Festival

Deutschlanddebüt für Japan Film Festival

Das Japan Film Festival findet vom 26. Februar bis 7. März erstmals auch in Deutschland statt und bietet in seiner Onlineausgabe mit 30 Titeln jüngeren und jüngsten Datums kostenlos einen Überblick über das vielfältige Filmschaffen des Landes.

05.02.2021 15:04 • von Heike Angermaier
"Can't Stop the Dancing" läuft beim JFF Plus: Online Festival (Bild: 2019 "Can't Stop the Dancing" Film Partners)

Das Japan Film Festival findet vom 26. Februar bis 7. März erstmals auch in Deutschland statt. Das von der dem Goethe Institut vergleichbaren Japan Foundation initiierte, zeitversetzt in 20 Ländern laufende Festival zeigt in seiner diesjährigen Onlineausgabe JFF Plus: Online Festival 30 Lang- und Kurzfilme, die ein breites Spektrum des Filmschaffens des Landes abdecken und kostenlos gestreamt werden können.

Die meisten Titel sind neueren oder neuesten Datums und werden erstmals hierzulande gezeigt, wie etwa der Thriller um eine junge Frau im Visier eines Serienkillers, "Sumaho o otoshita dake na no ni"/"Stolen Identity" aus dem Jahr 2018 von Regisseur Hideo Nakata. Er begründete das Ring"-Franchise, inszenierte auch das zweite US-Remake und war 2020 bereits mit dem Sequel zu "Stolen Identity" im japanischen Kino. Zu sehen werden außerdem drei musikalische Komödien bzw. Dramen sein. Die schräge Komödie "Dansu wizu mi/"Can't Stop the Dancing" aus dem Jahr 2019 erzählt von einer jungen Angestellten, die nach einer Hypnose tanzen muss, sobald sie Musik hört. Ayaka Miyoshi, die in der Netflix-Serie "Alice in Borderland" zu sehen ist, spielt sie. Auch die Teenagergeschichte "Sayonara made no 30-bun" aus dem Jahr 2020 von Kentaro Hagiwara, der zuvor die Realverfilmung von "Tokyo Ghoul" realisierte, und "Lady Maiko" um eine aufstrebende Geisha haben Musicalelemente.

Mit dem Drama um ein kinderloses Paar, "Ochazuke no aji"/"Der Geschmack von grünem Tee über Reis", aus dem Jahr 1952 ist auch ein Film von Altmeister Yasujirô Ozu im vielfältigen Programm. Fans des Animationsfilms können neben abendfüllenden Animes auch drei Kurzfilme des Stop-Motion-Animations-Künstlers Takeshi Yashiro und Kurzfilme des Animationsstudio Production I.G. entdecken, u.a. "Pigtails", das vielfach ausgezeichnet wurde. Mit u.a. "Tsukiji Wonderland" über den berühmtesten Fischmarkt in Tokio werden auch Dokumentarfilme berücksichtigt. Manche der gezeigten Filme waren bereits beim Frankfurter auf Japan konzentrierten Festival Nippon Connection zu sehen.

Pro Tag des Festivalzeitraums sind nach Anmeldung auf der Homepage jeweils drei Titel für 24 Stunden streambar. Sie sind englisch oder deutsch untertitelt.

Das Japan Film Festival fand erstmals 2016 in den ASEAN-Staaten und in Australien statt und wurde seitdem in weitere Länder ausgeweitet. 2019 bis 2020 wurde es in 56 Städten in zwölf Ländern veranstaltet und erreichte über 170.000 Zuschauer*innen. Das aktuelle Festival, das wegen der Coronapandemie ins Netz ausgewichen ist, läuft seit vergangenem Herbst. U.a. in Australien, Indien, Thailand und den USA lief es bereits. In Mexiko und Brasilien findet es gerade statt. Am 26. Februar startet der letzte Block des JFF Plus: Online Festival außer in Deutschland u.a. auch in Italien und Spanien. Über 100.000 Zuschauer*innen wurden bisher in zehn Ländern gezählt. Angela Ziegenbein, Kulturreferentin des Japanischen Kulturinstituts in Köln, erhält bereits etliche Nachfragen zum Festival.