Kino

Hessen fördert Ersteinrichtung von VoD-Plattform für Kinos

Bis zu zehn hessische Programmkinos oder kommunale Häuser können Förderung für die Ersteinrichtung der VoD-Plattform "Cinemalovers" erhalten - die Antragsfrist läuft noch bis Ende des Monats.

23.02.2021 12:09 • von Marc Mensch
Unter anderem im Filmhaus Nürnberg ging "Cinemalovers" Ende 2020 ans Netz (Bild: Nikolas Schuppe)

Während die vom Bundesverband kommunale Filmarbeit und dem Hauptverband Cinephilie initiierte VoD-Plattform "Cinemalovers" in Berlin mittels einer Kooperation mit dem vom Medienboard geförderten "Indiekino Club" (wir berichteten) expandiert, bietet auch HessenFilm und Medien interessierten Programmkinos oder kommunalen Häusern die Chance, sich die Teilnahme an der Plattform fördern zu lassen. Für bis zu zehn Kinos werden demnach bis zu 95 Prozent der anfallenden Kosten des ersten Betriebsjahrs gefördert. Interessenten müssen sich allerdings sputen, denn wie der Hauptverband Cinephilie mitteilt, ist der Termin für Anträge, die über den Bundesverband kommunale Filmarbeit zu stellen sind, der 28. Februar.

Im Rahmen der Angebots erhalten teilnehmende Kinos im Abonnement eine von der filmwerte GmbH eingerichtete Plattform, die sie selbst kuratieren und bespielen können. Das Filmangebot lässt sich dabei sowohl mit vorab aufgezeichneten wie auch mit live gestreamten Rahmenveranstaltungen ergänzen.

Kern des Konzepts ist es, das Online-Publikum beim jeweiligen Kino zu belassen. "Wir verbinden die Streams mit dem physischen Kino-Ort, da nur die Kinos selbst die Online-Zugänge ihrem Publikum zur Verfügung stellen. Das findet so ein virtuelles Film-Angebot vor, das viel mit dem Kino vor Ort zu tun hat. Andererseits werden die Besucher*innen dadurch auch auf Filmangebote im analogen Kinosaal aufmerksam gemacht. Cinemalovers ist also für beide gedacht, für Streamer*innen und Kinoliebhaber*innen. Vorausgesetzt natürlich, die Kinos machen wieder auf. Cinemalovers bedeutet keine Konkurrenz für das Kino, sondern die Ausdehnung der Kompetenz der Kinos ins Digitale", erklärt dazu Projektkoordinator Jens Geiger.

Bislang nutzen das Filmhaus Nürnberg, die Kinemathek Karlsruhe, das Cine k Oldenburg, das Filmmuseum Potsdam, das Kino im Künstlerhaus Hannover und das Wolf Kino Berlin die Plattform. Neben den acht Häusern, mit denen der "Indiekino Club" an den Start geht, tritt im März das Künstlerhaus Hannover bei.