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Ausfallfonds II für TV- und Streamingproduktionen beschlossen

Ab 4. Januar können im Rahmen des jetzt beschlossenen Ausfallfonds II Anträge für eine Ausfallsicherung für Corona-bedingte Drehunterbrechungen bei TV- und Streamingproduktionen gestellt werden.

18.12.2020 08:37 • von Jochen Müller
Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz: "Der Ausfallfonds II kommt keine Sekunde zu früh." (Bild: NFP)

Die Länder Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben jetzt gemeinsam mit den Sendergruppen sowie Vertretern der Produktionswirtschaft den so genannten Ausfallfonds II beschlossen, der finanzielle Folgen Corona-bedingter Drehunterbrechungen bei TV- und Streamingproduktionen abfedern soll. Das gab das verhandlungsführende Land NRW jetzt bekannt.

Die Regularien für den Ausfallfonds II, der rückwirkend zum 1. November in Kraft treten und Schäden abdecken soll, die bis 30. Juni 2021 entstehen sollten, sehen vor, dass bis zu 57,5 Prozent des anerkannten Schadens von den beteiligten Ländern übernommen werden, 32,5 Prozent von Sendergruppen und Streamingdiensten. Den Produzenten bleibt eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent, mindestens aber 10.000 Euro. Insgesamt können Produktionsunternehmen, die ihren Hauptsitz in einem der am Ausfallfonds II beteiligten Bundesländer haben, aus dem Ausfallfonds II Ausgleichsleistungen in Höhe von bis zu 800.000 Euro erhalten, die je nach Genre unterschiedlich gestaffelt sind.

Für die Produzentenallianz ist der Ausfallfonds II ein zentraler Schritt "zur Stabilisierung der Fernsehproduktions­standorte Deutschlands und eine wichtige Maßnahme zur Sicherung der Programm­versorgung", die nach Ansicht des Vorsitzenden Alexander Thies keine Sekunde zu früh kommt: "Da die Fernsehproduktion für einen überwiegenden Teil der Produktionsfirmen in Deutschland das tragende finanzielle Standbein ist, war es allerhöchste Zeit, dass Länder und Sender eine gemeinsame Lösung für das existenzbedrohende Risiko Covid-19-bedingter Produktionsausfälle finden. Gerade angesichts hoher Infektionszahlen und eines erneuten Lockdowns in Deutschland kommt der Ausfallfonds II keine Sekunde zu früh."

Die Ausgleichszahlungen erfolgen über die FFA; Anträge können dort ab 4. Januar 2021 gestellt werden. Weitere Informationen unter www.ffa.de.