Kino

ÖFI beschließt Richtlinien für "Gender Budgeting"

Der Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) hat mit deutlicher Mehrheit die Einführung einer Geschlechterquote in der Filmförderung des Bundes beschlossen. Das sogenannte "Gender Budgeting" soll ab 1. Juli als mehrstufige Zielvorgabe implementiert werden.

22.04.2021 12:01 • von Barbara Schuster
ÖFI-Direktor Roland Teichmann (Bild: Privat)

Der Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) hat mit deutlicher Mehrheit die Einführung einer Geschlechterquote in der Filmförderung des Bundes beschlossen. Das sogenannte "Gender Budgeting" soll ab 1. Juli als mehrstufige Zielvorgabe für alle Förderbereiche von der Entwicklung bis zur Herstellung implementiert werden. Die Gleichstellung von Männern und Frauen (50:50) bei der Vergabe von Fördermitteln soll dabei bis zum Jahr 2024 erreicht sein, wobei es sich um keine starre Quotenregelung handelt, vielmehr wird laut ÖFI mit einer "Einschleifregelung" und Schwankungstoleranz bei den Zielwerten ein sanfter Übergang zur neuen Förderpraxis gewährleistet. Ebenso ist eine laufende Evaluierung vorgesehen. Bei der Berechnung der Mittelverteilung soll bei allen eingereichten Projekten das Augenmerk auf die Stabstellen Produktion, Regie und Drehbuch gelegt werden.

ÖFI-Direktor Roland Teichmann erklärt: "Die vom Aufsichtsrat neu eingeführten Bestimmungen legen fest, dass die Basis der Förderentscheidungen nach wie vor die qualitative inhaltliche, künstlerische und wirtschaftliche Beurteilung der Projekte bildet. Die Zielvorgaben sind aber wichtig, um die Einreichquote von Projekten mit weiblicher Beteiligung in den Positionen Produktion, Drehbuch und Regie von derzeit rund 30 Prozent schrittweise und mit möglichen Schwankungsbreiten anzuheben. Dies trägt zur Steigerung der qualitativen Vielfalt des österreichischen Filmschaffens, vor und hinter der Kamera, bei." Die Österreichische Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer nennt den Beschluss des ÖFI einen "zukunftsweisenden Schritt" und ein "wichtiges kulturpolitisches Signal".