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Schauspieler*innen polarisieren mit Aktion #allesdichtmachen

Mehr als 50 Schauspieler*innen haben unter dem Hashtag #allesdichtmachen in ironisch-satirischen Clips Statements zur Corona-Politik der Bundesregierung verbreitet - und damit heftige Proteste geerntet.

23.04.2021 09:08 • von Jochen Müller
allesdichtmachen (Bild: YouTube)

Auf der aktuell nicht mehr erreichbaren Website allesdichtmachen.de haben mehr als 50 namhafte Film- und Fernsehschauspielerinnen wie Ulrich Tukur, Jan Josef Liefers, Meret Becker, Ulrike Folkerts, Heike Makatsch, Richy Müller und Volker Bruch in ironisch-satirischen Clips Statements zur Coronapolitik der Bundesregierung veröffentlicht.

"Es hat geklingelt, ich mach nicht auf. Vielleicht ist es Lieferando oder Amazon, DHL - egal. Ich mach nicht auf. Weil ich Verantwortung übernehme für dieses Land", beginnt beispielsweise Heike Makatsch ihren Clip, der auf Youtube noch zu sehen ist und in dem Makatsch dazu auffordert, es ihr gleich zu tun und die Tür einfach nicht mehr zu öffnen.

Ulrich Tukur fordert in seinem Video die "erhabene Regierung" auf: "Schließen Sie ausnahmslos jede menschliche Wirkungsstätte und jeden Handelsplatz."

Während sich die Hashtags #allesdichtmachen, #niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer im Laufe des gestrigen Abends zu den am meisten bei Twitter verwendeten Hashtags in Deutschland entwickelten, gab es in den sozialen Medien sowohl Zustimmung, aber auch Ablehnung für diese Aktion.

Während der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der die Aktion als "großartig" bezeichnete und der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gar von einem "Meisterwerk" sprach, stieß die Aktion vor allem bei Schauspielkolleg*innen auf Ablehnung. "Mit Zynismus ist doch keinem geholfen", erklärte beispielsweise Elyas M'Barek und Moderator Tobias Schlegl erklärte via Twitter: "Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben."