Kino

HessenFilm mit zusätzlicher Förderrunde

HessenFilm hatte im Januar eine zusätzliche Förderrunde anberaumt gehabt, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden.

17.02.2021 11:04 • von Jochen Müller
HessenFilm-Geschäftsführerin Anna Schoeppe (Bild: HessenFilm und Medien)

In einer zusätzlich im Januar angesetzten Förderrunde unterstützt HessenFilm zwei Projekte mit insgesamt 920.000 Euro. Geschäftsführerin Anna Schoeppe: "In herausfordernden Zeiten wie diesen möchten wir der Branche so viel Unterstützung geben, wie möglich. Daher haben wir im Januar eine zusätzliche Jury-Sitzung des Gremiums 1 einberufen. Das Ergebnis ist die Förderung zweier außergewöhnlicher Filme, die unsere Perspektive auf gesellschaftliche Machtverhältnisse lenken - im Frankfurt der 50er Jahre und im hier und jetzt."

570.000 Euro wurden Markus Erharts Debütfilm Danach die Freiheit" zugesprochen, den Pantaleon Films in Koproduktion mit Mäksmy Films realisieren wird. In dem im Jahre 1951 in Frankfurt am Main spielenden Drama nimmt der 27-jährige homosexuelle Matthias all seinen Mut zusammen und outet sich. Vor dem Hintergrund des Paragraf 175 StGB, der Homosexualität unter Strafe stellte, löste er damit eine Lawine aus, die ihn und sein Umfeld zu überrollen droht. Für die Hauptrollen in "Danach die Freiheit" sind Christian Friedel und Luise Heyer eingeplant.

In seiner zweiten Regiearbeit Hysteria", der von HessenFilm aktuell mit 350.000 Euro unterstützt wird, erzählt Mehmet Akif Büyükatalay die Geschichte der Regieassistentin Jana, die an einem Kunstprojekt über rassistisch motivierte Brandanschläge in Deutschland mitwirkt. Im Laufe der Zeit gerät das Team in eine Spirale aus Scham, Verdrängung und ideologisierter Hysterie, die soziale Abgründe und Vorurteile zwischen Milieus offenlegt. Produziert wird "Hysteria" von filmfaust, der Produktionsfirma von Mehmet Akif Büyükatalay und Claus Reichel.

"Uns erwarten zwei ambitionierte und künstlerisch wie inhaltlich anspruchsvolle Produktionen, die die hessische Filmlandschaft bereichern und uns zum Nachdenken über unsere eigenen Alltagsbeobachtungen bringen: Ihre Themen - Ausgrenzung, Diskriminierung und Vorurteile - sind leider auch abseits der Kinoleinwand noch immer präsent", sagt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn über die beiden geförderten Projekte.