Kino

Christian Langhammer und Christof Papousek: "Verbesserung der Maßnahmen dringend notwendig"

Wann kann angesichts der aktuellen Lage mit einer Wiedereröffnung der Kinos gerechnet werden - und reichen die staatliche Hilfen potenziell aus, um die Zeit noch zu überbrücken? Blickpunkt: Film hat sich unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört. Hier antworten Christian Langhammer und Christof Papousek, Geschäftsführer von Cineplexx.

26.01.2021 11:48 • von Marc Mensch
Christof Papousek und Christian Langhammer (Bild: Philipp Jelenska)

Der Lockdown ist (vorerst) bis 14. Februar verlängert, Klagen über ausbleibende Hilfszahlungen reißen ebensowenig ab wie jene über massive Löcher im Sicherheitsnetz, das Bund und Länder unter den vom Lockdown am schwersten Getroffenen auszuspannen versprochen hatten. Immerhin: Bund und Länder stehen im Wort, sich bei der EU-Kommission nachhaltig für eine Anhebung der Beihilfegrenzen einzusetzen, einem kritischen Flaschenhals. Doch Abhilfe an dieser Stelle ist noch Zukunftsmusik.

Wir haben uns unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört und Ihnen folgende Fragen gestellt: "Ab wann sehen Sie aktuell Chancen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs? Können Kinos und Verleiher den Lockdown unter Berücksichtigung der bislang zugesagten Hilfen bis dorthin überstehen? Und welche Hilfen konnte ihr Unternehmen bereits in Anspruch nehmen?" Über die kommenden Tage hinweg präsentieren wir Ihnen die Antworten (die sie gebündelt auch in Ausgabe 4 von Blickpunkt: Film finden) hier online.

Hier antwortet Christian Langhammer, Geschäftsführer Cineplexx:

"Mit einer kurzfristigen Ausnahme im Sommer ist die österreichische Kinobranche de facto seit Mitte März 2020 lahmgelegt. Die Wiedereröffnung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wir benötigen natürlich eine gewisse Vorlaufzeit, um alles rechtzeitig planen und umsetzen zu können - dazu gehören sämtliche Informationen zu möglichen Maßnahmen und natürlich auch zu begrenzten Öffnungszeiten. Wir sind außerdem stark von kommenden Filmstarts abhängig. Solange es zu diesen Punkten keine genaueren Details gibt, haben wir leider auch keine ausreichende Basis, um uns zu einer möglichen Wiedereröffnung konkret äußern zu können."

Und hier antwortet Christof Papousek, Geschäftsführer Cineplexx:

"Auch nach dem Ende des dritten Lockdowns wird es für uns eine Herausforderung sein, bei fortlaufenden Einschränkungen und strengen Bedingungen unseren Betrieb kostendeckend aufrecht zu erhalten. Daher ist für uns nicht nur eine Fortführung, sondern auch eine deutliche und rasche Verbesserung der finanziellen Hilfsmaßnahmen dringend notwendig. Als größter Kinobetreiber Österreichs fordern wir Sonderlösungen für große Marktteilnehmer, denn mit einer Deckelung von in Summe 800.000 Euro für den Umsatzersatz und den Fixkostenzuschuss II ist nicht entsprechend geholfen. Bis zur Auszahlung des Verlustersatzes vergeht zu viel Zeit und die Liquidität geht dem Ende zu. Daher braucht es weitere Hilfszahlungen in der unkomplizierten und sehr effizienten Systematik des Umsatzersatzes. Danach muss natürlich auch die limitierte Höhe von drei Mio. Euro des Verlustersatzes für große Betreiber, die in Filialstrukturen organisiert sind, nach oben adaptiert werden. Die Verlustabdeckung muss auch weit über den Zeitraum des nunmehrigen Lockdowns hinauswirken, wohl auch in das dritte Quartal 2021 hinein. Denn auch nach der Wiedereröffnung mit hohen Eröffnungsaufwendungen, insbesondere im Bereich Marketing und Promotions, wird es noch längere Zeit dauern, bis wir wieder von einer "normalen" Leistungsfähigkeit sprechen können."

Die abschließenden Antworten kommen von Mario Hueber, Geschäftsführer Hollywood Megaplex.

Zu den Antworten von Oliver Fock, Björn Hoffmann, Hans-Joachim Flebbe, Bernhard zu Castell, Laura Weber, Gregory Theile und Marius Lochmann.