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Uwe Schott: "Es war wirklich keine einfache Produktion"

Gleich zwei Unterbrechungen wegen Corona, dazu der Dreh in den Bergen: Die Produzenten Nils Dünker und Uwe Schott erzählen, wie sie unter herausfordernden Bedingungen die spektakuläre Abenteuer-Serie "Wild Republic" gestemmt bekamen, die heute auf MagentaTV startet.

15.04.2021 08:08 • von Michael Müller
Die beiden Produzenten Nils Dünker (l.) und Uwe Schott des Serienformats "Wild Republic" (Bild: Lailaps Pictures/Luis Zeno Kuhn, Christine Halina Schramm)

Gleich zwei Unterbrechungen wegen Corona, dazu der Dreh in den Bergen: Die Produzenten Nils Dünker (Lailaps Pictures) und Uwe Schott (X Filme) erzählen, wie sie unter herausfordernden Bedingungen die spektakuläre Abenteuer-Serie "Wild Republic" gestemmt bekamen. Das achtteilige Format startet am heutigen Donnerstag auf MagentaTV.

Die Idee für die Serie "Wild Republic" begann mit dem Buch "How to Start Your Own Country". Haben Sie es beide selbst gelesen?

NILS DÜNKER: Ja, das hatten wir damals aus dem antiquarischen Buchhandel. Wir waren fasziniert von dieser Micro-Nation-Bewegung in den 1960er-Jahren. Es war eher ein Spaß, sich da reinzulesen, wie man Siedler anlockt, sich selbst eine Verfassung gibt und in Nachbarstaaten Botschaften gründet. Es war also eher eine Initialzündung, um dem Gedanken nachzugehen, was wäre, wenn eine Gruppe von Misfits sich mutterseelenallein in den Alpen wiederfindet und sich selbst organisieren muss. "Herr der Fliegen" in den Alpen.

UWE SCHOTT: Wir von X Filme kamen auch etwas später über die Koproduzenten Eric Bouley und Christopher Sassenrath von handwritten Pictures hinzu, deren Firma inzwischen zu uns gehört, nachdem die ersten Drehbücher bereits da waren.

Wie entwickelte sich das Projekt?

NILS DÜNKER: Das Buch war der Ideengeber, aber die Serie basiert nicht darauf. Nein, unsere Grundidee war die Fragen danach, wenn man sich von allen Konventionen befreit und in der Wildnis wiederfindet: Was passiert dort mit den Menschen? Müssen die sich Regeln geben? Heißt es dann Anarchie oder jeder gegen jeden oder alle zusammen? Eric Bouley war unser damaliger Praktikant, der sich an der HFF in München bewarb. Da war eine Spielfilmidee gefragt, an der er das Projekt entlang entwickelte. Dann lag diese Projektidee aber auch erst einmal vier Jahre. Aber ich wusste gegen Ende seines Studiums, dass ich mir das Projekt nochmal gerne zur Brust nehmen wollte, weil ich die Prämisse mochte. Die Zeiten hatten sich dann allerdings geändert. Der Spielfilm hat es zuletzt zunehmend schwerer, weil wir uns mit zu vielen, gleichartigen Kinostarts auch gegenseitig kannibalisieren. Also planten wir das Ganze als Serie. Bei uns im Haus entstand das erste Serienkonzept für "Wild Republic". Das habe ich dann den Autoren Jan Martin Scharf, Arne Nolting und Klaus Wolfertstetter angeboten, die sehr positiv und interessiert auf meinen Pitch reagiert haben, und wir wurden uns einig, dass sie ein Serienkonzept, Outlines und nicht viel später das Pilotbuch schreiben wollten. Anfang März 2018 stellten wir in einer gut vorbereiteten Präsentation das Serienprojekt bei Telekom bzw. MagentaTV vor.

Die Erzählstruktur von "Wild Republic", bei der über Flashbacks die Hintergrundgeschichte der einzelnen Figuren aufgezeigt wird, könnte erfahrene Serienfans an die Mystery-Serie "Lost" erinnern.

NILS DÜNKER: Das ist eine Ähnlichkeit, wenngleich auch "Lost" kein Copyright auf das erzählerische Mittel der Flashbacks hat. Dass man grundsätzlich in Zeitebenen und urbane Milieus zurückspringt, ist bei "Wild Republic" ein spannendes Stilmittel, um die Bergwelt mit den jeweiligen Biografien zu verweben und ungeahnte Facetten der Persönlichkeit zu zeigen.

UWE SCHOTT: Worum es uns dabei ging, war, den Charakteren nahe zu kommen und zu erzählen, wo sie herkommen. Deswegen ist das erzählerische Mittel gewählt.

Junge Menschen, die in der Natur auf sich allein gestellt sind, ist ja überhaupt ein sehr beliebtes Sujet in der Filmgeschichte. Da gibt es den von Ihnen bereits erwähnten Klassiker "Herr der Fliegen", die brutale Variante mit "Battle Royale" und die Pop-Variante mit "Die Tribute von Panem". Was hat Sie spezifisch an dieser Idee hier gereizt?

NILS DÜNKER: Ich fand dieses Abenteuer-Element so selten erzählt. Das wilde Deutschland und die wilden, unzugänglichen Teile der Alpen waren in meinen Augen noch wenig gezeigt worden. Da passt dann das Adventure-Drama sehr gut dazu. Als reinen Thriller hätten wir es nicht erzählen können, weil uns dann die ganze Dynamik in der jungen Gesellschaft abhanden gekommen wäre, wenn diese ständig unter einer Bedrohung gestanden hätte. Es gehört natürlich zum Szenario dazu, dass das Fluchtmotiv in den Hintergrund rückt und sie sich selbst organisieren. Aber sie sind auch alle nicht für diese Situation geschaffen. Weder haben sie das Equipment noch die Fähigkeiten, um dort über Monate auszuharren. Das war das Spannende daran. Klar, hatten wir visuell auch Filme wie John Boormans "Beim Sterben ist jeder der erste" gesehen und uns davon inspirieren lassen.

UWE SCHOTT: Ich fand es auch spannend, wie schnell in der von den Jugendlichen erdachten Freiheit wieder auf gesellschaftliche Normen zurückgegriffen wird. Auch diejenigen, die schlechte Erfahrungen in der Gesellschaft gemacht haben, weil sie sich in der Bewertung ihrer Taten ungerecht behandelt fühlen und das alles hinter sich lassen wollen, kommen schnell auf diese gesellschaftlichen Konventionen und Gesetzmäßigkeiten zurück.

War es bereits eine Idee der ersten Drehbuchentwürfe, dass die Geschichte des Survival-Trips in den Südtiroler Alpen spielt?

NILS DÜNKER: Es gab sogar mal in der allerersten Drehbuchversion die Idee, die Geschichte in Kanada spielen zu lassen. Dort existiert sogar ein ähnliches Resozialisierungsprogramm wie bei uns in der Serie, das über viele Meilen am Yukon River entlang durchgeführt wird. Aber sehr schnell habe wir uns für die Alpen im Allgemeinen und Südtirol im Besonderen entschieden. Meine Familie hatte aber früher ein Haus auf der Plose bei Brixen, wo ich auch Teile meiner Jugend verbrachte. Mir war also Südtirol sehr vertraut. Es gibt auch fast keinen majestätischeren und entrückteren Teil der Alpen als die Dolomiten. Es gibt fantastische Szenerien in den bayerischen Alpen und Nordtirol, aber wirklich spektakulär wird es in den Dolomiten. Da kann man sich gut vorstellen, zumindest eine Weile verloren zu gehen.

War es deswegen auch eine besondere Herausforderung, dort zu drehen?

UWE SCHOTT: Grundsätzlich ist es natürlich schwierig in den Dolomiten zu drehen, wenn man Einsamkeit sucht. Man findet die tatsächlich dort, aber man muss dafür auf die Berge und in die Berge hinein. Das mussten wir dann auch, was eine echte Herausforderung war, mit einem großen Team diese Plätze zu finden, die letztlich in der Serie zu sehen sind. Mit bloßem Absperren ist es da eher schwierig. Es gibt da Skilifte, dieses und jenes. Das Equipment wurde entweder geschleppt oder mit dem Hubschrauber hingeflogen, aber keinesfalls konnte der LKW näher als drei oder vier Kilometer am Set parken. Das war nicht einfach, aber es hat funktioniert.

Umso besser muss es dann gewesen sein, dass sie das Innere der Höhle, in die sich die Jugendlichen vor der Polizei verstecken, im Studio aufbauen konnten?

UWE SCHOTT: Der Studiobau selbst hat sich ergeben, weil wir in einer bestehenden Höhle nicht hätten drehen können. Da passieren bei uns Dinge, die in einer kontrollierbaren Umgebung gestellt werden mussten. Uns war schnell klar, dass das gebaut werden musste. Es war ein großes, aufwendiges Set, was Claus Amler da hinzauberte. Nicht das größte für X Filme, da gab es auch noch andere Projekte. Aber es gab eben keine klare Struktur wie bei einem Haus oder einem Innenraum. Auch aufgrund der Statik war das eine riesige Aufgabe, die wir bei der MMC in Köln aufbauen und gestalten konnten.

Corona hat Sie mitten in den Dreharbeiten erwischt. Die Produktion musste für zwei Monate gestoppt werden. Wie schlimm fühlten Sie sich durch die Pandemie getroffen?

UWE SCHOTT: Der Plan war es, die Außendreharbeiten in Köln und Umgebung und den Studiobau in Köln zu machen, um dann gleich in Bayern und Südtirol weiterzudrehen. Wir mussten sogar zweimal unterbrechen. In Köln nach dem 24. Drehtag im Studio. Aber nach dem abgeschlossenen Studiodreh mussten wir wieder unterbrechen, weil wir nicht in die Berge konnten, da dort noch alles zu war und es auch unverantwortlich gewesen wäre, dort mit einem Gesamtteam hinzugehen. Nach sechs, sieben Wochen haben wir dann am letztmöglichen Tag entschieden, als es hieß, es geht wieder auf: Ok, dann gehen wir in die Berge. In Absprache mit dem FFF Bayern haben wir die bayerischen Drehtage gekippt, weil wir keine Reiseproduktion machen, sondern möglichst konzentriert an einem Ort arbeiten wollten. Das hatte zur Folge, dass wir nochmal einige Motive neu suchten, um eben nicht reisen zu müssen und um von nur zwei Standorten aus arbeiten zu können. Das war dann schon ganz schön eng und wurde auch wieder hinten heraus ganz schön eng, weil wir Ende September den ersten Schnee bekamen. Das waren eigentlich sechs bis sieben Wochen, bevor es dort ansonsten mit dem Schnee beginnt. Das war dann schwierig: Nicht nur wegen der Anschlussfehler, sondern weil wir durch den Schnee gar nicht mehr zu den nur fußläufig erreichbaren Motiven hinkamen. Es war wirklich keine einfache Produktion.

Gab es denn irgendwelche Möglichkeiten, die Drehstopps positiv zu nutzen?

UWE SCHOTT: Wir haben die Pausen vielleicht insofern genutzt, als dass wir weiter an den Drehbüchern arbeiteten, wir uns Gedanken über Motive machten und wir natürlich schon schneiden konnten. Da sahen wir zum Beispiel, was wir eventuell dann noch gebrauchen konnten. Aber anders wäre es uns lieber gewesen.

Es gibt bei diesem Serienprojekt mit der Deutschen Telekom und den öffentlich-rechtlichen Partner Arte, WDR, SWR und One verschiedene Auftraggeber. In wiefern nimmt man auf deren unterschiedliche Ansprüche als Produzent Rücksicht?

NILS DÜNKER: Der Anspruch und die Leidenschaft war bei all unseren Partnern gleich. Alle Lizenz- und Koproduktionspartner konnten sich früh unserer ursprünglichen Vision anschließen und hatten schlicht Lust auf eine qualitätsvolle High-End-Serie. Man ging nicht mit unterschiedlichen Ansprüchen heran. Alle waren sich relativ schnell einig. Wir haben uns vor allem darüber gefreut, wie sich alle Streaming- und Sendepartner auf das Genre und das junge Spielalter der Protagonisten eingelassen haben.

UWE SCHOTT: Wenn man solch ein Projekt macht, geht man mit einer Vision heran, die man auch den Partnern vermittelt. Die Voraussetzung ist es, dass alle Partner diese Vision teilen. Wir haben eine klare Idee. Selbstverständlich kommen dann auch die Partner und Kollegen und haben auch Ideen, und es gibt auch Diskussionen und Kontroversen. Die bringt man dann unter einen Hut, wenn man sie denn machen will. Wir haben das schon bei "Babylon Berlin" mit Sky und der Degeto praktiziert. Da waren wir, glaube ich, die ersten, die das zusammengebracht haben. Die haben keine andere Idee davon, denn sie steigen auf die Idee ein, die wir ihnen nahebringen.

Das Prunkstück der Serie ist sicherlich der ganz wundervolle Cast an Jungschauspielern, der sich in die Berge absetzt. Worauf haben Sie da als Produzenten geachtet?

NILS DÜNKER: Wir haben uns relativ früh für CMR Casting in Leipzig entschieden - Maria Rölcke und Cornelia Mareth. Wir hatten selbst diverse Besetzungsideen, aber die beiden lieferten uns dann auch sehr bald deren Vorschläge. Es gibt eine ganze Riege an tollen jungen Schauspielern, die wir natürlich kannten. Dann kamen aber noch sehr viel mehr Vorschläge von CMR, die zum Beispiel auch die Serie "Unorthodox" und "Deutschland 86" besetzt haben. Die Backstory der Figuren war uns zu diesem Zeitpunkt schon klar. Die Drehbücher waren in ihrer ersten Form alle fertig. Wir konnten uns also sehr gut auf unsere Figuren einstellen und auch darauf achten, dass sie sich gut voneinander abheben - visuell, aber auch im Spiel. Das Casting und die umfangreichen Probenwochenenden war dann aber auch fest in der Hand der Regisseure.

UWE SCHOTT: Das allerwichtigste war, die Schauspieler auch mal zusammen zu sehen. Wir packten die dann auch zusammen, um zu schauen, wie sie miteinander funktionierten und ob die Chemie innerhalb der Rollen stimmte. Es nützt nichts, wenn man acht, neun ganze wunderbare Schauspieler hat, aber sie können nicht miteinander. Das war an einem Wochenende-Bootcamp dann ganz schön zu sehen, wo die Regisseure mit denen probierten.

Wie sehen Sie denn das internationale Potenzial der Serie? Den internationalen Titel haben Sie schon.

NILS DÜNKER: Ich glaube sehr, dass das international funktionieren wird. Wir haben ein ziemlich universelles Thema, das gut verstanden wird. Der Production Value ist so enorm, dass man gut mit anderen Produktionen aus der ganzen Welt mithalten kann.

UWE SCHOTT: Davon bin ich auch fest überzeugt. Es gibt relativ viel Interesse. Man muss sich dann halt entscheiden, wie und an wen man es verkauft: Macht man jedes Land einzeln oder gibt es da draußen etwa einen Streamer, die das ganze Paket ohne den deutschsprachigen Raum übernehmen will.

Einerseits herrscht in der Produktion eine gewisse Goldgräberstimmung, weil mehr Player auf den Markt drängen und auch mehr Fiction nachgefragt wird. Andererseits sorgt die Corona-Pandemie für eine unsichere Gesamtsituation. Was überwiegt bei Ihnen aktuell: die Angst oder die Freude?

NILS DÜNKER: Corona ist hoffentlich endlich. Ich will jedenfalls an eine Zeit glauben, wo wir uns nicht mehr so sehr damit aufhalten müssen. Ob es in diesem Jahr schon die ersten Produktionen ohne Corona-Auflagen gibt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass wir als relativ kleine Produktionsfirma inzwischen in ganz anderen Genres und Budgetgrößen mehr entwickeln und anbieten können, als ich wir das in den vergangenen Jahren konnten. Ich bin eher positiv eingestellt, weil es aktuell mehr Spaß macht, weil mehr möglich ist. Das sind Genres oder Erzählweisen, da wusste man früher, dass die Angebotsphase schwierig wird und vielleicht wenig Interesse unter den fünf großen linearen Sendern bestanden hätte. Da kann man heute durchaus in diese Richtungen denken. Das macht meine Arbeit bunter und vielseitiger. Aber zu Corona habe ich noch nicht die endgültigen Worte. Ich kann nur hoffen, dass es nie wieder eine Produktion so hart erwischt wie "Wild Republic".

UWE SCHOTT: Wir entwickeln mit der gleichen Intensität und Freude für Fernsehen, Streamer und Kino wie bisher auch. Wir wurden im vergangenen Jahr wirklich richtig hart getroffen von der Corona-Pandemie. Wir hatten bei X Filme nicht nur "Wild Republic", sondern auch noch zwei andere Produktionen mitten im Dreh, die unterbrochen werden mussten. Unsere "Känguru-Chroniken" waren nach einer Woche aus den Kinos verschwunden, weil die Kinos schließen mussten. Das war kein einfaches Jahr für uns, aber das war es für niemanden. Es gibt einen größeren Markt für Content. Den versuchen wir, mit außergewöhnlichen Stoffen und weiterhin großer Freude zu bedienen. Wir drehen gerade wieder "Babylon Berlin" seit drei Wochen. Das ist natürlich komplizierter zu drehen. Ich klopfe auf Holz, aktuell funktioniert alles. Wir hadern natürlich mit den Kinofilmen, weil wir mit unserem Verleih nicht wissen, wann wir die Filme ins Kino bringen können und wann wir mit Kinofilmen wieder starten, um welche Release-Termine zu bekommen. Das staut sich alles. Vieles geht jetzt vorher on demand heraus, aber einiges auch nicht. Da liegt aktuell meine große Sorge: Was auf dem Kinomarkt passiert. In welcher zeitlichen Abfolge können wir damit rechnen, dass die Kinos wieder öffnen und dass der ganze Umbruch nicht so schnell geht, dass Kino noch gewollt ist, woran ich mit den richtigen Projekten sehr glaube.

"Babylon Berlin" erwähnten Sie schon. Woran arbeiten Sie beide sonst aktuell?

UWE SCHOTT: Genau, mit der vierten Staffel "Babylon Berlin" haben wir gerade begonnen. Ende April planen wir, einen zweiten "Känguru Chroniken"-Film mit Marc-Uwe Kling als Regisseur zu drehen. Ich freue mich sehr drauf. Es macht einen großen Spaß. Der Film wird ein Oberhammer, da bin ich mir jetzt schon sicher. Wir machen weiterhin noch eine zweite große Serie in diesem Jahr für Vox und die Mediengruppe RTL Deutschland. Aber wir haben viele Projekte, auch noch ein internationales. Da ist noch viel Produktionsvolumen in diesem Jahr zu stemmen. Aber das muss auch so sein.

NILS DÜNKER: Wir stellen gerade die romantische Komödie "Adios Buenos Aires" fertig, die der Regisseur German Kral gerade nach langer Corona Unterbrechung in Argentinien abdrehen konnte. Im Juni kommt voraussichtlich unser Spielfilm "Hannes" in die Kinos. Im Sommer beginnen wir für SWR und ORF die Dreharbeiten eines gleichsam psychologisch wie romantischen Dramas "Gesicht der Erinnerungen" mit Dominik Graf als Regisseur und der wunderbaren Verena Altenberger in der Hauptrolle. Gegen Ende des Jahres planen wir den vierten Teil zu unserer Ingo-Thiel-Krimi-Reihe mit Heino Ferch in der titelgebenden Hauptrolle. Zudem entwickeln wir einige Kinofilme und derzeit drei hochspannende Serienprojekte mit Streamingpartnern, wovon sich eines wieder für eine hybride Lizenzpartnerschaft aus Plattform und Free-TV-Partner anbietet.

Wie bewerten Sie Ihre gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Lailaps Pictures und X Filme bei "Wild Republic" abschließend?

NILS DÜNKER: In einer Kurzformel gesprochen: gerne wieder! Wir haben die Zusammenarbeit bewusst so gewählt, weil wir jemanden mit der Erfahrung und den Fähigkeiten für diese nicht unkomplexe Logistik und das angestrebte Production Value suchten. Als Fans von "Babylon Berlin" wussten wir auch, dass das mit den "Xern" schnell eine übereinstimmendes Verständnis für die Wertigkeit dieser Produktion entwickeln würden. Klar, würden wir wieder zusammenarbeiten.

UWE SCHOTT: Das kann ich nur bestätigen. Das waren Joint Forces. Warum sollte man so etwas Großes nicht zusammen machen. Wir machen viele Koproduktionen. An uns kann man sich auch als kleinere Produktionsfirma wenden. Wenn uns ein Projekt Spaß macht und wir die Kapazitäten haben, dann hauen wir da richtig rein.

Das Interview führte Michael Müller