Kino

"Einen Flickenteppich gilt es unbedingt zu vermeiden"

Der Kinoverbund Schleswig-Holstein hat sich in einem Brief an die Landesregierung erneut für ein bundesweit koordiniertes Vorgehen bei der Wiedereröffnung von Kinos stark gemacht. Zudem tritt man unter Verweis auf eine neue Studie der TU Berlin für wirtschaftlich tragbare Rahmenbedingungen ein.

16.02.2021 12:56 • von Marc Mensch
Der Kinoverbund Schleswig-Holstein war im Herbst 2020 aus der Taufe gehoben worden (Bild: Kinoverbund SH)

In einem Brief an Ministerpräsident Daniel Günther, Ministerin Karin Prien sowie die Abgeordneten des des Schleswig-Holsteinischen Landtages hat sich der Kinoverbund Schleswig-Holstein für ein länderübergreifend koordiniertes Vorgehen bei den Kinoöffnungen eingesetzt, wie es zuletzt auch in einem gemeinsamen Brief aller deutschen Kino- und Verleihverbände angemahnt wurde. Denn das Kinogeschäft sei abhängig von der Verleihern, die ihre Filme nur bei bundesweiten Öffnungen herausbrächten. "Einen Flickenteppich gilt es unbedingt zu vermeiden", heißt es in dem Schreiben.

Unter Verweis auf eine neue Studie der TU Berlin bekräftigt man zudem, dass Kinos dank ihrer Lüftungen und funktionierender Hygienekonzepte ein sicherer Ort seien. Tatsächlich zeige die Studie, dass ein KInobesuch ohne Maske so sicher sei wie ein Supermarkteinkauf mit Maske, zudem wäre durch die platzgenaue Personenregistrierung eine Nachverfolgung im Fall der Fälle "zielgenau möglich". Nach Auffassung des Kinoverbundes könne eine Wiedereröffnung der Kinos nur unter der Maßgabe geschehen, dass die Maske auf den Sitzplätzen abgenommen werden dürfe, anderenfalls wäre eine "Öffnung unwirtschaftlicher als die weitere Schließung". Bei den Abständen setzt man auf jeweils einen freien Sitz, die Belegung der Säle müsse dann inzidenzabhängig im Lauf des Sommers erhöht werden.

Nachdem Schleswig-Holstein unlängst einen Stufenplan veröffentlicht hatte, in dem die Gastronomie Kinos gegenüber bevorzugt wurde, rufen die Verfasser*innen des Briefes, der geschäftsführende Vorstand des Verbundes um Martin Turowski, Ralf Thomsen, Meike Peemöller und Dennis Jahnke, auch dazu auf, zu bedenken, dass eine zu späte Öffnung ein falsches Bild vermitteln könne, was die tatsächliche Sicherheit eines Kinobesuchs anbelange.