Kino

Kürzeres Auswertungsfenster für Streamer und Pay-TV-Sender in Frankreich geplant

Streaming und Pay-TV-Unternehmen, die mindestens 75 Prozent ihres lokalen Umsatzes in Frankreich in heimische Produktionen stecken, sollen Filme bereits sechs Monate nach ihrem Kinostart zeigen dürfen.

08.04.2021 10:50 • von Jochen Müller
Für Streamingdienste wie Netflix könnte das Auswertungsfenster zum 1. Juli deutlich kürzer werden (Bild: Netflix)

Aktuell müssen Streamingdienste wie Netflix 36 Monate warten, bis sie in Frankreich aktuelle Kinofilme zeigen dürfen. Zum 1. Juli soll dieses Fenster erheblich gekürzt werden. Medienberichten zufolge haben die Branchenverbände Bureau de Liaison des Industries Cinématographiques (BLIC), Bureau de Liaison des Organisations du Cinéma (BLOC) und die Autoren- und Regisseursvereinigung ARP einen Vorschlag bei der Regierung in Paris eingereicht, der zum 1. Juli umgesetzt werden soll.

Demnach soll das Auswertungsfenster für Streamingdienste und Pay-TV-Unternehmen wie Canal Plus, die mindestens 75 Prozent ihres Jahresumsatzes in Frankreich in Filme investieren, die in den französischen Kinos gezeigt werden, auf sechs Monate verkürzt werden. Abhängig vom Investment in die Filme ist auch eine Verkürzung des Auswertungsfensters auf zwölf oder 15 Monate möglich.

Erst in diesem Jahr hatten Vertreter der Rundfunkbehörde (CSA) und Behördenvertreter Einigung über eine Vereinbarung erzielt, wonach Streamingdienste mindestens 20 Prozent in heimische Film- und TV-Produktionen investieren sollen und ihr Angebot zu mindestens 30 Prozent aus französischen Produktionen bestehen muss.