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Anklage gegen Dieter Wedel erhoben

Rund drei Jahre nach Beginn des Ermittlungsverfahrens hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen Dieter Wedel wegen des Verdachts der Vergewaltigung erhoben.

05.03.2021 11:56 • von Marc Mensch
Dieter Wedel (Bild: IMAGO/Hartenfelser)

Wie die Staatsanwaltschaft München I heute per Pressemitteilung bekanntgegeben hat, wurde gestern vor der 10. Strafkammer des Landgerichts München I Anklage gegen Dieter Wedel wegen des Verdachts der Vergewaltigung erhoben.

Der Schritt erfolgt rund drei Jahre nach Aufnahme entsprechender Ermittlungen, die durch einen Bericht im "Zeit Magazin" ausgelöst wurden. Entgegen der in dem Artikel geäußerten Ansicht war der Tatbestand, der sich zu einem nicht mehr genau bestimmbaren Zeitpunkt zwischen Juni und Oktober 1996 zugetragen haben soll, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft damals noch nicht verjährt.

Die erhebliche Dauer der Ermittlungen begründet die Staatsanwaltschaft damit, dass der nun zur Anklage gebrachte Sachverhalt bereits lange zurückliege. Dazu heißt es unter anderem:

"Zahlreiche Erkenntnisse, die im Laufe der Ermittlungen gewonnen wurden, zogen weitere Ermittlungsschritte nach sich, die zuvor nicht absehbar waren und deshalb nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt veranlasst werden konnten. Dies gilt insbesondere für die Aussagen zweier Zeuginnen sowie die detaillierte Einlassung des Beschuldigten im Dezember 2019 und das anschließend von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene aussagepsychologische Gutachten einer international anerkannten Fachpsychologin für Rechtspsychologie, welches im November 2020 fertiggestellt wurde."

Insgesamt führt die Anklage laut der Staatsanwaltschaft über 20 Zeuginnen und Zeugen (nicht der unmittelbaren Tat), die sachverständige Gutachterin sowie einige Urkunden und Augenscheinsobjekte, wie Kalender, als Beweismittel an.

Wedel soll laut Anklage eine Schauspielerin, die ihn in einem Luxushotel zu einem Vorstellungsgespräch aufgesucht hatte, lediglich mit einem Bademantel bekleidet empfangen haben. Zu dem, was dann geschehen sein soll, heißt es unter anderem: "Nach einer körperlichen Auseinandersetzung soll er die Geschädigte auf das Hotelzimmerbett geschleudert und den Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen haben, wobei die Geschädigte beschloss, aufgrund der erlittenen Schmerzen und aus Angst vor weiterer Gewaltanwendung durch den Angeschuldigten keinen Widerstand mehr zu leisten."