Kino

Laura Weber: "Zuversichtlich, dass die Krise überstanden werden kann"

Wann kann angesichts der aktuellen Lage mit einer Wiedereröffnung der Kinos gerechnet werden - und reichen die staatliche Hilfen potenziell aus, um die Zeit noch zu überbrücken? Blickpunkt: Film hat sich unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört. Hier antwortet die Geschäftsführerin des Cinecitta.

25.01.2021 12:09 • von Marc Mensch
Laura Weber, Geschäftsführerin Cinecitta (Bild: Cinecitta)

Der Lockdown ist (vorerst) bis 14. Februar verlängert, Klagen über ausbleibende Hilfszahlungen reißen ebensowenig ab wie jene über massive Löcher im Sicherheitsnetz, das Bund und Länder unter den vom Lockdown am schwersten Getroffenen auszuspannen versprochen hatten. Immerhin: Bund und Länder stehen im Wort, sich bei der EU-Kommission nachhaltig für eine Anhebung der Beihilfegrenzen einzusetzen, einem kritischen Flaschenhals. Doch Abhilfe an dieser Stelle ist noch Zukunftsmusik.

Wir haben uns unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört und Ihnen folgende Fragen gestellt: "Ab wann sehen Sie aktuell Chancen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs? Können Kinos und Verleiher den Lockdown unter Berücksichtigung der bislang zugesagten Hilfen bis dorthin überstehen? Und welche Hilfen konnte ihr Unternehmen bereits in Anspruch nehmen?" Über die kommenden Tage hinweg präsentieren wir Ihnen die Antworten (die sie gebündelt auch in Ausgabe 4 von Blickpunkt: Film finden) hier online.

Hier antwortet Laura Weber, Geschäftsführerin des Cinecitta:

"Wir rechnen mit einer Wiedereröffnung frühestens im April, da die Inzidenz doch noch sehr weit von dem angestrebten Wert von 50/100.000 entfernt ist und nicht wirklich abzusehen ist, wie schnell der Fortschritt beim Impfen sein wird bzw. welche neuen Herausforderungen die Mutationen von Covid-19 mit sich bringen. Nach dem Neustart gehen wir von einem reduzierten Betrieb ähnlich wie von Juli bis Oktober 2020 aus; eine Normalisierung wird es wohl erst im zweiten Halbjahr geben. 2022 könnte dann ein gutes bis hoffentlich sehr gutes Jahr werden, da genügend erfolgsversprechende Filme zur Verfügung stehen sollten und die Besucher sich nach all den Lockdowns und Kontaktbeschränkungen nach dem Gemeinschaftserlebnis im Kino sehnen.Wir können nicht für andere Kinobetriebe oder die Verleiher sprechen, sind aber zuversichtlich, dass die Krise überstanden werden kann - unter der Voraussetzung, dass staatliche Hilfen weiter gewährt werden und noch nicht ausgezahlte Hilfen aus 2020 auch absehbar kommen. Wir haben neben Kurzarbeit die 450-Euro-Aushilfen auf 30 Prozent reduziert, so konnten wir ihre Jobs sichern und Entlassungen vermeiden. Des Weiteren konnten wir ein KfW-Darlehen über unsere Hausbank aufnehmen und erhalten Unterstützung durch die Überbrückungshilfe II/III des Bundes sowie die Anlaufhilfe Bayern; über das Zukunftsprogramm II der FFA bzw. des BKM wurden Zuschüsse zu Maßnahmen, die den Infektionsschutz verbessern, gewährt. Außerdem versprechen wir uns weitere Hilfen durch das Zukunftsprogramm III. Für die Arthouse-Kinos sind natürlich die Programmprämien des BKM und des FFF Bayern überlebenswichtig, sowie die Unterstützung durch Europa Cinemas und das wiederaufgelegte Zukunftsprogramm I. Von den groß angekündigten November- und Dezemberhilfen (75 Prozent vom November/Dezember 2019) wurden für das Cinecitta' bisher nur 5000 Euro Abschlag bezahlt; letztendlich werden es wahrscheinlich auch nur elf statt der angekündigten 75 Prozent sein, die Bedingungen sind noch nicht endgültig klar und die Novemberhilfe plus bzw. Dezemberhilfe plus kann somit noch nicht beantragt werden."

Die nächsten Antworten kommen von Gregory Theile, Geschäftsführer Kinopolis.

Zu den Antworten von Oliver Fock, Björn Hoffmann, Hans-Joachim Flebbe und Bernhard zu Castell.