Kino

Massive Anreize für Cineworld-Führung beschlossen

Sollte sich der Börsenkurs der zweitgrößten Kinokette der Welt innerhalb von drei Jahren wieder auf das Niveau vor der Pandemie erholen, winken dem Management satte Boni, an Mooky und Israel Greidinger alleine würden Anteile im Wert von jeweils rund 45 Mio. Dollar gehen. Sogar das Doppelte winkt beim Erreichen eines noch deutlich ehrgeizigeren Ziels.

26.01.2021 17:10 • von Marc Mensch
Sollte sich der Kurs von Cineworld innerhalb von drei Jahren erholen können, winken den Top-Executives satte Boni (Bild: Cineworld)

Der Schritt war nicht zuletzt angesichts der aktuellen Situation, in der Cineworld seine Kinos in den USA und Großbritannien auch dort seit Monaten geschlossen hält, wo eine Öffnung möglich gewesen wäre, umstritten - am Ende wurde er mit rund 70 Prozent der abgegebenen Stimmen der Anteilseigner (bei einer Stimmbeteiligung, die 67 Prozent der Anteile repräsentierte) abgesegnet: Sollte der aktuell um 70 Pence pendelnde Kurs von Cineworld innerhalb von drei Jahren wieder bei 1,90 Pfund - und damit in etwa auf dem Niveau vor der Pandemie - landen, winken dem Management erheblich Boni. Alleine CEO Mooky Greidinger und sein Stellvertreter und Bruder Israel Greidinger würden Aktienpakete im Wert von jeweils rund 45 Mio. Dollar erhalten. Etwa das Doppelte wäre sogar fällig, sollte der Kurs im selben Zeitraum zu neuen Höhenflügen ansetzen und die Marke von 3,80 Pfund (was laut Reuters um 70 Pence über dem bisherigen Rekord aus dem Mai 2017 läge) erreichen, winken den Brüdern Anteile im Wert von je 89 Mio. Dollar, die gesamten Boni für die Konzernleitung würden sich in diesem Fall auf knapp 286 Mio. Dollar belaufen.

Zuvor hatten Anlageberater von ISS und Glass Lewis dazu geraten, den Schritt abzulehnen, er sei in der aktuellen Situation "exzessiv". Zudem stellten sie die grundsätzliche Notwendigkeit derartiger Anreize in Frage, auch weil die Familie Greidinger 20 Prozent der Anteile kontrolliere. Zudem sei die Entwicklung des Kurses auch von "externen Faktoren" abhängig.

In einer Mitteilung von Cineworld hieß es: "Wir nehmen zur Kenntnis, dass eine nennenswerte Zahl an Stimmen gegen den Plan abgegeben wurde. Der Vorstand wird mit den Anteilseignern auch in den kommenden Monaten im Austausch zur Frage der Bezüge stehen, auch vor dem Hintergrund des zuletzt erhaltenen Feedbacks."

Erst Ende November hatte sich Cineworld einen Liquiditätsschub gesichert, um die Pandemie überstehen zu können (wir berichteten).