Kino

Volker Kufahl: "Wert von Kino wird neu bestimmt"

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Volker Kufahl, Geschäftsführer Filmland MV.

09.02.2021 07:29 • von Barbara Schuster

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Volker Kufahl, Geschäftsführer Filmland Mecklenburg-Vorpommern.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos in Anbetracht des anhaltenden Lockdowns?

Ich sehe es wie Thierry Frémaux: "In their absence, film theaters have never been so present". Je länger der Lockdown dauert, desto größer wird der Hunger auf ein soziales und kulturelles Leben danach. Der Wert von Kultur und von Kino wird gerade neu bestimmt: Wir sehnen uns nach Geselligkeit, Anregung und Unterhaltung. Programmkinos werden die Krise gut überstehen, dank staatlicher Hilfen, der Solidarität unseres Publikums und unseres Bestehens auf Qualität. Denn ich bin sicher, dass - im grenzenlosen Netz der Angebote - der bewussten Auswahl guter Filme durch leidenschaftliche Kinomacher und Verleiher eine noch wichtigere Rolle zukommen wird als bisher. Die Rahmenbedingungen dafür setzt eine Politik, die Kinos und Verleihern mit Blick auf Abstands- und Hygieneregeln einen wirtschaftlichen Neustart ermöglicht und die Exklusivität des Film­erlebnisses im Kino durch den Schutz des Auswertungsfensters bewahrt.

Kommt es durch den harten Lockdown zu signifikanten Produktionsausfällen? Mit welchen Folgen?

Der Planungs- und Hygieneaufwand für Produktionen ist unter Pandemiebedingungen stark gestiegen, Cast und Crew werden verkleinert, um Ansteckungsrisiken zu minimieren. Sicher hat der Lockdown auch zu einem Rückgang von Dreharbeiten geführt, aber - zumindest in Mecklenburg-Vorpommern - nicht in signifikantem Umfang. Die Filmcommission MV verzeichnete für 2020 noch 283 Drehtage im Vergleich zu 308 im Jahr 2019: es wird also gedreht, was gedreht werden kann. Die Finanzierung von Stoffentwicklung und Produktion läuft im System der deutschen Filmförderung ebenfalls mit beträchtlichen Mitteln weiter. Und wenn ich auf die aktuellen Programme europäischer Filmfestivals schaue, mache ich mir weder hinsichtlich des Umfangs noch der Qualität akute Sorgen.