Kino

"Cinema-Family-Group" sucht Einigung zu Kinofenstern

Cineplex, Kinopolis, die Filmpalast-Gruppe und die Astor-Gruppe haben sich zu einer Verhandlungsgruppe zusammengeschlossen die die Interessen der vier familiengeführten Kinounternehmen vor dem Hintergrund angekündigter Fensterverkürzungen vertreten soll. Zu Zugeständnissen sei man grundsätzlich bereit, allerdings dürften diese "nicht einseitig diktiert" werden.

11.05.2021 10:08 • von Marc Mensch
Gregory Theile, Michael Pawlowski, Kim Ludolf Koch und Hans-Joachim Flebbe vertreten die Interessen der Cinema-Family-Group (Bild: Silke Kammann)

Im "partnerschaftlichen Dialog mit den Verleihunternehmen gemeinsame Festlegungen zu treffen, wie ein Auswertungsfenster für nicht in Deutschland geförderte Filme ausgestaltet sein muss, um den Interessen aller Branchenteilnehmer gerecht zu werden", ist Ziel der "Cinema-Family-Group". Der Zusammenschluss der vier familiengeführten Kinounternehmen Cineplex, Kinopolis, der Filmpalast-Gruppe der Familie Kieft sowie der Astor-Gruppe von Hans-Joachim Flebbe, über dessen Partnerschaft mit der Familie Lochmann auch deren Kinos in Süddeutschland repräsentiert werden, soll die gemeinsamen Interessen der darin verbundenen Kinogruppen vor dem Hintergrund der angekündigten Verkürzung von Auswertungsfenstern auch in Deutschland vertreten.

Angestrebt ist eine Einigung darüber, unter welchen Voraussetzungen Filme auch bei einer Verkürzung des exklusiven Auswertungsfensters zum Einsatz kommen können. Auf diesem Wege sollen laut einer gemeinsamen Pressemitteilung nicht nur die Verhandlungen vereinfacht und effizienter gestaltet werden, sondern "zugleich die Sicherheit geschaffen werden, dass Filme im Falle einer Einigung verlässlich auf mehr als 900 Leinwänden in Deutschland - die zusammen mehr als 25 Prozent der bundesdeutschen Kinobesucher auf sich vereinen - zum Einsatz kommen". Ein gemeinsamer Filmeinkauf sei indes explizit nicht vorgesehen.

Wie dies Kim Ludolf Koch bereits im März in einem Interview mit Blickpunkt: Film für Cineplex Deutschland skizziert hatte, sei man zu Zugeständnissen hinsichtlich der Verkürzung von Auswertungsfenstern bereit - insbesondere solchen, die aufgrund der Pandemie erforderlich würden. Allerdings halte man es im Sinne eines partnerschaftlichen Miteinanders "für unabdingbar", dass die neuen Einsatzbedingungen nicht einseitig diktiert würden, sondern im Rahmen von "fairen Verhandlungen auf Augenhöhe" vereinbart würden.

Dabei sei den am Zusammenschluss beteiligten Kinounternehmen ausdrücklich an einer kurzfristigen Einigung gelegen, um auf diesem Wege einen Beitrag "zu einem schnell wieder anlaufenden Kinomarkt" zu leisten. Man setze damit auch ein klares Zeichen, dass man Verständnis für die Bedürfnisse deutscher und internationaler Produzenten habe.

Unabhängig von den eigenen Gesprächen mit Verleihunternehmen unterstütze die Gruppe ausdrücklich die Bemühungen der Kinoverbände, über eine Branchenvereinbarung "zu einer einheitlichen und für alle Marktteilnehmer verlässlichen Lösung zu kommen". Das neue Filmförderungsgesetz wird mit einer noch vom Bundestag zu verabschiedenden Änderung (wir berichteten exklusiv) den Boden dafür bereiten.

An entsprechenden Gesprächen werde sich die "Cinema Family Group" jedenfalls explizit beteiligen und in diesem Rahmen getroffene Regelungen auch umsetzen. Parallel zu solchen Bemühungen laufende eigene Verhandlungen seien indes erforderlich, um auch kurzfristig den Einsatz von Filmen mit verkürzten Auswertungsfenstern zu ermöglichen - denn es sei nicht davon auszugehen, dass sich eine branchenweite Vereinbarung bereits kurzfristig erzielen lasse.

Wie die beteiligten Unternehmen mitteilen, wurde der Zusammenschluss im Vorfeld einer wettbewerbsrechtlichen Prüfung unterzogen.