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RTL Group wächst vor allem im Streamingbereich

Die Geschäftszahlen der RTL Group für das Jahr 2020 liegen wegen Corona wenig überraschend unter den Werten von 2019. Wachstumstreiber sind die Streamingdienste TVNow in Deutschland und Videoland in den Niederlanden.

12.03.2021 09:38 • von Michael Müller
RTL-Group-CEO Thomas Rabe (Bild: Bertelsmann)

Die RTL Group hat im Corona-Jahr 2020 einen Umsatz von 6,017 Milliarden Euro gemacht. Zum Vergleich: 2019 lag der Umsatz bei 6,651 Milliarden Euro. Das Adjusted EBITA kommt auf 853 Millionen Euro, der Gewinn liegt bei 625 Millionen Euro. 2019 lag der noch bei 864 Millionen Euro. Die geplante Dividende pro Aktie sind drei Euro.

Besondere Lichtblicke in dem herausfordernden Jahr waren die wieder angezogen habenden TV-Werbe-Umsätze in der zweiten Jahreshälfte und das Wachstum im Streaming-Markt. Der deutsche Streamingdienst TVNow, der bald RTL+ heißen wird, und der niederländische Streamingdienst Videoland haben jetzt zusammen 2,19 Millionen zahlende Abonnent*innen. Das ist eine Steigerung gegenüber 2019 um 52 Prozent. Treiber ist da vor allem auch der deutsche Anbieter TVNow, der jetzt 1,286 Millionen zahlende Abonnent*innen hat und sich zum Vorjahr um 64 Prozent steigerte.

Der Umsatz beider Dienste lag 2020 bei 170 Millionen Euro, was einem Anstieg um 20,6 Prozent entspricht. Videoland führte in den Niederlanden im vergangenen Jahr ein neues Hybrid-Modell ein, bei dem Abonnent*innen im Basis-Preis weniger zahlen müssen und dafür auch Werbung sehen. Mittelfristig sollen beide Dienste zusammen fünf bis sieben Millionen Abonnent*innen erreichen und der Umsatz mindestens auf 500 Millionen Euro anwachsen. Die Ausgaben für Content sollen bis 2025 auf 350 Millionen Euro steigen.

Der RTL-Group-CEO Thomas Rabe kommentierte die jetzt bekannt gegebenen Zahlen: "2020 war ein Jahr von sowohl beispielsloser Herausforderung und bedeutenden Leistungen der RTL Group. Wir haben es geschafft, die richtige Balance zwischen Durchführungskosten und Cash-Flow-Gegenmaßnahmen zu finden, unsere Marktpositionen beizubehalten und in die Zukunft unserer Geschäfte zu investieren, insbesondere in die Streaming- und Werbe-Technologie. Das findet sich wieder in einem Nettogewinn von 625 Millionen Euro, einer Operation Cash Conversion Rate von mehr als 100 Prozent, die Übertrumpfung von unseren kommerziellen Wettbewerbern bei den Zuschauern und einer schnell wachsenden Anzahl von bezahlenden Abonnenten bei unseren Streamingdiensten."

Die RTL Group betont im Jahresbericht auch die eigene Stärkung des RTL-Group-Markenkerns: Die Mediengruppe RTL Deutschland dominiere auch dank der Ad Alliance den deutschen TV-Werbemarkt, dazu gab es die Verkäufe des digitalen Videonetzwerkes BroadbandTV und der Werbetech-Firma SpotX sowie die 100-prozentigen Übernahmen von RTL Belgium und Super RTL.