Kino

Kirsten Niehuus: "Wir vermissen das Kino schmerzlich"

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich umgehört. Hier antwortet Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg

02.02.2021 11:50 • von Barbara Schuster
Kirsten Niehuus vom Medienboard (Bild: Medienboard)

Auch wenn die erneute Kinoschließung ein herber Dämpfer ist und etliche Drehverschiebungen bei Produzenten für Unwägbarkeiten sorgen - Kinos und Kinofilme bleiben unverzichtbar. Darüber sind sich die Förderer einig. Blickpunkt:Film hat sich in einer großen Umfrage umgehört. Hier antwortet Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg.

 

Wie sehen Sie die Zukunft des Kinos in Anbetracht des anhaltenden Lockdowns?

Die gesamte Kinobranche, Arthouse wie Multiplexe, ist durch die Pandemie-bedingten Schließungen in ihrer Existenz bedroht. Die Hilfsprogramme sind gut gemeint, werden aber teilweise zu schleppend ausgezahlt und erschweren den Kinos das wirtschaftliche Überleben. Berlin-Brandenburgs Kiezkinos haben bisher großes Durchhaltevermögen und Kreativität bewiesen und mit erfolgreichen Kampagnen, Gutscheinaktionen, Corona-Testzentren und Crowdfunding für einen neuen Projektor Kontakt mit ihrem Publikum gehalten. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch für die Treue des Kinopublikums! Medienboard wird auch in 2021 den Kinoprogrammpreis in der Rekordsumme von 2020 auszahlen, denn auch wir vermissen das Kino schmerzlich, weil: NUR KINO KANN, WAS KINO KANN!

Kommt es durch den harten Lockdown zu signifikanten Produktionsausfällen? Mit welchen Folgen?

Mit dem ersten Lockdown im März 2020 wurden die Dreharbeiten in Deutschland massiv heruntergefahren. Die dadurch entstanden Mehrkosten sind zum Teil durch das gemeinsame Programm aller deutschen Förderungen abgefedert worden. Im Kinofilmbereich wurden sehr viele Produktionen auf 2021 verschoben. Durch den Ausfallfonds I und die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, deren Kosten bei der Förderung berücksichtigt werden, erwarten wir im Frühjahr wieder einen Anstieg der Dreharbeiten für Kinofilme. Serien und TV-Filme wurden bereits in der 2. Jahreshälfte 2020 wieder gedreht. Hier erwar­ten wir auch in 2021 ein normales Dreh­aufkommen, insbesondere, da nun auch der Ausfallfonds II in Kraft getreten ist.