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Berlinale gibt Generation- und Retrospektive-Programm bekannt

Aus 17 verschiedenen Ländern kommen die 15 ausgewählten Filme in der Berlinale-Sektion Generation. Darunter sind auch acht Weltpremieren. Das komplette Programm der Retrospektive ist jetzt ebenso bekannt.

08.02.2021 13:54 • von Michael Müller
Kristine Kujath Thorp (l.) und Nader Khademi im norwegische Film "Ninjababy" (Bild: Motlys)

Acht Weltpremieren und sechs Debüts bietet das diesjährige Programm der Berlinale Generation mit 15 ausgewählten Filmen in den beiden Wettbewerben Kplus und 14plus. "Die Auswahl lässt in Spielfilmen, animierten und dokumentarischen Formen die Kraft der Imagination hochleben", heißt es am Montag vom Filmfestival.

"Alle 15 Filme aus der Generation-Auswahl sind eine Einladung, über das Offensichtliche, Dominante, Laute hinauszugehen und genauer hinzuschauen. Die Filme schaffen Raum und Zeit, sich auf die vielfältigen Welten einzulassen, in denen junge Menschen aufwachsen. Es sind oft die kleinen Dinge, die ihre Lebenswege beeinflussen. Die Filme bieten eine willkommene Pause vom Leben, wie wir es gerade kennen", sagt Sektionsleiterin Maryanne Redpath.

Filme aus 17 Ländern bilden die kulturelle und geographische Breite ab, die ebenfalls charakteristisch für Generation ist. Mit jeweils vier Beiträgen sind Produktionen aus dem asiatischen und skandinavischen Raum in diesem Jahr besonders stark vertreten. Auffällig viele der Generation-Filme seien von Frauen, hält das Festival fest. Der Anteil der Regisseurinnen liegt bei 60 Prozent, im Wettbewerb von Kplus sogar bei 75 Prozent.

Willensstarke Heldinnen geben in gleich sechs der insgesamt acht Filme des Wettbewerbs Generation Kplus den Ton an. Im koreanischen Debütfilm "Jong chak yeok" ("Bis ans Ende der Welt") des Regieduos Kwon Min-pyo und Seo Hansol machen sich vier Schulfreundinnen, ausgerüstet mit analogen Fotokameras, zum Ende der Welt auf, um dabei den Anfang von etwas Neuem zu entdecken.

Beherzt stürzt sich im deutsch-polnisch-luxemburgischen Kinderfilm "Mission Ulja Funk" Barbara Kronenbergs Heldin ins Abenteuer. Das Weltall fasziniert die junge Forscherin viel mehr als ihre skurrile russlanddeutsche Familie und deren Religionsgemeinschaft. Das Roadmovie ist aus der deutschen Initiative "Der besondere Kinderfilm" hervorgegangen.

Groß ist auch die Lebensnähe, die Fred Baillif und seine Protagonist*innen im gemeinsam entwickelten Schweizer Spielfilm "La Mif" ("The Fam") kreieren. Baillif inszeniert das Zusammenspiel von jungen Frauen, die in einem Jugendheim eine neue Familie auf Zeit und damit ein Gefühl der Sicherheit finden. Welche Fürsorgepflicht und Verantwortung die Gesellschaft gegenüber jungen Menschen übernimmt, wird dort tagtäglich neu verhandelt.

Eine internationale Jury wird im Rahmen des Berlinale Industry Events Anfang März die besten Beiträge prämieren. Die Gläsernen Bären der Kinder- und der Jugendjury werden im Rahmen des Berlinale Summer Special im Juni vergeben, wo auch die Preise der internationalen Jury überreicht werden.

Alle Filme der Retrospektive "No Angels - Mae West, Rosalind Russell & Carole Lombard" finden sich hier. Die folgenden Tage werden die weiteren Filme der verschiedenen Berlinale-Sektionen bekannt gegeben, bis zur Krönung am Donnerstag der Internationale Wettbewerb an der Reihe ist.

Alle Filme der Generation im Überblick:

Generation Kplus

"Beans" (Tracey Deer), Kanada

"Ensilumi" ("Erster Schnee", Hamy Ramezan), Finnland

"Han Nan Xia Ri" ("Sommerflirren", Han Shuai), Volksrepublik China

"Jong chak yeok" ("Bis ans Ende der Welt", Kwon Min-pyo, Seo Hansol), Republik Korea

"Last Days at Sea" ("Letzte Tage Am Meer", Venice Atienza), Philippinen / Taiwan

"Mission Ulja Funk" (Barbara Kronenberg), Deutschland / Luxemburg / Polen

"Nelly Rapp - Monster Agent" ("Nelly Rapp - Monsteragentin", Amanda Adolfsson), Schweden

"Una escuela en Cerro Hueso" ("Eine Schule in Cerro Hueso", Betania Cappato), Argentinien

Generation 14plus

"Cryptozoo" (Dash Shaw), USA

"Fighter" (Jéro Yun), Republik Korea

"From the Wild Sea" (Robin Petré), Dänemark

"La Mif" ("The Fam", Fred Baillif), Schweiz

"Ninjababy" (Yngvild Sve Flikke), Norwegen

"Stop-Zemlia" (Kateryna Gornostai), Ukraine

"Tabija" ("The White Fortress", Igor Drljaca), Kanada / Bosnien und Herzegowina