Produktion

Deutscher Thriller mit "Mandalorian"-Technik abgedreht

Als einer der ersten deutschen Filme setzt der Thriller "The Social Experiment" auf die zukunftsweisende "Virtual Production"-Technik, die aus "The Mandalorian" bekannt ist. Die Dreharbeiten sind jetzt abgeschlossen.

08.02.2021 12:00 • von Michael Müller
Am Set von "The Social Experiment" (Bild: Detlev Klockow)

Am 4. Februar fiel die letzte Klappe bei den Dreharbeiten zum Jugendthriller "The Social Experiment". Regisseur ist Debütant Pascal Schröder, der Absolvent der Hamburg Media School ist. Die 2020 neu gegründete Hamburger Produktionsfirma Gipfelstürmer Filmproduktion UG mit Produzent Andreas Schlieter produziert. Das Team setzte bei den Dreharbeiten auf die Vorteile eines Virtual Reality LED Studios, wie es in Hollywood gerade auch bei der Disney+-Erfolgsserie "The Mandalorian" verwendet wird.

In "The Social Experiment" geht es um Adrian und seine besten Freunde. Ein Gewinnspiel lockt die fünf in ein vermeintliches "Escape Room"-Abenteuer. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Verhaltensanalyse-Experiment. Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, weil der vermeintliche Escape Room von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert wird, die beginnt, die Teilnehmer gegeneinander auszuspielen und sie mit ihren tiefsten Ängsten zu konfrontieren. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.

Produzent Schlieter sagte zum Projekt: "Wir haben uns bei diesem Projekt gezielt für Virtual Production entschieden. Die beiden Drehbuchautoren Raffaela Kraus und Pascal Schröder haben die Handlung des Films von Anfang an auf die Vorteile eines Virtual Reality LED Studios geschrieben. Dementsprechend außergewöhnlich sind die Sets."

Die neue Technik nach dem Vorbild "The Mandalorian", bei der Greenscreen zum großen Teil durch LED-Technologie ersetzt wird, erlaubte es den Machern, innerhalb weniger Tage auf dem Mond, in der Wüste oder in einer Eislandschaft zu drehen. Die technische Infrastruktur lieferten als Partner PRG Deutschland und Cinegate Hamburg mit ihrer 90 Quadratmeter großen LED-Leinwand. Bespielt wurde das virtuelle Studio vom Hamburger "Holobay Kollektiv", das von Dan Weigl ins Leben gerufen wurde.

Für Kameramann Daniel Schua, ebenfalls Absolvent der Hamburg Media School, und Regisseur Schröder ist diese Technik eine echte Chance, Pionierarbeit für die deutsche Filmlandschaft zu leisten: "Gerade das Zusammenspiel zwischen Szenenbild, Licht, Unreal und VFX ist eine spannende Erfahrung gewesen, die einen völlig neuen Workflow benötigte. Nachdem Szenenbild und Licht das Set eingerichtet haben, konnte live vor Ort der Hintergrund, basierend auf der Game-Engine 'Unreal', angepasst werden." Für das reale Szenenbild war die Hamburger Szenenbildnerin Iris Trescher Lorenz verantwortlich.

Der Regisseur setzte bei den Schauspielern auf Newcomer. "Von Anfang an hatte ich diese jungen Schauspieler im Kopf, da ich sie schon seit längerer Zeit künstlerisch begleitet habe." Bereits während des Schreibprozesses hätten er und Autorin Raffaela Kraus gezielt die Charaktere den Schauspieler*innen auf den Leib geschrieben. Zentrale Themen der Handlung seien Freundschaft, Macht und die sozialen Medien. "Social Media und seine Auswirkungen sind aktueller denn je. Als Teil einer Generation die mit Social Media aufgewachsen ist, war es auch unser Ziel auf die Gefahren und Tücken der Medien einzugehen", sagten die beiden Drehbuchautor*innen.