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Öffentlich-Rechtliche gründen europäisches Dokumentar-Netzwerk

Die ARD, das ZDF und Arte haben mit den Franzosen und Schweizern das Dokumentar- und Reportage-Projekt "The European Collection" gestartet. Ziel ist ein gemeinsames Programmangebot in den Mediatheken.

21.04.2021 12:08 • von Michael Müller
Das Logo der "European Collection" (Bild: ZDF/ARTE)

ARD, ZDF und Arte haben sich bei dem Projekt "The European Collection" mit France Télévisions auf der französischen Seite sowie der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR zusammengeschlossen. Dabei geht es erstmals um eine gemeinsame Programmauswahl in den jeweiligen Mediatheken. Das Ziel sei es, so vielen Menschen wie möglich eine übergreifende und europäische Perspektive auf Themen zu bieten.

Thematisch sollen sich die ausgewählten Dokumentations- und Reportage-Formate um gegenwärtige Herausforderungen für den Kontinent drehen, zum Beispiel den Zustand des Gesundheitssektors angesichts der Pandemie beleuchten, Umweltfragen behandeln oder sich mit der Situation von jungen Menschen in Europa befassen. Der gemeinsame Katalog wird in fünf Sprachen, nämlich Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Italienisch, angeboten. Bis auf die Mediathek Play Suisse ist er bereits in allen Mediatheken verfügbar. Die Schweizer sollen sehr bald folgen.

Aus medienpolitischer Sicht reihe sich "The European Collection" laut der Sendeanstalten ein in die Überlegungen, die auf deutsch-französischer Ebene durch den am 22. Januar 2019 unterzeichneten Vertrag von Aachen angestoßen wurden - dieser ruft in Artikel 9 zur Einrichtung einer digitalen deutsch-französischen Plattform auf."The European Collection" sei ebenso Teil des Projekts "Towards a European Public Sphere: Multilingual Programmes from across Europe", dessen Umsetzung in Partnerschaft mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) erfolgt. Unterstützt wird dieses Projekt durch eine europäische Kofinanzierung zur Förderung der Verbreitung audiovisueller Inhalte mittels Untertitelung in Europa.