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ARD verlängert Corona-Hilfen und feilt an "Eckpunkten"

Der Senderverbund hat seine "Eckpunkte"-Selbstverpflichtung weiterentwickelt und bis Ende 2024 verlängert. An den Mehrkosten von Produktionen, bei denen die beiden Ausfallsfonds nicht greifen, beteiligt sich die ARD auch weiterhin.

01.02.2021 16:53 • von Frank Heine
ARD-Filmintendantin Karola Wille (Bild: MDR/Kirsten Nijhof)

Die ARD hat ihre seit 2016 gültigen "Eckpunkte für ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte bei Produktionen für die Genres Fiktion, Unterhaltung und Dokumentation" einer umfassenden Evaluation unterzogen. Auf Basis des intensiven Austauschs mit mehreren Produzentenverbänden, darunter auch die Produzenten-Allianz, wurden die "Eckpunkte" weiterentwickelt und deren Fortschreibung bis zum 31. Dezember 2024 beschlossen. Sie gelten ab 2021 für die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Degeto.

Die Neuerungen betreffen insbesondere den Kalkulationsrealismus für dokumentarische Produktionen und Zukunftsthemen wie Social Media und Green Production. Zudem wurde eine Erhöhung der Bruttoerlösbeteiligung für Produzenten von 17 auf 25 Prozent beschlossen. Karola Wille, MDR-Intendantin und ARD-Filmintendantin, spricht von einer zukunftsfähigen Fortentwicklung der Eckpunkte 2.0. Man wolle "gerade in diesen herausfordernden Zeiten, verlässlich an der Seite unserer Partnerinnen und Partner auf Seiten der Produktions- und Kreativwirtschaft" stehen.

Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow hob die Dringlichkeit hervor, Produktionen im Interesse des Publikums möglichst lange in der Mediathek anzubieten. "Es geht darum, den schnellen Entwicklungen im digitalen Bereich Rechnung zu tragen - und gleichzeitig die Interessen der Produzenten auf der einen und die der ARD auf der anderen in Einklang zu bringen. Das ist uns mit diesem Eckpunktepapier gelungen."

Ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit wird die ARD künftig durch eine neue Sonderprämie "Green Shooting" im Rahmen des Leistungsmodells intensivieren. Ab 2021 wird eine nachhaltige und ressourcensparende Produktionsweise mit einer Prämie von 50.000 Euro ausgezeichnet.

Darüber hinaus hat die ARD ihre Zusage zur Übernahme von 50 Prozent für Corona-bedingte Mehrkosten bekräftigt. Die Unterstützung ist für TV-Produktionen vorgesehen, bei denen die Ausfallfonds I und II nicht greifen. Die Forstsetzung der Kostenübernahme wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert.