Kino

Dorothee Erpenstein: "Einheitlicher Start zwingend"

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Dorothee Erpenstein, Geschäftsführerin des FFF Bayern.

04.02.2021 09:28 • von Barbara Schuster
Dorothee Erpenstein vom FFF Bayern (Bild: Olga Havenetidis)

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Dorothee Erpenstein, Geschäftsführerin des FFF Bayern.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos in Anbetracht des anhaltenden Lockdowns?

Das letzte Wochenende vor der erneuten Schließung Anfang November hat bewiesen, wie sehr die Menschen das Kino lieben und sich nach dem Leinwanderlebnis sehnen. Amerikanische Majors verschieben ihre Blockbuster, weil sie ihre großen Filme dann doch lieber in den Kinos zeigen möchten, und nicht auf einer Plattform. Die Erfahrungen mit dem Verzicht auf exklusive Kinoauswertung scheinen ökonomisch nicht überzeugend gewesen zu sein. In künstlerischer und emotionaler Hinsicht bietet das Kinoerlebnis ein einzigartiges gemeinschaftliches Filmerlebnis mit großer Strahlkraft. Zwingend für eine bestmögliche Wiedereröffnung der Kinos ist ein bundesweit einheitlicher Start, der den Verleihfirmen genug Zeit gibt, ihre Filme zu bewerben und Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb. Bis dahin helfen die Hilfsprogramme des Freistaats Bayern und des Bundes den Kinos dabei, die Auswirkungen der Krise abzufedern. Im Moment debattieren die Filmschaffenden in aller Welt über die Zukunft des Kinos in einer noch nie dagewesenen Weise. Im Vordergrund stehen hier das Kinofenster und die Existenz oder Koexistenz von Kino und Streaming. Diese Debatte kann zu neuen Ideen führen und das Kino weiterentwickeln. Wichtig bleibt, in all den Diskussionen auch über die Qualität der Filme zu sprechen, nicht nur über den Ort, an dem sie zu sehen sind.

Kommt es durch den harten Lockdown zu signifikanten Produktionsausfällen? Mit welchen Folgen?

Nach unserer Kenntnis sind im zweiten Lockdown keine Dreharbeiten FFF-geförderter Projekte abgebrochen oder unterbrochen worden. Allerdings sind sowohl Reisen als auch Infrastruktur und öffentlich zugängliche Motive gegenwärtig stark eingeschränkt, was eine besondere Herausforderung darstellt. Der Freistaat Bayern beteiligt sich mit 15 Mio. Euro für bayerische TV-Produktionen am Ausfallfonds II und mit fünf Mio. Euro am Ausfallfonds I für Kino- und High End-Serienproduktionen. Diese Absicherung war für die Produzentinnen und Produzenten dringend notwendig, damit die Risiken für sie tragbar werden. Manche Projekte, besonders kleinere, die in der Entwicklung noch nicht sehr weit gediehen waren, stagnieren zur Zeit, da Recherchereisen und die Suche nach Partnern erschwert sind.