TV

RTL Group hat 2,72 Millionen Streamingdienst-Abonnenten

Das Wachstum im Streaming-Geschäft bleibt weiter eine der Erfolgsgeschichten im Quartalsbericht der RTL Group. Auch die Tochterfirma Fremantle hilft beim Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr insgesamt aber kleiner geworden ist.

06.05.2021 09:46 • von Michael Müller
Der CEO der RTL Group: Thomas Rabe (Bild: Bertelsmann)

Die RTL Group verzeichnet im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 1,404 Milliarden Euro. Verwunderlich ist das eigentlich nicht, da die Corona-Pandemie in Europa erst ab März des vergangenen Jahres durchschlug und bekanntlich bis heute anhält. Im Quartalsbericht des internationalen Unternehmens mit Sitz in Luxemburg ist als Hauptgrund aber ein schlechterer Wechselkurs beim Verkauf des kanadischen Online-Videounternehmens BroadbandTV und den Groupe-M6-Abteilungen Home Shopping Service und iGraal angegeben. Denn die RTL Group habe den niedrigeren Werbeumsatz in Deutschland und den Niederlanden durch mehr Umsatz bei Content, Streaming und Ad-Tech aufgefangen, heißt es. Organisch betrachtet, wenn also der veränderte Wechselkurs herausgerechnet wird, hätte es demnach sogar ein Wachstum um 3,9 Prozent gegeben.

Positive Nachrichten schreiben die beiden Streamingdienste der RTL Group. Ende März haben TVNow in Deutschland und Videoland in den Niederlanden zusammengenommen 2,72 Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten. Mit dem Vorjahr verglichen ist das ein Wachstum um 71 Prozent. Den Löwenanteil macht davon der deutsche Anbieter TVNow mit jetzt 1,718 Millionen zahlenden Kundinnen und Kunden aus. Wichtig bei diesem Wachstum, so betont die RTL Group, sei vor allem die strategische Partnerschaft mit der Deutschen Telekom gewesen, auf deren Plattform MagentaTV TVNow seit vergangenem November ohne Aufpreis für die Telekom-Kunden innerhalb ihrer Magenta-Pakete verfügbar ist.

Der RTL-Group-CEO Thomas Rabe kommentiert: "Unsere Streamingdienste TVNow und Videoland steigern ihr Wachstum und haben in den ersten drei Monaten des Jahres mehr als eine halbe Million neue Abonnenten gewonnen. Das zeigt, wie unsere Investitionen in Content, Marketing und Technologie - und unsere strategischen Partnerschaften - unseren Fortschritt vorantreiben, nationale Streaming-Champions zu schaffen."

Rabe lobt auch explizit die Arbeit des Produktionsstudios Fremantle. "Mit neuen High-End-Serien und einem breiten Portfolio an Unterhaltungsshows hat unser weltweites Content-Geschäft Fremantle einen starken Start in das Jahr", sagt er. Fremantle steigerte sich gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal beim Umsatz um 14,6 Prozent. Bei den Umsätzen im Streaming-Bereich ging es sogar um 40,5 Prozent nach oben. Zu den Highlights zählen die dritte Staffel "American Gods" und die Serie "Mosquito Coast".

"Getrieben von unserem Streaming- und Content-Production-Business stieg der Umsatz der RTL Group organisch betrachtet um fast vier Prozent im ersten Quartal - obwohl die Lockdown-Maßnahmen zu einem geringeren TV-Werbe-Umsatz führten. Wir sehen ein starkes Wachstum unserer TV-Werbe-Umsätze im zweiten Quartal", kündigt Rabe an. Er äußerte sich auch über Spekulationen von Verkäufen einzelner Unternehmenseinheiten. "Es gibt starke Gründe für eine Konsolidierung in der europäischen TV-Wirtschaft. Wir schauen uns im Hinblick auf unsere Aktionäre aktuell diese Optionen für unsere Rundfunkgeschäfte in Frankreich, Belgien und den Niederlanden an, um Werte zu schaffen", sagt Rabe, der im gleichen Atemzug aber auch klarstellt, dass es da zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Sicherheit in den Entscheidungen gebe.

Die RTL Group bestätigte mit dem Quartalsbericht seinen Ausblick auf das Gesamtjahr 2021, den sie bereits am 12. März veröffentlicht hatte. Das Unternehmen rechnet durch die immer besser in Fahrt kommenden Impfungen gegen Covid-19 und die dann immer größer werdenden Lockerungsmaßnahmen mit eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung. Die RTL Group erwartet einen geschätzten Umsatz von 6,2 Milliarden Euro und ein Adjusted EBITA von 975 Millionen Euro für das Jahr.