Kino

Bayern will erste Kinoöffnungen ab 10. Mai ermöglichen

Ministerpräsident Markus Söder hat einen groben Fahrplan für Lockerungen im Freistaat vorgestellt. Demnach sollen in Landkreisen bzw. Städten mit einer Inzidenz unter 100 unter anderem Kinos und Außengastronomie bereits ab 10. Mai öffnen können - allerdings nur für negativ Getestete.

03.05.2021 13:44 • von Marc Mensch
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Bild: IMAGO/Sven Simon)

Nach der heutigen Sitzung des CSU-Parteivorstandes hat sich Ministerpräsident Markus Söder unter anderem mit Ankündigungen zu Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Bayern vor die Presse gestellt. Obwohl Söder auf eine "lange Zielgerade" verwies, habe man die dritte Corona-Welle in eine "stabile Struktur" gebracht, sofern neue Mutationen die Situation nicht unerwartet verschlechtern sollten. Aktuell blicke man in Bayern auf eine grundsätzlich erfreuliche Entwicklung, mit einer tendenziell weiterhin sinkenden Inzidenz, aktuell liege man bei 145 und damit auf Platz 7 im Vergleich der Bundesländer. Die Zahl der Städte und Landkreise, die den kritischen Wert von 100 unterschritten, steige von Tag zu Tag, aktuell seien es bereits 17.

Wenngleich Vorsicht der oberste Maßstab bleiben müsse und es laut Söder weder gesetzlich möglich, noch inhaltlich richtig wäre, sich von der Notbremse zu verabschieden, wolle man auf die positive Entwicklung reagieren und bereits ab nächster Woche Öffnungen möglich machen. Die neue Corona-Verordnung, die ab 10. Mai gelten wird und die bereits morgen im Kabinett beschlossen werden dürfte, soll demnach vorsehen, dass dort, wo die Inzidenz "stabil unter 100 liegt" und entsprechende Hygienekonzepte vorgelegt werden, Öffnungen erlaubt werden. Konkret nannte Söder die Außengastronomie, Theater und Kinos.

Unklar sind die exakten Rahmenbedingungen. So sprach Söder für die Außengastronomie davon, dass Besucher (neben einer Terminvereinbarung) einen negativen Schnelltest nachweisen und bis zum Sitzplatz eine Maske tragen müssten, gleiches gelte auch für Kinos, die einschlägigen Hygienekonzepte "kenne man ja". Während die Testpflicht für einen Besuch von Außengastronomie oder Kino dem entspricht, was ursprünglich einmal als "vierter Lockerungsschritt" ab 22. März im Stufenplan der MPK von Anfang März festgehalten war, deuten Söders Aussagen darauf hin, dass man den Verzehr im Kinosaal zulassen wird - was beispielsweise im Rahmen des Tübinger Modellprojekts nicht möglich war. Hundertprozentig verlässlich ist diese Interpretation allerdings nicht, hier gilt es die Verordnung abzuwarten.

Zeitnah will Bayern zudem die Rechte von Genesenen und zweifach Geimpfte wieder herstellen, wobei die Regelungen zum Nachweis noch unklar sind, das Altöttinger Modell sei jedenfalls als bundesweite Blaupause denkbar. Konkret sei angestrebt Genesene und zweifach Geimpfte von Testpflichten oder Quarantäneregelungen freizustellen, auch sollten sie im Rahmen von Kontaktbeschränkungen nicht zur Anzahl der zulässigen Personen gezählt werden, auch die Ausgangssperren sollten für diese Gruppe nicht mehr gelten. Vorgeschrieben blieben aber Maskenpflicht und Abstandsregeln, wie sie auch für den Rest der Bevölkerung gelten würden, da man damit einem Restrisiko" begegne.

Söder setzt nicht zuletzt auf den sich beschleunigenden Impffortschritt, den man weiter befördern will, unter anderem mit einer Verkürzung der Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung und einer weiteren Loslösung von der starren Impfpriorisierung. Letzteres sei schon vor dem Hintergrund der Wiederherstellung von Grundrechten für Geimpfte geboten.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Monats sprach Söder dann - vorbehaltlich einer anhaltend positiven Entwicklung - von der Aussicht auf weitere Öffnungsschritte, insbesondere der Tourismus solle rechtzeitig zu Pfingsten (23. Mai) eine Perspektive erhalten.