TV

Netflix beginnt mit Ausschüttung von Folgevergütungen

Im Frühjahr 2020 hat Netflix als erster Streamingdienst in Deutschland mit dem Schauspielerverband BFFS und ver.di Gemeinsame Vergütungsregelungen beschlossen, wonach Kreative am wirtschaftlichen Erfolg von Netflix-Originals beteiligt werden. Die ersten Gelder sind jetzt geflossen.

20.01.2021 10:48 • von Jochen Müller
Bernhard F. Störkmann, BFFS-Vorstand und Geschäftsführer der Deutschen Schauspielkasse (Deska) (Bild: Kornelia Boje)

Aktuell werden im Rahmen der im vergangenen Frühjahr zwischen Netflix sowie dem BFFS und ver.di geschlossenen Gemeinsamen Vergütungsregeln mehr als 800.000 Euro an Kreative ausgeschüttet. Wie Bernhard F Störkmann, BFFS-Vorstand und Geschäftsführer der Deutschen Schauspielkasse (Deska), in einem Interview mit ver.di erklärte, beziehen sich diese Folgevergütungen auf bestimmte Produktionen, die vor 2020 veröffentlicht wurden, wie die erste deutsche Netflix-Serie Dark". "In den nächsten Tagen sollte das Geld auf den Konten der Berechtigten eingehen", betont Störkmann in dem Interview.

Darüber freut sich auch Rachel C. Schumacher, Senior Counsel, Labour Relations bei Netflix, die in dem Interview betont: "Ich bin sehr glücklich, dass auch dieser Schritt mit unseren Partnern beim BFFS und ver.di so zügig und unbürokratisch gegangen werden konnte. Wir haben eine Einrichtung gefunden, die die Verteilung an den Großteil der Berechtigten übernehmen kann. Netflix, BFFS und ver.di haben sich auf die Beauftragung der Deska verständigt."

Wie Störkmann in dem Gespräch mit ver.di weiter erklärt, zahlt Netflix für besonders erfolgreiche Serienstaffeln eine laufende Folgevergütung - abhängig von bestimmten Erfolgsschwellen. So wird an die Berechtigten ein Gesamtbetrag von 250.000 Euro bezahlt für jeweils zehn Mio. Netflix-Abonnenten, die eine Serie innerhalb der ersten fünf Jahre angesehen haben. Im zweiten Fünfjahreszeitraum bezahlt Netflix jeweils 175.000 Euro pro zehn Mio. so genannter Completer, in allen weiteren Fünfjahreszeiträumen sind es jeweils 100.000 Euro pro zehn Mio. Completer. Diese Gesamtausschüttung wird dann gewerkeintern verteilt, wie Störkmann betont.