Kino

Steffen Conrad: "Hier liegt auch eine Chance"

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Steffen Conrad, Referent Filmförderung/Filmcommission der Saarland Medien GmbH.

09.02.2021 15:23 • von Barbara Schuster

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Steffen Conrad, Referent Filmförderung/Filmcommission der Saarland Medien GmbH.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos in Anbetracht des anhaltenden Lockdowns?

Die lange Schließung setzt die Kinos unter immensen Druck, der durch die Unsicherheit eines sich ändernden Auswertungsmarktes noch verstärkt wird. Dieser Wandel des Marktes war zwar auch schon vor der Pandemie erkennbar, wird nun aber durch die Lockdownmaßnahmen beschleunigt und die Kinos sind gezwungen, schneller als erwartet zu reagieren. Für viele Kinobetreiber*innen bedeutet das die nun rasche Weiterentwicklung eines seit Jahrzehnten bewährten Geschäftsmodells. Vor diesem Hintergrund ist die Kinolandschaft nicht nur während des Lockdowns gefährdet, sondern auch darüber hinaus. Ohne weitere Unterstützung der öffentlichen Hand, die es den Kinos auch ermöglicht, in der Kürze der Zeit auf den sich veränderten Markt zu reagieren, droht ein Umbruch der Verwertungskaskade, nach dem Kinos lediglich ein ­Nischendasein fristen könnten.

Damit geht aber auch die Anpassung von eingefahrenen Verhaltensmustern einher - sollte es gelingen die Kinolandschaft unbeschadet durch die Pandemie zu bringen, liegt hier auch eine Chance, das Konzept Kino zukunftsfähig weiterzudenken und weiterzuentwickeln.

Kommt es durch den harten Lockdown zu signifikanten Produktionsausfällen? Mit welchen Folgen?

Trotz des Lockdowns konnten 2020 alle größeren Produktionen im fiktionalen Bereich unter der Auflage von Sicherheitsmaßnahmen im Saarland durchgeführt werden. Nun ist die saarländische Produktionslandschaft aber stark durch kleine Projekte geprägt, ­denen es i.d.R. nicht gelungen ist, die hohen Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen in ihr Budget zu integrieren, wes­wegen es zu vielfachen Verschiebungen kam. Dokumentarfilmer hatten bisher eher mit dem Ausfall von Produktions- und Recherchereisen zu kämpfen. Glücklicherweise sind die meisten Dokumentarfilme, die aktuell aus dem Saarland heraus entstehen, nicht so eng an zeitkritische Ereignisse gebunden, so dass die Projekte noch relativ einfach verschoben werden konnten. Mit dem andauernden Lockdown und der wachsenden Planungsunsicherheit laufen aber nun auch diese Projekte verstärkt Gefahr, letzten Endes doch zu scheitern.