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Disney+ wird teurer

Disney+ war beim Start mit Preispunkten versehen, die deutlich unter denen von Hauptkonkurrent Netflix lagen. Jetzt muss das Unternehmen Tribut zollen und passt im März 2021 seine Preisstruktur an.

11.12.2020 14:38 • von Jörg Rumbucher
Finanzvorstand Christine McCarthy auf dem Investor Day 2020 (Bild: Disney)

Inmitten einer Flut von Ankündigungen und Strategiebeschreibungen kündigte Disney auf seinem Investorentag ebenfalls an, dass zum ersten Mal die Abopreise für Disney+ erhöht werden. In unserer Ursprungsmeldung wurde dies auch erwähnt. Keine Randnotiz, wenn man bedenkt, dass sich Heerscharen von Marktforschern damit beschäftigen, wie viele SVoD-Abos pro Haushalt finanziell verkraftbar sind.

Konkret teilte CFO Christine McCarthy mit, dass Disney+ ab 26. März 2021 im US-Heimatmarkt der Preis für das Monatsabo von 6,99 auf 7,99 Dollar erhöht werde. Entsprechend werde sich das Jahresabo auf 79,99 Dollar erhöhen.

Das Dreier-Bundle - bestehend aus mit Disney +, Hulu (mit Werbung) und ESPN+ - kostet künftig demnach 13,99 Dollar monatlich. Dies entspricht ebenfalls einer Erhöhung um einen Dollar. Unabhängig davon will Disney ein neues Paket mit Disney+, ESPN+ und der werbefreien Version von Hulu für 18,99 Dollar pro Monat anbieten.

Die Preissteigerungen kommen auch in den Auslandsmärkten zum Tragen: In Europa wird der Monatstarif sogar um zwei Euro angehoben: Er steigt also von 6,99 auf 8,99 Euro. Vergleichbare Preisanpassungen sollen auch in anderen Territorien umgesetzt werden. Zu Bedenken ist allerdings, dass der Preispunkt 8,99 Euro zusätzlich das neue "Erwachsenenangebot" Star umfassen wird, in das u.a. Inhalte von Hulu einfließen werden.

Letztlich bleibt Disney+ damit unter dem Netflix-Preisniveau, obwohl das Basis-Abo mit SD-Qualität derzeit 7,99 Euro kostet, also demnächst unter dem neuen Disney+-Monatspreis liegt. Aber: Die meistgenutzte Tarifvariante von Netflix - das Standard-Abo - kostet 11,99 Euro, das Premium-Abo sogar 15,99 Euro.

Bis 2024 sollen alle drei bisher defizitären Streaming-Dienste von Disney profitabel sein. Beim 2019 gestarteten Disney+-Angebot sollen die Verluste im operativen Geschäft ab dem kommenden Jahr sinken. Stand 2. Dezember hatte Disney insgesamt 137,1 Mio. Direct-to-Consumer-Abonnenten, darunter 86,8 Mio. Disney+-Kunden. Auf Hulu entfielen 38,8 Mio. und auf ESPN+ 11,5 Mio.

Seit 17. November ist Disney+ in zehn lateinamerikanischen Ländern verfügbar. In vielen weiteren Territorien sind zusätzliche Aktivitäten geplant. In Summe erwartet der Konzern zum Ende des Geschäftsjahres 2024 zwischen 300 und 350 Mio. zahlende Abonnenten.

Die Börse honorierte die Ankündigungen mit einem Kursplus. Allerdings hatten Analysten bereits vor dem Investorentag ihre Prognosen für das Disney-Papier teilweise angehoben.