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"CODA" räumt in Sundance ab

Nach dem sensationellen Apple-Deal für den Sundance-Beitrag "CODA" war der Film von Sian Hader mit vier Preisen auch der große Gewinner beim Abschluss des wichtigsten amerikanischen Festivals für unabhängige Produktionen. In der Kurzfilmkategorie kamen auch zwei deutsche Koproduktionen zum Zuge.

03.02.2021 09:24 • von Barbara Schuster
"CODA" war der große Sieger von Sundance 2021 (Bild: Sundance)

Nach dem sensationellen Apple-Deal für den Sundance-Beitrag "CODA" war der Film von Siân Hader auch der große Gewinner beim Abschluss des Festivals in Utah. Die Preisvergabe des Festivals fand nicht wie gewohnt in Park City statt, sondern online via YouTube. "CODA" holte nicht nur den U.S. Grand Jury Prize Dramatic, sondern setzte sich auch beim Publikum durch, das ihm den Audience Award U.S. Dramatic zusprach. Zudem wurde Siân Hader für ihre Regieleistung mit dem Directing Award U.S. Dramatic geehrt und das Ensemble wurde mit dem U.S. Dramatic Special Jury Award gefeiert.

Im Wettbewerb der US-Dokumentarfilme setzte sich "Summer of Soul (... Or, When the Revolution Could Not Be Televised)" von Ahmir "Questlove" Thompson durch. Der Film zeigt nie gesehenes Material des Harlem Cultural Festival, das im gleichen Sommer wie Woodstock stattfand, die afroamerikanische Musik und Kultur feierte und ein Zeichen setzte für Black pride & unity. Thompsons Beitrag gewann auch den Publikumspreis aus dem US-Dokumentarfilmwettbewerb.

Wie "CODA" wurde auch "Hive" mit mehreren Preisen bedacht: Der Film von der aus dem Kosovo stammenden Filmemacherin Blerta Basholli erzählt über eine Frau, deren Mann nicht mehr aus dem Kosovo-Krieg heimkehrt und in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft versucht, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Die Schweiz ist einer der Koproduzenten des Films, der als Beitrag der Reihe World Cinema Dramatic den Hauptpreis, den Publikumspreis und den Regiepreis gewann. Zum besten Dokumentarfilm im World-Cinema-Bereich wurde "Flee" von Jonas Poher Rasmussen gekürt. Der Film erzählt die Geschichte von Amin, der als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan nach Dänemark kam, mittlerweile ein erfolgreicher Akademiker ist und seinen langjährigen Freund geheiratet hat.

Im Kurzfilmwettbewerb gewann "Bambirak" von Zamarin Wahdat, eine US-deutsche Koproduktion, als beste "International Fiction". Und "Don't Go Tellin' Your Momma" von Topaz Jones und rubberband (ebenfalls mit u.a. Deutschland koproduziert) wurde als beste "Nonfiction" ausgezeichnet.

Das Sundance Film Festival präsentierte über sechs Tage 73 Lang- und 50 Kurzfilme. Gezeigt wurden sie via eine eigens eingerichtete Online-Platfform sowie in 28 Open Air Kinos verstreut in den USA.

Festivaldirektorin Tabitha Jackson sagte zum Abschluss: "Das war kein 'virtuelles' Festival, es war ein echtes Festival, denn die Kraft dieser Künstler*innen und ihrer Arbeiten haben es zu einem echten Festival gemacht."

Alle Preisträger unter www.sundance.org.