch One als gemeinsamer Auftraggeber mit dem WDR Grimme-Premiere feiert. Zudem durfte sich die ARD über einen Preis für die Degeto-Miniserie Für immer Sommer 90" freuen. Darin spiegelte sich - in der deutschen Fiction die große Ausnahme - die Corona-Pandemie wider, wie auch in der ausgezeichneten ZDF-Instant-Serie "Drinnen - Im Internet sind alle gleich", die erst durch Corona möglich wurde. Als einziger Fernsehfilm komplettiert das gleichsam gewaltige wie gewaltvolle ZDF-Drama Wir wären andere Menschen" von Jan Bonny, Friedrich Ani und Ina Jung das prämierte Fiction-Quintett.

Zwei weitere Fiction-Programme waren in der Kinder & Jugend-Kategorie siegreich: Schauspielerin Mina-Giselle Rüffer wird für ihre Darstellung der Figur Nora in der fünften Staffel der funk-Serie "Druck" mit einem Spezial-Preis ausgezeichnet. Der Nachwuchsfilm ist auch in diesem Jahr durch den Kurzfilm "Masel Tov Cocktail" (Filmakademie Baden-Württemberg für SWR / ARTE) vertreten. Dritter im Bunde ist bei den Kinderproduktionen der WDR-Klassiker Die Sendung mit dem Elefanten" mit der Folge "Wir kriegen ein Baby".

In der Kategorie Unterhaltung spielte wie bei diversen anderen Preisverleihungen zuvor der Faktor "Haltung zeigen" eine entscheidende Rolle. Durchsetzen konnten sich "Die Carolin Kebekus Show" - neben "Drinnen" die zweite Auszeichnung für die "Grimmer-Ritter" von btf, einmal im Verbund mit eitelsonnenschein, hier mit UnterhaltungsFlotte -, "15 Minuten Joko & Klaas - Männerwelten" - die zweite Auszeichnung für Florida neben "Für immer Sommer 90" - und Sebastian Pufpaffs "Noch nicht Schicht".

Die fünf Auszeichnungen im Bereich Information gingen an die bereits vielfach prämierte Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim für das funk-Format "maiLab" und "Quarks -Corona in 5 Minuten", an Andreas Christoph Schmidts Dokumentarfilm "Vernichtet - Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust", "Loveparade - Die Verhandlung" von Antje Boehmert und Dominik Wessely, Luzia Schmids "Der Ast, auf dem ich sitze" und Isabel Schayani, die einen Spezial-Preis für ihre Berichterstattung im Beitrag über das Flüchtlingslager in Moria aus der WDR-Reihe "Die Story".

Alle Preisträger in der Übersicht

WETTBEWERB FIKTION

Lutz Heineking jr (Regie)

Philipp Käßbohrer (Creator)

Julian Schleef stellv. für das Team (Postproduktion)

Lavinia Wilson (Darstellung)

für "Drinnen - Im Internet sind alle gleich" (btf / eitelsonnenschein für ZDF - Das kleine Fernsehspiel / Quantum und ZDFneo)

Lars Jessen (Buch/Regie)

Jan Georg Schütte (Buch/Regie)

Charly Hübner (Buch/Darstellung)

für "Für immer Sommer 90" (Florida Film für ARD Degeto)

Noé Debré (Buch)

Daran Johnson (Buch)

Émelie Noblet (Regie)

Jérémie Sein (Regie)

für "Parlament" (Cinétévé / Artémis Productions / Cinecentrum für One/WDR)

Deborah Feldman (Buch)

Alexa Karolinski (Buch)

Anna Winger (Buch)

Maria Schrader (Regie)

Shira Haas (Darstellung)

für "Unorthodox" (Studio Airlift / Real Film Berlin für Netflix)

Friedrich Ani (Buch)

Ina Jung (Buch)

Jan Bonny (Regie)

Matthias Brandt (stellv. für das Ensemble)

für "Wir wären andere Menschen" (Akzente Film für ZDF)

WETTBEWERB INFORMATION & KULTUR

Luzia Schmid (Buch/Regie)

für "Der Ast, auf dem ich sitze" (Bildersturm Filmproduktion für ZDF / 3sat)

Antje Boehmert (Buch/Produktion)

Dominik Wessely (Regie)

für "Loveparade - Die Verhandlung" (Docdays Productions / Arpa Films für WDR / ARTE)

Andreas Christoph Schmidt (Buch/Regie/Schnitt)

für "Vernichtet - Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust" (Schmidt & Paetzel Fernsehfilme für RBB / HR / NDR)

Grimme - Preis Spezial

an Isabel Schayani für ihre Interaktions- und Vermittlungsleistung im Rahmen ihrer kompetenten, empathischen und singulären Berichterstattung aus Moria (WDR)

Grimme - Preis für die Besondere Journalistische Leistung

An Mai Thi Nguyen-Kim für ihre sowohl wissenschaftlich hochkompetente als auch breitenwirksame Informationsvermittlung zum Thema Corona in ihrem funk-Format "maiLab" (funk/SWR) sowie bei ihren Moderationen von "Quarks - Corona in 5 Minuten" (WDR)

WETTBEWERB UNTERHALTUNG

Thomas Martiens (Idee/Buch)

Thomas Schmitt (Idee/Buch)

Claudia Schölzel (Idee/Buch)

Sophie Passmann (Moderation/Idee/Buch)

für "15 Minuten Joko & Klaas - Männerwelten" (Florida Entertainment für Pro7)

Claudius Pläging (Buch)

Carolin Kebekus (Moderation/Produktion)

für "Die Carolin Kebekus Show" (btf / UnterhaltungsFlotte TV für WDR)

Sebastian Pufpaff (Buch/Moderation)

Für "Noch nicht Schicht" (Agentur ZweiR für ZDF/3sat)

WETTBEWERB KINDER & JUGEND

Markus Tomsche (Buch/Kamera/Regie Einspieler)

für "Die Sendung mit dem Elefanten - Wir kriegen ein Baby" (WDR / CMTZ / Flachbild Filmproduktion für WDR)

Arkadij Khaet (Buch/Regie)

Merle Teresa Kirchhoff (Buch)

Mickey Paatzsch (Regie)

Alexander Wertmann (Darstellung)

Für "Masel Tov Cocktail" (Filmakademie Baden-Württemberg für SWR/ARTE)

Mina-Giselle Rüffer (Darstellung)

für "Druck, Staffel 5" (Bantry Bay Productions für funk / ZDF)

PUBLIKUMSPREIS der Marler Gruppe

Claire Billet (Buch)

Lucio Mollica (Buch/Producer)

Mayte Carrasco (Buch/Regie)

Marcel Mettelsiefen (Buch/Regie/Kamera)

für "Afghanistan. Das verwundete Land" (LOOKSfilm für NDR/ARTE)

BESONDERE EHRUNG des Deutschen Volkhochschul-Verbandes

an Caren Miosga