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Kino

Schleswig-Holstein startet Hilfsprogramm für Kinos

Eine bereits Ende September angekündigte Hilfsmaßnahme geht nun an den Start: Schleswig-Holstein unterstützt seine Kinos kurzfristig mit insgesamt bis zu zwei Millionen Euro, um Liquiditätsengpässe abzumildern. Die Maßnahme, die anhand der Ticketverkäufe zwischen August und Oktober 2019 bemessen wird, steht allen Kinos unabhängig von Lage oder Größe offen. Auch am Zukunftsprogramm III des Bundes will sich das Land beteiligen.

09.12.2020 15:10 • von Marc Mensch
Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Bild: Frank Peter)

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Ursprünglich als flankierende Maßnahme zum sogenannten "Zukunftsprogramm III" gedacht, werden die bereits Ende September angekündigten Mittel des Landes Schleswig-Holstein zur Unterstützung von Kinos in der Corona-Krise nun in Form einer separaten Maßnahme zur Verfügung gestellt, die ab sofort beantragt werden kann. Hintergrund dieses Schrittes ist die Tatsache, dass am Programm des Bundes, das die sogenannten "Billigkeitshilfen" umfasst, weiter gearbeitet wird, sich die zunächst bereits für Oktober in Aussicht gestellten Hilfen also weiter verzögern.

Insgesamt hat das Land Schleswig-Holstein im Haushalt zwei Millionen Euro bereitgestellt, um damit Kinos unter die Arme zu greifen. In einer Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur heißt es zu den Modalitäten: "Bemessen wird die Kinohilfe Schleswig-Holstein anhand der erfassten Ticketverkäufe von August bis Oktober des Vorjahres (2019). Als Einnahmen werden die Ticketerlöse aus den Ticketverkäufen im gleichen Zeitraum in 2020 gegengerechnet. Aus der errechneten Differenz ergibt sich die Anzahl der verlorengegangenen Zuschauerinnen und Zuschauer in diesem Jahr. Zum Ausgleich dieser Verluste wird für jede/n Besucher/in ein Festbetrag in Höhe von 2,50 Euro geleistet. Die Höchstgrenze für Zuwendungen im Rahmen der Kinohilfe beträgt 50.000 Euro pro Abspielstätte. Kleinere Kinos mit nur einer Leinwand erhalten zusätzlich einen Ausgleichsbetrag von monatlich 2500 Euro (pauschal 7500 Euro als Sockelbetrag)." Zu beantragen sind die Hilfen über die Filmwerkstatt Kiel der FFHSH erfolgen.

Die Kinohilfe Schleswig-Holstein werde als nicht rückzahlbarer Zuschuss für Kinos gewährt, die eine Abpielstätte in Schleswig-Holstein betreiben. Antragsberechtigt sind auch Filmtheater in öffentlicher Trägerschaft und regionale Standorte von nicht inhabergeführten Kinos.

"Das Land will die Kinos als wichtige Kulturorte in der Fläche stützen. Sie tragen ganz ohne Frage einen erheblichen Teil der Lasten, die den Akteurinnen und Akteuren in der kulturellen Infrastruktur entstanden sind durch die Bemühungen, eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern", erklärte Kulturministerin Karin Prien anlässlich der Bekanntgabe des Programms. Zudem kündigte sie an, dass sich Schleswig-Holstein auch unabhängig davon an der Kofinanzierung der als "Zukunftsprogramm III" angekündigten Maßnahme des Bundes in 2021 beteiligen werde.

In einer ersten Reaktion zeigte sich der Kinoverbund S-H nicht zuletzt besonders erfreut darüber, dass die Maßnahme (wenngleich mit Deckelung) wirklich alle Kinos umfasst - und dass es in vielen Gesprächen gelungen sei, die Politik davon zu überzeugen, die Mittel zu den jetzigen Hilfen umzuwidmen anstatt weiter auf den Start des BKM-Programms zu warten. Der Kinoverbund-SH bedankt sich ausdrücklich bei allen Landtagsabgeordneten und Ministerien für die "schnelle Umsetzung und vielen konstruktiven Gespräche".

Solche Gespräche führen die Kinomacher*innen im nördlichsten Bundesland auch regelmäßig untereinander - aktuell tausche man sich wöchentlich in einer Videokonferenz aus, "um immer wieder mit neuen Ideen und Tatendrang dieseschwierige Zeit bestmöglich zu überstehen", wie es in einer Mitteilung heißt. Dabei kann man unter anderem auch auf Unterstützung von Filmemachern aus Schleswig-Holstein zählen, die in kürzester Zeit acht Kurzfilme zur Bewerbung des Ortes Kino realisierten. Ein erster Aktionstag im Oktober hatte nicht zuletzt die persönliche Unterstützung durch Ministerpräsident Daniel Günther (als Schirmherr) und Kulturministerin Karin Prien gefunden und war auf breites Medienecho gestoßen. Ein zweiter Aktionstag, der sogenannte "Kinolaustag" fiel in die Zeit des neuerlichen Lockdowns, dennoch will man eine positive Bilanz der damit erreichten Aufmerksamkeit ziehen.