Kino

Filmemacher fordern faire und nachhaltige Bedingungen in Verhandlungen mit Streamern

Die Federation of European Screen Directors hat drei Kernprinzipien für die künftigen Rechteverhandlungen mit Streamingdiensten entwickelt.

16.02.2021 09:48 • von Jochen Müller
Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland ist Ehrenpräsidentin der Federation of European Screen Directors (FERA) (Bild: European Film Academy)

Im Rahmen der derzeitigen Umsetzung der EU-Direktiven zur Regulierung des Medienmarktes und zum Urheberrecht hat die Federation of European Screen Directors (FERA) sich für faire und nachhaltige Bedingungen in den Rechteverhandlungen mit Streamingdiensten stark gemacht. Dazu hat die Organisation, die nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 20.000 Regisseur*innen in Europa vertritt, drei Kernprinzipien aufgestellt.

Sie fordert von den Streamingdiensten die Vorlage von verifizierten Zugriffszahlen ein. Dies sei essenziell für alle an den Verhandlungen beteiligten Parteien, um den Wert der verhandelten Rechte bewerten und Vergütungsmodelle zu entwickeln.

Darüber hinaus müssten die Regisseur*innen, eine faire und angemessene Bezahlung für ihre Arbeit bekommen. Sie seien mehrheitlich freiberuflich beschäftigt und verfügen daher über keine Jobgarantien und soziale Vergünstigungen. Es gebe außerdem Phasen für Regisseur*innen wie die Entwicklung neuer Projekte oder Werbetouren für fertiggestellte Projekte, in denen sie ohne Einkommen seien.

Abschließend fordert die FERA die Definition fairer und verhältnismäßiger Vergütungsmodelle. Dabei sollen sowohl die weltweite Reichweite als auch die Abonnentenzahl bei der Bewertung der Rechte eine Rolle spielen. Darüber hinaus soll auch der wirtschaftliche Erfolg eines Projekts bei der Vergütung berücksichtigt werden.