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REVIEW: "Der Prinz aus Zamunda 2"

Mit nur drei Jahrzehnten Verspätung kommt die Fangemeinde von Eddie Murphy doch noch in den Genuss einer Fortsetzung des Achtzigerjahre-Blockbusters "Der Prinz aus Zamunda". Wer damals Spaß hatte, kommt auch diesmal wieder auf seine Kosten. Lesen Sie hier unsere Besprechung.

05.03.2021 16:13 • von Thomas Schultze
In "Der Prinz aus Zamunda 2" schlüpfen Eddie Murphy (r.) und Arsenio Hall wieder in ihre ikonischen Rollen (Bild: Prime Video)

Mit nur drei Jahrzehnten Verspätung kommt die Fangemeinde von Eddie Murphy doch noch in den Genuss einer Fortsetzung des Achtzigerjahre-Blockbusters Der Prinz aus Zamunda". Wer damals Spaß hatte, kommt auch bei Der Prinz aus Zamunda 2" wieder auf seine Kosten. Lesen Sie hier unsere Besprechung.

Vor 33 Jahren war "Der Prinz aus Zamunda", inszeniert von John Landis, die letzte ganz große Hitkomödie der ersten Erfolgswelle von Eddie Murphy: Der Culture-Clash-Spaß über einen afrikanischen Prinzen auf Brautschau im Land der unbegrenzten Möglichkeiten war filmisch kein großer Wurf, Murphy längst nicht mehr so hungrig und rotzfrech wie in seinen ganz frühen Hits (Nur 48 Stunden", Beverly Hills Cop"), kam aber nicht zuletzt beim deutschen Publikum ganz groß an mit knapp vier Mio. Kinobesuchern, die sich erfreuten an dem infantilen Schwank. Das späte Sequel, das nun bei Prime Video zu sehen ist, nachdem Paramount den Film aufgrund der anhaltenden Coronapandemie aus seinem Kinoprogramm gestrichen und an den Streamer verkauft hatte, ist aber auch eine Fortsetzung der anderen Art, markiert "Der König aus Zamunda" doch die zweite Zusammenarbeit in Folge von Murphy mit Regisseur Craig Brewer, der dem Komödianten mit "My Name Is Dolemite" vor zwei Jahren ein zweites (oder gar schon drittes?) Comeback beschert hatte.

Man würde sich wünschen, die beiden hätten auch den respektlosen und frechen Ton ihres ersten gemeinsamen Films in die Wiederkehr des Prinzen von Zamunda gerettet. Tonal knüpft er doch eher ans Original an, als recht beschwingte Gagparade mit betontem Wakanda-Touch, der man ein paar mehr zündende Pointen gewünscht hätte. Gleichwohl kann man schon seinen Spaß daran haben, an Murphy und seinem Sidekick Arsenio Hall dabei zuzusehen, wie sie sich ihre ikonischen Rollen von einst wieder zu eigen machen bei ihrem erneuten Abstecher nach Queens, wo sie nach dem unehelichen Sohn von Akeem suchen. Sie lassen die Gelegenheit dabei nicht ungenutzt, mit freundlicher Hilfe der Makeup-Abteilung wieder Cameoauftritte im eigenen Film zu haben. Der Culture-Clash findet diesmal allerdings in Zamunda selbst statt, wo der New Yorker "Bastardsohn" Lavelle, gespielt von dem aufstrebenden Comedian Jermaine Fowler, der tatsächlich 44 Tage vor dem US-Start von "Der Prinz aus Zamunda 2" auf die Welt kam, auf seine Rolle als künftiger Monarch vorbereitet werden soll und eine folgenschwere Liebesentscheidung treffen muss.

Die Stimmung ist entspannt und ausgelassen, der Film gleicht einer großen Party. Es gibt ein paar Rückblicke auf das Original, Verweise auf afroamerikanische Kultur von einst und heute. En Vogue treten auf, den großen James Earl Jones, schlanke 90 Jahre jung, kann man noch einmal sehen. Zu den Gaststars zählen Morgan Freeman, Tracy Morgan, Leslie Jones und, wie schon in "My Name Is Dolemite" Wesley Snipes, der sichtlich Spaß hat als durchgeknallter Warlord, der für das bisschen dramatische Spannung sorgt, die nötig ist, um den Film nach 110 Minuten über die Zielgerade zu bringen. Der hübscheste Gag verweist, kurz und augenzwinkernd, auf Die Glücksritter". Wenn's mal ein bisschen schlüpfrig wird, leistet der Film sogleich Abbitte mit ausgleichenden Botschaften zu Diversität und Inklusion. Selbst für ein paar allzu sexistische Zoten aus dem Original bittet man um Entschuldigung. In all dem bunten Treiben kommt zwischenzeitlich Eddie Murphy etwas abhanden, der als Akeen nicht viel mehr zu tun hat, als immer wieder einmal sein berühmtes Lächeln aufblitzen zu lassen. Was soll's? Allein dafür lohnt der Besuch bei Prime, wo man sich über den bislang größten Originalfilm im Line-up freuen kann.

Thomas Schultze