Kino

VdF fordert Halbierung des Kinofensters im FFG

Im Vorfeld der morgigen Anhörung zur kleinen FFG-Novelle hat der VdF ein Positionspapier erstellt, das sich insbesondere den Sperrfristen widmet. Demnach soll das Fenster für geförderte Filme auf drei Monate festgesetzt werden - und das mit Wirkung ab dem dritten Quartal dieses Jahres. Die Beteiligung von Kinos an der Auswertung von Filmen, deren Erstaufführung aufgrund höherer Gewalt online stattfindet oder innerhalb der Sperrfristen online fortgesetzt wird, soll gestrichen werden.

20.04.2021 18:52 • von Marc Mensch
VdF-Geschäftsführer Johannes Klingsporn (Bild: VdF)

Während die Kinoverbände eine drohende Benachteiligung geförderter deutscher (Ko-)Produktionen durch kürzere Auswertungsfenster für internationale Produktionen als Hebel nutzen wollen, um allgemein gültige Branchenvereinbarungen nach französischem Vorbild auf den Weg zu bringen, sendet der VdF derzeit noch keine öffentlichen Signale aus, die diesbezüglich auf Gesprächsbereitschaft deuten würden. In einer Stellungnahme, die im Vorfeld der morgigen Anhörung zur kleinen FFG-Novelle im Ausschuss von Kultur und Medien erstellt wurde, spricht der Verband vielmehr davon, die "traditionelle Auswertungskaskade für Kinofilme" sei "bereits jetzt Geschichte".

Wobei man diese Aussage zwar insofern relativieren kann, als Studios wie Universal und Warner bereits mehrjährige Verträge mit Kinoketten geschlossen haben, die durchaus ein exklusives (wenngleich, zumindest bezogen auf die Mindestlänge, drastisch verkürztes) Kinofenster vorsehen. Allerdings gibt es Brancheninformationen zufolge auch Studios, die durchblicken ließen, über Fenster künftig ohne Rücksprache und individuell für jeden einzelnen Film entscheiden zu wollen - bis hin zur Day&Date-Auswertung. Und das womöglich über die Pandemie und die Erholungsphase der Kinowirtschaft hinaus.

Der VdF jedenfalls fordert, dem deutschen Kinofilm "vergleichbare Flexibilität" wie den internationalen Produktionen zu gewähren und das "Sperrfristenregime" deshalb kurzfristig anzupassen. Konkret soll das exklusive Kinofenster für FFA-geförderte Filme für den geplanten Geltungszeitraum des kommenden FFG (bis Ende 2023) auf drei Monate festgelegt werden - und das ab dem dritten Quartal 2021.

Bereits im Regierungsentwurf vorgesehen ist die praktisch bereits angewandte, nun aber auch im geplanten Gesetz verankerte Möglichkeit, die reguläre Erstaufführung im Kino in Fällen höherer Gewalt (wie einer Pandemie) durch eine Online-Auswertung zu ersetzen oder die begonnene Kinoauswertung innerhalb der Sperrfrist online fortzusetzen. Der VdF begrüßt diese Regelung, fordert jedoch die Voraussetzung der Beteiligung der Kinobranche an einer solchen Auswertung zu streichen. Hilfsweise solle die Beteiligung der Kinowirtschaft erst dann einsetzen, wenn der jeweilige Verleih sein Risikokapital erwirtschaftet habe.

Apropos Risikokapital: Noch fehlt es für Verleiher an einem Hilfsinstrument analog zum Ausfallfonds für Produktionen. Dass die entsprechende Forderung des VdF womöglich nicht über das FFG zu regeln sein wird, macht sie nicht weniger wichtig - gerade auch für die Kinos, denen ein solches Sicherheitsnetz für Verleiher verlässlichere Versorgung in unsicheren Zeiten gewähren würde. Zudem fordert der VdF zum wiederholten Mal, die Kinoabgabe künftig auf Centerebene zu regeln - und erneuert in diesem Zusammenhang den Vorwurf, dass Filme oftmals nicht auf den richtigen Leinwänden abgerechnet werden, es handele sich dabei "nicht nur um wenige Einzelfälle", wie der VdF ausführt.