Kino

Carl Bergengruen: "Es werden sehr viele Produktionen vorbereitet"

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Carl Bergengruen, Geschäftsführer MFG Baden-Württemberg.

09.02.2021 11:55 • von Barbara Schuster

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Carl Bergengruen, Geschäftsführer MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos in Anbetracht des anhaltenden Lockdowns?

Die momentane Lage der Kinos hierzulande ist wirklich sehr ernst angesichts von Umsatzeinbußen von 70 Prozent im letzten Jahr und der jetzt Monate dauernden Lockdown-Phase. Ob es alle Kinos durch die Krise schaffen, hängt nicht zuletzt von den öffentlichen Hilfen ab, und Baden-Württemberg tut hier viel.

Aber genauso wichtig ist, dass die Kinos in absehbarer Zeit wieder öffnen und trotz aller Hygienevorschriften genug Zuschauer einlassen können. Genauso wichtig ist, dass alle Kinos bundesweit zur selben Zeit aufmachen und dass diese Wiedereröffnung mit einem ausreichenden Vorlauf von mehreren Wochen angekündigt wird. Denn nur dann wird es von den Verleihern rechtzeitig und ausreichend attraktive Neustarts geben, die die Kinos so dringend brauchen. Langfristig hingegen bin ich weniger besorgt, zumindest um die Kinos, die es jetzt durch die Pandemie schaffen. Ich hoffe, das sind möglichst viele. Denn der Kinofilm hat in seiner über 100jährigen Geschichte schon viele Krisen überstanden. Wir werden, davon bin ich überzeugt, nach der Pandemie wieder in die Kinos strömen wie zuvor. Denn das Kinoerlebnis ist einfach nicht zu ersetzen.

Kommt es durch den harten Lockdown zu signifikanten Produktionsausfällen? Mit welchen Folgen?

Bei den Animations- und VFX-Produktionen gibt es keine solchen signifikanten Produktionsausfälle. Aber im Moment wird, obwohl das ja trotz Lockdown nicht verboten ist, in Baden-Württemberg kaum gedreht. Das hat viele Gründe: die kalte Jahreszeit, die hohen coronabedingten Ausfallrisiken und höheren Drehkosten sowie die durch die Schließung der Geschäfte bedingte erschwerte Drehvorbereitung. Letzteres betrifft nicht nur, aber vor allem die Bereiche Szenenbild und Kostüm. Trotzdem werden für die Zeit März bis Juni sehr viele Produktionen vorbereitet. Sollten die alle kommen, wird es schwer werden, die Teams zusammen zu bekommen.