Kino

Sicherheitsempfinden der US-Kinogänger gestärkt

Im Vorfeld weiterer erwarteter Wiedereröffnungsschritte hat sich die Bereitschaft von US-Kinofans, vor die große Leinwand zurückzukehren, laut einer aktuellen Umfrage der National Research Group zuletzt von ihrem Wintertief erholt. Sich im Kino sicher zu fühlen, wird demnach allerdings auf absehbare Zeit noch von strikten Sicherheitsmaßnahmen abhängen.

22.02.2021 12:13 • von Marc Mensch
AMC plant aktuell mit einem Besucheruafkommen von zehn Prozent im ersten und 15 Prozent im zweiten Quartal - danach soll ein enormer Sprung erfolgen (Bild: imago images/Levine Roberts)

Auch wenn man dies in Anbetracht der derzeitigen (wenngleich lückenhaften) Meldungen aus dem US-Markt kaum glauben mag: Aber tatsächlich ist beinahe die Hälfte der Häuser in den USA und Kanada geöffnet, in einigen Bundesstaaten wie Utah, Mississippi und Arizona können mehr als drei Viertel der Kinos spielen, auch in Alabama und Georgia sind mehr als zwei Drittel der Spielstätten bereits wieder am Start. Tatsächlich spielen Kinos auch wieder in rund einem halben Dutzend Bezirke in Kalifornien, allerdings handelt es sich dabei um relativ dünn besiedelte Gegenden im Norden des Bundesstaates. Immerhin: Experten erwarten, dass Gouverneur Gavin Newsom dieser Tage weitere Öffnungsschritte verkünden wird. New York zeigt sich - wie schon im vergangenen Jahr - unterdessen erneut extrem restriktiv.

Wie bereits eingangs angedeutet, steht die Zahl der wiedereröffneten Kinos in keinem Verhältnis zu dem Anteil an Prä-Covid-Umsätzen, den diese bereits wieder zu generieren in der Lage sind. Bis Mitte Februar lag der US-Markt für 2021 Schätzungen zufolge um über 90 Prozent hinter den Zahlen des Vergleichszeitraums 2020 - und auch wenn man die jüngsten Winterstürme berücksichtigt, die teils ganze Bundesstaaten (wie Texas) lahm legten und damit nicht gerade geeignet waren, die Erholung in irgendeiner Form zu beschleunigen, kann man die Situation derzeit nur als absolut desolat bezeichnen.

Wenig hilfreich ist natürlich auch, dass die Bereitschaft der US-Kinogänger, vor die Leinwand zurückzukehren, während der vergangenen Monate auf neue Tiefststände gesunken war. Immerhin scheint sich die Situation an dieser Stelle nun zu bessern, auch wenn die jüngsten Zahlen, die sich nur leicht über dem Niveau aus dem Herbst bewegen, noch keinen allzu großen Anlass zur Freude geben.

Wie der US-Branchendienst "Deadline" berichtet, ergab die jüngste der regelmäßig von der National Reasearch Group durchgeführten Umfragen, dass sich aktuell knapp die Hälfte der befragten Kinogänger beim Gedanken wohl fühlt, wieder vor die Leinwand zurückzukehren. Dabei gibt es allerdings größere Diskrepanzen nach Geschlecht und Alter - während der Wert für junge Männer unter 25 bei 62 Prozent gelegen habe, waren es bei Frauen über 25 nur 40 Prozent. Eine erhebliche Rolle spielen dabei natürlich die Impfstoffe: Perspektivisch würden sich 82 Prozent der Befragten ausreichend sicher fühlen, sobald diese flächendeckend verfügbar seien - allerdings würde auch dann noch großer Wert auf Sicherheitsmaßnahmen gelegt, zu denen neben Mindestabständen auch das Tragen von Masken zählt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Zuversicht bei den verschiedenen Gruppen mit Werten um die 84 Prozent in etwa die Waage halten - Frauen über 25 mit lediglich 77 Prozent positiver Einschätzung den Schnitt aber insgesamt etwas drücken.

Als positives Zeichen werten Experten, dass 60 Prozent der Befragten zuletzt erklärten, dass sie davon ausgehen, innerhalb der kommenden drei Monate einen Film im Kino zu sehen, dieser Wert lag noch im Januar bei nur rund 50 Prozent.

Nun mögen das keine Werte sein, die schon für das zweite Quartal auf einen nennenswerten Erholungskurs schließen lassen - allerdings ginge dies beispielsweise mit Modellrechnungen des Marktführers AMC konform. Dieser hatte Ende Januar anlässlich der Bekanntgabe neuer Finanzströme erklärt, dass man unter den aktuellen finanziellen Vorzeichen für das komplette Jahr 2021 abgesichert sei, wenn die Besucherzahlen im ersten Quartal 2021 auf zehn Prozent des Aufkommens vor COVID-19 (herangezogen wurden die Zahlen für 2019), auf 15 Prozent im zweiten Quartal, auf 65 Prozent im dritten Quartal und auf ganze 90 Prozent im vierten Quartal stiegen.

Zu ergänzen bleibt natürlich, dass die grundsätzliche Bereitschaft des Publikums, vor die Leinwände zurückzukehren, nicht nur von weiteren Kinoöffnungen, sondern vor allem von entsprechend großen Starts flankiert werden müsste.