Kino

Kino-Dachverband UNIC fordert anhaltende Unterstützung

Parallel zur Veröffentlichung vorläufiger Marktzahlen, die das Ausmaß des Pandemie-bedingten Einbruchs in den europäischen Kinomärkten verdeutlichen, hat der Dachverband UNIC weitere Unterstützung für die Branche gefordert.

28.01.2021 12:20 • von Marc Mensch
Die Grafik illustriert die Entwicklung in ausgewählten europäischen Märkten (Bild: UNIC)

Gemessen an den heute vom europäischen Kino-Dachverband UNIC veröffentlichten (vorläufigen) Zahlen zu den vom ihm vertretenen 38 Territorien, lag der deutsche Kinomarkt mit seinem letztjährigen Umsatzminus von rund 70 Prozent ziemlich genau im Durchschnitt der betrachteten Länder.

Denn wie UNIC zusammenfasst, sank das Boxoffice in den europäischen Kinos um 70,6 Prozent oder 6,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreswert. Nur minimal besser fällt der Wert aus, wenn man die Betrachtung auf die EU-Märkte begrenzt, dann lag das Minus bei 69 Prozent bzw. vier Milliarden Euro. Selbstverständlich ist die Entwicklung direkte Folge der Pandemie und der damit einhergehenden Kinoschließungen.

Blickt man auf die einzelnen Märkte, fallen vor allem Israel mit einem Rekordminus von 88 Prozent und Dänemark mit einem Rückgang von lediglich 47 Prozent aus dem Rahmen. Besonders hohe Umsatzeinbrüche erlebten Kinobetreiber zudem unter anderem in Rumänien (minus 80 Prozent), und dem Vereinigten Königreich (minus 76 Prozent).

Wie UNIC ausdrücklich betont, kam der Einbruch nach einem sehr erfolgreichen Kinojahr 2019, in dem die europäischen Kinos mehr als 1,34 Milliarden Gäste anzogen und alleine mit dem Verkauf von Tickets 8,8 Milliarden Euro umsetzten. Innerhalb der EU konnte man sogar das beste Ergebnis seit 15 Jahren erzielen, erstmals seit 2004 war dort wieder die Besuchermilliarde erreicht worden. Eine Tatsache, die leider allzu leicht und allzu oft schlicht ignoriert wird...

Zu den Einbußen beim Ticketverkauf kommen natürlich, wie UNIC betont, weitere hinzu, unter anderem in den Bereichen Concessions, Werbung und Events - eine Größenordnung bleibt der Verband hier aber zumindest vorerst schuldig.

Dass die Marktanteile lokaler Filmstarts in vielen Territorien deutlich stiegen, liegt angesichts der Zurückhaltung der US-Studios, neue Filme in einem Pandemie-belasteten Markt zu starten, auf der Hand. Tatsächlich kletterten die nationalen Umsatzanteile in 15 UNIC-Territorien auf (teils weit) über 25 Prozent; Spitzenreiter war die Türkei mit 80 Prozent, gefolgt von Italien mit 57 Prozent.

Nun gehe es darum, den Kinos den Weg aus einer Krise zu ermöglichen, die noch lange nicht bewältigt sei. Bislang aufgelegte Programme seien überlebensnotwendig gewesen, nun gehe es auch darum, nachhaltige Strategien zur Wiedereröffnung und zur Erholung des Marktes zu erarbeiten.