Kino

Oliver Fock: "Wenn es keine Nachjustierung gibt, wird es hart"

Wann kann angesichts der aktuellen Lage mit einer Wiedereröffnung der Kinos gerechnet werden - und reichen die staatliche Hilfen potenziell aus, um die Zeit noch zu überbrücken? Blickpunkt: Film hat sich unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört. Hier antwortet der Geschäftsführer der CineStar-Gruppe.

22.01.2021 07:40 • von Marc Mensch
CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock (Bild: CineStar)

Der Lockdown ist (vorerst) bis 14. Februar verlängert, Klagen über ausbleibende Hilfszahlungen reißen ebensowenig ab wie jene über massive Löcher im Sicherheitsnetz, das Bund und Länder unter den vom Lockdown am schwersten Getroffenen auszuspannen versprochen hatten. Immerhin: Bund und Länder stehen im Wort, sich bei der EU-Kommission nachhaltig für eine Anhebung der Beihilfegrenzen einzusetzen, einem kritischen Flaschenhals. Doch Abhilfe an dieser Stelle ist noch Zukunftsmusik.

Wir haben uns unter Kinobetreibern und Verleihern in Deutschland und Österreich umgehört und Ihnen folgende Fragen gestellt: "Ab wann sehen Sie aktuell Chancen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs? Können Kinos und Verleiher den Lockdown unter Berücksichtigung der bislang zugesagten Hilfen bis dorthin überstehen? Und welche Hilfen konnte ihr Unternehmen bereits in Anspruch nehmen?" Über die kommenden Tage hinweg präsentieren wir Ihnen die Antworten (die sie gebündelt auch in Ausgabe 4 von Blickpunkt: Film finden) hier online.

Den Anfang macht Oliver Fock, Geschäftsführer der CineStar-Gruppe:

"Zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs kann man aktuell noch keine Aussagen treffen. Erst wenn das Infektionsgeschehen deutlich zurückgeht, werden wir die Möglichkeit dazu bekommen, eine Wiedereröffnung realistisch auf den Weg zu bringen. Eines ist aber jetzt schon klar: Wenn die Wiedereröffnung vor der Tür steht, muss sie bundesweit einheitlich umgesetzt werden und uns Betreibern eine wirtschaftlich tragbare Situation bieten, d.h. ein freier Platz zwischen Besuchergruppen nach rechts und links, keine Maskenpflicht am Platz und die uneingeschränkte Möglichkeit zum Verzehr. Sonst lohnt es sich gar nicht, zu öffnen.Bekanntermaßen werden besonders die mittelständischen, verbundenen Betreiber sowie die großen Kinoketten in dieser Krise hinsichtlich der staatlichen Förderung extrem benachteiligt. Bisher haben wir vom Bund gerade einmal 50.000 Euro erhalten. Das sind für uns 0,14 Prozent der angekündigten November- und Dezemberhilfen! Beantragen konnten wir für unser Unternehmen mit 2.500 Mitarbeitern ohnehin gerade einmal eine Mio. Euro - und davon werden bewilligte Länderförderungen auch noch wieder abgezogen. Wenn die EU zustimmt, könnten wir insgesamt höchstens vier Mio. erhalten. Das wären in Relation zu den Vorjahresumsätzen gerade einmal zehn Prozent und damit ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir versuchen nach vorne zu schauen, aber wenn es hier keine Nachjustierung durch die Politik gibt, wird es sehr hart."

Die nächsten Antworten kommen von Björn Hoffmann, Geschäftsführer Pandora Film.