TV

MDR setzt multimediale Schwerpunkte

Der MDR blickte im Rahmen einer digitalen PK auf das bevorstehende Programmjahr und möchte auf breiter Ebene digital wie linear Akzente setzen.

17.02.2021 17:42 • von Frank Heine
Jana Brandt, Klaus Brinkbäumer, Karola Wille und Ines Hoge-Lorenz auf der Programm-PK des MDR (Bild: MDR/Marco Prosch)

Auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Mitteldeutschen Rundfunks präsentierte Intendantin Karola Wille ihre neue "Mannschaft", bestehend aus Jana Brandt (Programmdirektorin in Halle), Ines Hoge-Lorenz (Direktorin im Landesfunkhaus in Sachsen-Anhalt) und Klaus Brinkbäumer (Programmdirektor in Leipzig). Die MDR-Intendantin kündigte den Ausbau von Dialogformaten, neuen, vielfältigen Erzählweisen und multimedialen Schwerpunkten an. Auf diese Weise wolle man der Ausdifferenzierung und Polarisierung in der Gesellschaft medial entgegenzuwirken. "Wir wollen für alle in der Gesellschaft vielfältige Angebote machen", so Karola Wille. Um noch stärker auf die Bedürfnisse und das Mediennutzungsverhalten der Jüngeren einzugehen, treibe der MDR daher konsequent den digitalen Transformationsprozess voran.

Diverse web-only-Formate zielen auf eine jüngere Zielgruppe. Dazu zählt eine für die Osterfeiertage als Schwerpunkt in der ARD-Mediathek geplante fünfteilige Reihe über Juri Gagarin und seinen Weltraumflug vor 60 Jahren mit dem Titel "Kosmonaut Nr. 1". Ebenfalls bewusst auf die Mediathek und ein netzaffines Publikum ausgerichtet ist der Vierteiler "Tod in der Ostsee" (4 x 25), der die Geschichte einer tragischen Flucht aus der DDR im Jahr 1979 erzählt. Unter dem Label "Mein Schwein pfeift" lanciert der MDR eine Serienoffensive, die ebenfalls ausschließlich für die Mediathek geplant ist. Dafür waren im vergangenen Jahr Produzentinnen und Produzenten aufgerufen, Vorschläge für Serien, die das Lebensgefühl in ländlichen Regionen einfangen, einzureichen. Drei Serien sollen realisiert werden.

Sowohl digital als am 28. April auch linear im Ersten soll "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution" sorgen, Der Eventfilm über eine Gruppe junger Menschen aus Leipzig im Jahr 1989 entstand nach Motiven des gleichnamigen Bestsellers von Peter Wensierski. Darüber hinaus stehen zwei Jubiläen im Fokus. "50 Jahre Polizeiruf 110" wird u.a. Ende Mai mit dem Film "An der Saale hellem Stande" und dem neuen Ermittlergespann Peter Kurth und Peter Schneider gefeiert. Das 75-jährige Jubiläum der DEFA wird einen großen Schwerpunkt in der Mediathek aber auch im seriellen Programm bilden. Mehr als 50 DEFA-Titel werden in einer Art Werkschau verfügbar sein.

Aus den vielfältigen Programmaktivitäten im dokumentarischen Bereich ragen das interaktive Online-Projekt "Die DNA des Ostens - Wie wir wurden was wir sind" und eine gleichnamige begleitende Doku heraus. Tausende Daten wurden ausgewertet, um die Prägungen der Menschen in Ostdeutschland nachvollziehen zu können. Dafür hat der Sender und den aktuellen Forschungsstand neu bewertet. Eine weitere MDR-Doku, "Stadt Land - Der große Graben", entstand für die ARD-Themenwoche über Stadt und Land im November. Unter dem Arbeitstitel "Den Osten verstehen ..." plant der MDR eine dokumentarische Serie, die die ostdeutsche Perspektive stärker in den gesamtdeutschen Kontext einbringen soll.