Kino

Bayern macht (erneut) Druck bei Kinohilfen

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach lässt nicht locker - und appelliert erneut an den Bund, zugesagte Hilfen für die Kinos nun schnell auf den Weg zu bringen.

22.01.2021 11:24 • von Marc Mensch
Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (Bild: Jörg Koch/StMD)

Erst Ende November hatte Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach den Bund in die Pflicht genommen und auf eine rasche Umsetzung des Corona-Förderprogramms für Kinos gedrängt (wir berichteten). Wie wenig sich seither getan hat, wird durch die Tatsache unterstrichen, dass Gerlach nun knapp zwei Monate später wieder Druck macht - nicht zuletzt unter Verweis auf die bereits vom Freistaat geleistete Unterstützung.

Demnach hätten bayerische Kinos bis Ende vergangenen Jahres bereits Hilfen in einer Gesamthöhe von über zehn Mio. Euro erhalten, was vielen Betrieben das wirtschaftliche Überleben gesichert habe. In diesem Zusammenhang betonte Gerlach: "Wir greifen unseren Kinos auch in dieser schwierigen Zeit unter die Arme. Die bayerische Film- und Kinobranche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und zentraler Bestandteil der bayerischen Kulturszene. Deshalb unterstützen wir die Kinos, um ihnen durch diese Krise zu helfen. Wichtig ist jetzt, dass auch der Bund endlich seine zugesagten Hilfen schnell auf den Weg bringt. Dort herrscht ein Wirrwarr verschiedener Hilfsprogramme, das schnell gelöst werden sollte. Auch zugesagte Gelder des Bundes für die Kinobranche müssen jetzt schnell, unbürokratisch und effektiv ankommen."

Bereits im April 2020 hatte Bayern ein Sofortprogramm zur Unterstützung der Kinos aufgesetzt. Nach Angaben des Digitalministeriums konnte in diesem Rahmen 155 kleinen und mittelgroßen Filmtheatern mit Zuschüssen von jeweils 5000 Euro - insgesamt also 775.000 Euro - geholfen werden. Später im Jahr wurden die Kinoprogrammprämien auf insgesamt 860.000 Euro verdoppelt und vorzeitig im Juli an insgesamt 83 Kinos ausbezahlt.

Im Mai 2020 schließlich hatte die Bayerische Staatsregierung Kino-Anlaufhilfen in Höhe von zwölf Mio. Euro beschlossen. Ende Oktober wurde dieses Programm bis 30. Juni 2021 verlängert und um weitere zwölf Mio. Euro aufgestockt.