Produktion

Brett Ratner vor Regie-Comeback

In seiner ersten Regiearbeit seit "Hercules" im Jahr 2014 wird Brett Ratner ein Biopic über das Skandal-Popduo Milli Vanilli inszenieren. Proteste gegen das Ratners Regie-Comeback gibt es von der Anfang 2018 gegründeten Bewegung "Time`s Up".

22.02.2021 08:02 • von Jochen Müller
Brett Ratner steht vor seinem Regie-Comeback (Bild: Imago / ZUMA Wire)

Mit einem Projekt, das ihm schon lange am Herzen liegt, wird Brett Ratner seinen ersten Film seit "Hercules" im Jahr 2014 inszenieren. Wie "Deadline.com" berichtet, wird Ratner nach einem Drehbuch von Jeff Nathanson bei einem Biopic über das Popduo Milli Vanilli Regie führen.

Das aus Fab Morvan und Rob Pilatus bestehende Duo hatte 1990 einen Grammy als "Best New Artist" gewonnen bevor bekannt wurde, dass es keines seiner Lieder selbst gesungen, sondern lediglich die Lippen zum Gesang anderer bewegt hatte. Der Grammy wurde Milli Vanilli daraufhin aberkannt.

Mit seiner RatPac Entertainment wird Ratner das noch titellose Biopic zusammen mit Millennium Media auch produzieren; es soll auf dem am 1. März beginnenden virtuellen EFM präsentiert werden.

Nach von ihm stets bestrittenen Anschuldigungen von sieben Frauen, er habe sie sexuell belästigt, hatte Warner die langjährige Zusammenarbeit mit RatPac Entertainment im April 2018 beendet. Seitdem war es still um Ratner geworden.

Nach Bekanntwerden von Ratners Comeback-Plänen protestierte die Anfang 2018 gegründete Bewegung gegen die Diskriminierung von Frauen und sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt, Time's Up, gegen diese Pläne. In einer Stellungnahme erklärte Tina Tchen, Präsidentin und CEO der Time's Up Foundation: "Ratner hat das Leid, das er zugefügt hat, weder bisher zugegeben, noch sich dafür entschuldigt. Vielmehr hat er den Klageweg eingeschlagen, um zu versuchen, die Stimmen derer, die das überstanden haben, ruhig zu stellen - eine Taktik aus dem Drehbuch unserer Peiniger. Man kann nicht einfach ein paar Jahre lang verschwinden und dann wieder auftauchen und so tun, als ob nichts gewesen wäre. Wir haben und werden nicht vergessen. Und Millennium Media sollte das auch nicht tun. Es darf kein Comeback geben. #wewontforgetbrett."