Kino

Wiedereröffnungsperspektiven: Eine Frage des "XX"

Im Vorfeld der morgigen Bund-Länder-Beratungen ist die Beschlussvorlage publik geworden. Demnach finden sich Kinos aktuell in einem vierten Öffnungsschritt wieder, der u.a. auch die Außengastronomie umfasst. Die entscheidende Unbekannte ist der Wert, für den aktuell noch ein "XX" als Platzhalter steht - und der für die Öffnung für Kunden mit tagesaktuellem Schnelltest gelten soll.

02.03.2021 16:57 • von Marc Mensch
Schnell- und Selbsttests sollen entscheidenden Einfluss auf die Wiedereröffnungsstrategie haben (Bild: imago images/Ralph Lueger)

Noch für März hatte die Bundeskanzlerin eine "intelligente Öffnungsstrategie" unter Einbeziehung von Tests angekündigt - und tatsächlich spiegelt die Beschlussvorlage für die morgigen Beratungen von Bund und Ländern diese klar wieder.

Denn auch wenn die entscheidenden Parameter (sprich: der konkrete Sieben-Tage-Inzidenzwert) noch offen sind, geht aus diesem Papier glasklar hervor: Personen, die einen tagesaktuellen Selbsttest oder Schnelltest vorlegen können, soll schneller wieder der Zugang zu aktuell noch geschlossenen Unternehmungen ermöglicht werden. Für Geimpfte ist dies in dem Blickpunkt: Film vorliegenden Papier tatsächlich noch nicht vorgesehen - was sich womöglich darüber erklärt, dass man die Frage der Übertragung des Virus durch Geimpfte noch nicht für ausreichend geklärt hält, trotz sehr ermutigender Erkenntnisse aus Israel.

Grundsätzlich jedenfalls sollen Kinos in einen vierten Öffnungsschritt fallen, für den wiederum grundsätzlich eine "stabile" Sieben-Tage-Inzidenz von 35 ausschlaggebend ist. Mit deren Erreichen soll zunächst ein dritter Öffnungsschritt beginnen, der u.a. Einzelhandel, Museen und Zoos umfasst. Bleibt der Wert weitere 14 Tage stabil (oder sinkt) soll der nächste Schritt zum Zug kommen, hier wären dann u.a. Kinos, Theater und die Außengastronomie berücksichtigt - selbstverständlich mit Restriktionen, die in dem Papier aber noch nicht näher definiert sind.

Kurz zum zweiten Öffnungsschritt (der erste umfasste primär die Friseure): Dieser soll quasi umgehend vollzogen werden und sieht die bundesweit einheitliche Behandlung von Buchhandlungen, Blumengeschäften und Gartenmärkten als "Einzelhandel des öffentlichen Bedarfs" mit umgehender Öffnungserlaubnis vor. Schon an dieser Stelle kommen die Tests zum Tragen - denn ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest soll auch die Inanspruchnahme bislang noch untersagter körpernaher Dienstleistungen sowie von Fahrschulen erlauben.

Und das ist die große Unbekannte im vierten Öffnungsschritt: Denn unter anderem Kinos sollen früher als nach der grundsätzlichen Regelung solchen Besuchern offen stehen, die besagten Test vorweisen können. Knackpunkt ist der Inzidenzwert, der als Schwelle für diese Ausnahmeregelung greift: An seiner Stelle steht noch ein dickes "XX".

Konsequenterweise ist dem Thema "Tests" in der Beschlussvorlage auch ein recht ausführlicher Abschnitt gewidmet, geht es doch nicht zuletzt um Verfügbarkeit und Kosten. Dazu heißt es in dem Dokument unter anderem:

"Für die nächsten Wochen und Monate wird es bei stabilem Infektionsgeschehen einen Vierklang geben aus Impfen, Testen, Kontaktnachvollziehung und Öffnungen.

Vor diesem Hintergrund vereinbaren die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder:

1. In den kommenden Wochen und Monaten, bis allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden konnte, stellen regelmäßige Corona-Tests einen wichtigen Baustein dar, um mehr Normalität und sichere Kontakte zu ermöglichen. Schnelltests sind inzwischen in großer Zahl verfügbar und das Testangebot auf dem Markt wird durch kostengünstige Selbsttests erweitert. Die nationale Teststrategie wird daher um folgende Maßnahmen ergänzt, die bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden sollen:

Für einen sicheren Schulbetrieb und eine sichere Kinderbetreuung stellen die Länder im Rahmen von Testkonzepten sicher, dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro Präsenzwoche das Angebot von mindestens kostenlosen Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis erhalten.

Die Unternehmen in Deutschland werden verpflichtet, ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens kostenlosen Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis zu machen.

Allen asymptomatischen Bürgerinnen und Bürgern wird pro Woche ein kostenloser Schnelltest einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis in einem von der jeweiligen Kommune betriebenen Testzentrum, bei von der jeweiligen Kommune beauftragten Dritten oder bei niedergelassenen Ärzten ermöglicht. Die Kosten übernimmt der Bund.

Bund und Länder weisen eindringlich darauf hin, dass ein positiver Schnell- oder Selbsttest eine sofortige Isolation und zwingend einen Bestätigungstest mittels PCR erfordert. Ein solcher PCR-Test kann kostenlos durchgeführt werden."