Produktion

Kein Fortschritt bei Tarifverhandlungen für Filmschaffende

Bei der zweiten Verhandlungsrunde am 14. Januar gab es keine Annäherung zwischen ver.di und BFFS auf der einen und der Produzentenallianz auf der anderen Seite, Knackpunkt sind demnach die Arbeitszeitbedingungen. ver.di setzt nun eine Frist bis 31. März.

19.01.2021 08:55 • von Marc Mensch
ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel (Bild: ver.di)

Wie ver.di auf seiner Website mitteilt, wurde bei der zweiten Verhandlungsrunde für rund 25.000 Filmschaffende kein Fortschritt erreicht. So habe die Produzentenallianz als Verhandlungspartner von BFFS und ver.di "noch keine Angebote gemacht", vielmehr habe diese gefordert, dass sich im Jahr 2021 nichts an den Tarifverträgen verändern solle, es ein sogenanntes Moratorium für Gagen- und Manteltarifvertrag geben solle.

ver.di und BFFS setzen sich für eine Verbesserung der Arbeitszeitbedigungen durch mehr freie Wochenenden, zusammenhängende freie Tage oder Wochenend-Zuschläge ab - und argumentierten dabei, dass sich entsprechende Belastungen vor dem Hintergrund der Pandemie noch verschärft hätten. So sei insbesondere vor dem Hintergrund der Gesundheitsschutzauflagen bei Dreharbeiten sowie Vor- und Postproduktion "die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit extrem lang", die kurze Freizeit reiche für "das nötige Erholungsbedürfnis" nicht aus.

ver.di hat der Produzentenallianz nach eigenen Angaben nun eine Frist bis 31. März gesetzt, "um noch zu einer Lösung des Tarifkonflikts und einem Verhandlungsergebnis zu kommen". Sonst drohe ein Scheitern der Tarifrunde, in der noch keine Kompromisse erkennbar seien. Dazu ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel: "Bei konkreten Arbeitszeitverbesserungen wären wir eventuell bereit gewesen, auch ein Gagenmoratorium zu verabreden. Doch die Produzenten zeigen keinen Ansatz dafür, dass wir uns mit dieser Frage weiter beschäftigen müssten. Denn mehr zuverlässige Ruhe- und Freizeit angesichts überlanger Arbeitstage und -wochen sind für die Verhandler*innen der Produzentenallianz schlicht kein Thema. Bis zum 31. März stehen wir noch für intensivierte Verhandlungen, im Sinne von echter Suche nach Kompromissen zur Verfügung."