Kino

UPDATE: Cineplex Baunatal öffnet am 15. April

Als erstes Multiplex der Republik wird das Haus der Betreiberfamilie Schäfer an einem Modellprojekt zu Öffnungen im Rahmen einer Teststrategie teilnehmen - allerdings zunächst nur mit einem Teil der Säle. Wirtschaftlich sei dies natürlich nicht, wie Wolfgang Schäfer erklärt - aber Ziel sei es nicht zuletzt, mit dem Gesundheitsamt verträgliche Rahmenbedingungen für eine reguläre Wiedereröffnung zu erarbeiten.

09.04.2021 20:32 • von Marc Mensch
Das Cineplex Baunatal (Bild: Volkan Basel/FTB Schäfer GmbH)

UPDATE: Das "Modellprojekt Baunatal" ist am heutigen 12. April plangemäß gestartet, nähere Informationen dazu finden Sie unter www.baunatal.de. Offen ist derzeit allerdings noch, ob die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes das Projekt noch torpedieren könnte, Niedersachsen hatte gestern bekannt gegeben, den Start von Modellversuchen bis zur Herstellung von Klarheit über die bundesweit einheitlichen Corona-Regeln zu verschieben. In diesem Bundesland soll es neben dem Welttheater Einbeck sowie dem Universum Filmtheater und dem Astor Filmtheater Brancheninformationen zufolge noch weitere Kinos gegeben haben, die sich an Modellprojekten beteiligen wollten - angeblich standen dabei je nach Kommune erheblich weniger restriktive Rahmenbedingungen als in Tübingen im Raum.

URSPRÜNGLICHE MELDUNG VOM 9. APRIL: Als Modellkommune wird die nordhessische Stadt Baunatal ab kommender Woche Lockerungen auf Basis massenhafter Tests erproben. Wie die Stadtführung heute mitteilte, werden bereits ab Montag (12. April) Geschäfte und Außengastronomie in einem vorab festgelegten Innenstadtbereich öffnen dürfen. Das ortsansässige Cineplex wiederum kann am 15. April an den Start gehen - und die Betreiberfamilie Schäfer wird von dieser Möglichkeit tatsächlich Gebrauch machen. Das 2015 mit sechs Sälen eröffnete und 2020 auf mittlerweile neun Säle erweiterte Cineplex Baunatal ist damit das erste Mulitplex Deutschlands, dass an einem derartigen Modellversuch teilnimmt - wenngleich zunächst nur mit drei oder vier seiner Auditorien.

Was Betreiber Wolfgang Schäfer umgehend klar stellt: Wirtschaftlich ist der Betrieb im Rahmen dieses Testes "natürlich nicht". Aber nicht nur, dass sich die Mitarbeiter*innen endlich mal wieder "austoben" könnten, geht es natürlich um ein wichtiges Ziel: Denn gemeinsam mit dem Gesundheitsamt will man im Rahmen des Projektes erarbeiten, dass Kinos nur noch einen statt zwei Kinosesseln zwischen Gästen mit Kontaktbeschränkungen freihalten müssen - um bei einer "regulären" Wiedereröffnung der Filmtheater in Hessen auf die ganz wesentliche Voraussetzung einer belegbaren Saalkapazität von wenigstens 50 Prozent kommen zu können.

Ein wesentlicher Unterschied zu den Modellprojekten in Tübingen: Laut Schäfer soll ein Verzehr im Saal möglich sein, das Gesundheitsamt sei diesbezüglich offen für "praktikable Lösungen", schließlich seien nur negativ getestete Mitarbeiter und Besucher im Kino zugelassen.

Ein Knackpunkt ist natürlich auch das Programm, das man im Rahmen des Tests anbieten kann. Dieses wird sich zwangsweise primär aus Filmen rekrutieren, die vor dem zweiten Lockdown gestartet waren, wobei Schäfer schon jetzt in Einzelvorstellungen drei Premieren von Filmen ankündigt, die ihren Bundesstart erst noch feiern werden. Worauf man achte, sei, keine Filme einzusetzen, die das Kinofenster nicht einhalten bzw. eingehalten haben.

Zumindest am ersten Wochenende des Modellprojekts wird ein Besuch im Cineplex Baunatal nur für Ortsansässige möglich sein, denn die Tagestickets, die nach negativem Test ausgehändigt werden, gehen zunächst nur an Einwohner von der Stadt.