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Amazon: Herr der Ausgaben

Dass die von Amazon Studios auf fünf Staffeln angelegte Fantasy-Realserie "Herr der Ringe" zu den teuersten ihrer Art zählen würde, wurde bereits mehrfach berichtet. Jetzt gab der neuseeländische Tourismusminister bemerkenswerte Zahlen bekannt.

19.04.2021 13:32 • von Jörg Rumbucher
- (Bild: Amazon)

Noch in diesem Jahr, vermutlich aber erst 2022, soll die erste "Herr der Ringe"-Staffel auf Amazon Prime veröffentlicht werden, nachdem Amazon 2017 die Rechte an Tolkiens Werk für geschätzte 250 Mio. Dollar erworben hatte, und die Dreharbeiten im Februar 2020 in Neuseeland begonnen hatten.

Neuseeländischen Medien zufolge investiert Amazon Studios in die erste Staffel allein 650 neuseeländische Dollar, was umgerechnet 465 Mio. US-Dollar entspricht. Die Medien berufen sich dabei auf Stuart Nash, Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Tourismus: "Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Amazon allein für die erste Staffel etwa 650 Mio. Dollar ausgeben wird. Das ist fantastisch, das ist es wirklich ... das wird die größte Fernsehserie sein, die jemals produziert wurde."

Darüber hinaus geht aus Dokumenten hervor, dass die Investitionen von Amazon in Neuseeland eine Steuerrückerstattung von 160 Mio. neuseeländischen Dollar (114 Mio. US-Dollar auslösen wird. So würden die fixierten Absichtserklärungen vorsehen, dass Amazons Investitionen mit 25 Prozent bezuschusst werden. Nash bestätigte die genaue Höhe der Subventionen für die erste "Lord of the Rings"-Staffel unter Hinweis auf Vertraulichkeit zwar nicht, doch seien es mehr als 100 Mio. NZD. Und fügte hinzu, dass Amazon in Relation nicht mehr Geld erhalte als andere Unternehmen, die entsprechende Auflagen erfüllen würden. Der Tourismusminister erwartet durch die Produktion der Serie eine Stärkung der Marke Neuseeland. Nicht nur würden durch die Serie Arbeitsplätze im Filmsektor gesichert, sondern auch der Tourismus nach Neuseeland belebt - sofern Reisen in das Land wieder möglich sein werden.

Unklar ist allerdings noch, ob weitere Staffeln ebenfalls in gleicher Höhe subventioniert werden. Fest stehe jedoch, so Nash, dass es eine neuseeländische Filmindustrie nur mit Hilfe staatlicher Subventionen geben könne.

Im März hatte Amazon bekannt gegeben, dass der britisch-chinesische Regisseur Wayne Che Yip wird die Produktion der Original Serie künftig als Regisseur und Co-Executive Producer unterstützen wird. Er soll bei insgesamt vier Episoden Regie führen. Wayne Che Yip knüpft damit an die Arbeit des spanischen Filmemachers Juan Antonio Bayona an, der die ersten beiden Folgen inszeniert.