Kino

"Kinos werden weiterhin eine Rolle spielen"

Auch bei den Anlegern schlug die Ankündigung von WarnerMedia, in den USA die gesamte Slate für 2021 zeitgleich zum Kinostart auf HBO Max zu schicken, ein wie eine Bombe - nicht zum Wohle der Kurse der großen Ketten. Unterdessen lässt WarnerMedia offen, wie es sich tatsächlich mit der Ankündigung einer auf ein Jahr begrenzten Maßnahme und den genauen Konditionen verhält - und AT&T betont den Nutzen für die Kinos. Die sich nicht widerspruchslos auf die Day&Date-Lösung einlassen wollen, wie nun auch Cineworld klar stellte.

07.12.2020 14:10 • von Marc Mensch
Eines der Highlights der 17 Titel umfassenden US-Staffel von Warner für 2021 ist "Dune" (Bild: Warner Bros.)

Zumindest die Anleger haben Ende vergangener Woche sehr deutlich gemacht, was die bislang beispiellose Entscheidung von WarnerMedia, die komplette, 17 Filme umfassende US-Kino-Slate für 2021 Day&Date auf die Leinwände und auf HBO Max zu bringen, aus ihrer Sicht für die US-Kinoketten bedeutet. Die Anteile von AMC fielen am Tag der Verkündung der Pläne um fast 16 Prozent und gaben vor dem Wochenende noch einmal um weitere gut drei Prozent nach, im Fall von Cineworld war der Londoner Börsentag am 3. Dezember bereits beendet, als die Nachricht kam - am Folgetag ging es ebenfalls um 15 Prozent nach unten. Nicht besser erging es Cinemark, deren Kurs von einem mittäglichen Hoch am 3. Dezember von 18,16 Dollar bis Ende des Tages auf 13,30 Dollar abstürzte, der sich aber im Verlauf des Freitags wieder ein wenig erholen konnte und um gut 8,6 Prozent zulegte.

(Details zum Modell finden Sie in unserer Meldung vom 3. Dezember)

Der neuerliche Absturz des Kurses (AMC-Anteile hatten sich vor allem zwischen Mitte und Ende November etwas erholt) trifft vor allem AMC und Cineworld in einer extrem prekären Situation: Nicht zuletzt dank ihres aggressiven Expansionskurses der vergangenen Jahre haben beide Konzerne enorm hohe Verbindlichkeiten aufgebaut - und wenngleich beide einer Insolvenz zunächst entgangen sind, tickt die Uhr unaufhaltsam.

Was AMC und Cineworld derzeit vor allem unterscheidet, ist ihr Umgang mit der aktuellen Situation: Cineworld hält sämtliche Standorte in den USA und Großbritannien geschlossen - und es ist unklar, wann sich an diesem Zustand etwas ändert. Einer kürzlichen Stellungnahme von CEO Mooky Greidinger (dazu später mehr) konnte man zwar entnehmen, dass die Wiedereröffnungen für das erste Quartal 2021 geplant sind, also spätestens im März über die Bühne gehen müssten. Aber von einem klaren Zeitplan lässt sich keineswegs sprechen. AMC wiederum spielt dort, wo es geht - und hatte die WarnerMedia-Strategie für Wonder Woman 1984", die nun in weiten Teilen die Blaupause für das gesamte Jahr 2021 vorgibt, noch ausdrücklich begrüßt, sicherte sie dem wichtigen DC-Titel doch einen Kinostart zu Weihnachten, der ansonsten schlicht undenkbar gewesen wäre.

Womit man zu einem durchaus nicht unwesentlichen Punkt kommt: Denn ganz egal, ob das Argument nun vorgeschoben sein mag oder nicht - Planungssicherheit (soweit in diesen Zeiten irgend etwas als sicher angesehen werden kann) verschafft die Entscheidung von WarnerMedia den US-Kinos durchaus. Oder wie es John Stankey, CEO der WarnerMedia-Konzernmutter AT&T, im Interview mit der Washington Post erklärte: Für Kinos sei es die falsche Entscheidung, Filme so lange zurückzuhalten, bis es der Großteil der Bevölkerung wieder als sicher empfinde, ins Kino zu gehen (was, das sei angemerkt, in den USA noch ein erheblich größeres Problem darstellt als in anderen Märkten). Denn damit würde ihnen förmlich ein potenzieller Rettungsring vorenthalten. Was mit Sicherheit auf jene Kinos zutrifft, die tatsächlich spielen können - die wichtigsten Häuser werden dies zumindest bei "Wonder Woman 1984" leider kaum sein...

Zudem führte Stankey ein weiteres Argument ins Feld, das sich nicht einfach von der Hand weisen lässt: Würden sämtliche Studios für den Release ihrer großen Filme auf den Tag x warten, an dem man wieder von einer zumindest halbwegs normalisierten Marktsituation (Auswirkungen der Krise auf die allgemeine Kaufkraft seien einmal dahingestellt, Anm.d.Red.) sprechen kann, würde durch potenzielle Starthäufungen eine Kannibalisierung der Titel untereinander drohen. "Eine Content-Blase", so Stankey, "wäre nicht gut. Denn wir wissen, dass es ein gewisses Höchstmaß an Kinobesuchen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gibt."

Dass die Entscheidung, eine komplette Slate zeitgleich zum Kinostart ins Streaming zu holen, weniger davon bestimmt war, den Kinos diesen sprichwörtlichen "Rettungsring" zuzuwerfen, als vielmehr den eigenen Dienst im Wettbewerb mit etablierten SVoD-Angeboten zu pushen (und teils seit vielen Monaten brach liegenden Content irgendwie zu monetarisieren), versteht sich natürlich von selbst. Allerdings darf man die durchaus validen Punkte, die Stankey anführt, keineswegs ignorieren.

Lässt man einmal den (wichtigen) Aspekt der bloßen Verfügbarkeit von Content für tatsächlich geöffnete Häuser außen vor, liegt es indes auf der Hand, dass Filmtheater von einem Modell, wie es WarnerMedia 2021 fahren will, nicht profitieren können. Denn nach derzeitigem Stand ist - anders als beim Universal-Modell - keinerlei Beteiligung an Streaming-Einnahmen für die Kinos vorgesehen. Was insofern konsequent ist, als die zeitgleiche Auswertung nicht im PVoD-Format mit kostenpflichtigen Einzelabrufen erfolgt, sondern "nur" Anreiz zum Abo-Abschluss geben soll. Darüber hinaus soll es Einschätzungen der US-Fachpresse zufolge jenseits von "Wonder Woman 1984" (hier wird um eine Absenkung des Leihmietensatzes gegenüber dem Vorgänger um bis zu 20 Prozentpunkte spekuliert) aber auch keine Zugeständnisse bei den Verleihkonditionen geben.

Entschieden ist dieser enorm wichtige Punkt allerdings offenbar noch nicht. Denn abgesehen davon, dass die großen Ketten sehr deutlich erklärt haben, auf entsprechende Anpassungen zu drängen (sich dabei aber natürlich aktuell in einer denkbar schlechten Verhandlungsposition befinden), ließ WarnerMedia Ende vergangener Woche mitteilen, dass man sich tatsächlich in entsprechenden Gesprächen befinde. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass WarnerMedia-CEO Jason Kilar die Antwort auf eine entsprechende Frage im Interview mit der US-Seite "Vox" nicht selbst geben wollte, sondern auf eine spätere Stellungnahme der PR-Abteilung verwies...

Immerhin lässt sich sagen, dass von den vielen Modellen, mit denen während der Pandemie bereits experimentiert wurde, die WarnerMedia-Lösung die Kinos sicherlich nicht am schlechtesten stellt. Denn immerhin können sie mitspielen - und das sogar mit einem gewissen Maß an Exklusivität. Denn ein höchst ungewöhnlicher Aspekt an dem Modell ist, dass Filme nach einem ersten Monat der HBO-Max-Verfügbarkeit zunächst - und das dann angeblich für die restliche Dauer des "üblichen" Kinofensters - nur auf den Leinwänden verbleiben sollen, bevor es in nachgelagerte Verwertungsstufen geht. Was den Anreiz, ein HBO-Max-Abo just zum Start eines bestimmten Films abzuschließen, durchaus erhöhen mag, wird von etlichen Analysten übrigens eher als Schwachpunkt der Strategie für AT&T ausgemacht.

Womit wir zu einem weiteren interessanten Punkt kommen: Dem Börsenkurs von AT&T half die Verkündung des radikalen Vorgehens kaum auf die Sprünge, innerhalb von zwei Tagen kletterten die Anteile um wenig mehr als 1,5 Prozent. Und tatsächlich ist der Druck auf die Streamingpläne des Kabelnetzbetreibers durchaus gewaltig - denn gerade vor dem Hintergrund der Pandemie ist die Entwicklung bei HBO Max bislang alles andere als zufriedenstellend. So steht weniger die Zahl von knapp 8,7 Millionen Abonnenten (von denen die meisten als Bestandskunden von HBO kamen) im Fokus - sondern jene von fast 29 Millionen Accounts, über die man ohne Zusatzkosten Zugriff auf HBO Max hätte, bei denen das Angebot aber noch nicht einmal aktiviert wurde...

Welcher Schaden aber droht durch Abwanderung potenzieller Kinogänger zum HBO-Max-Angebot? Hierüber lässt sich allenfalls wild spekulieren, zumal ein ganz entscheidender Faktor im kommenden Jahr sein wird, wie schnell und in welchem Umfang man die Pandemie in den Griff bekommt und wie schnell und in welchem Umfang verloren gegangenes Vertrauen gegenüber öffentlichen Veranstaltungen zurückkommt. Hierzu machte AT&T-CEO John Stankey zuletzt unter anderem im Interview mit der Washington Post eine (bedrückende) Prognose: Alle Daten deuteten darauf hin, dass es jedenfalls bis weit in die zweite Jahreshälfte 2021 hinein dauern werde, bevor der allergrößte Teil der Bevölkerung die aktuellen Ängste abgelegt habe. Unabhängig davon sei aber festgestellt: Dass die zeitgleiche Online-Verfügbarkeit von Filmen Kinobesuchen nicht per se im Weg steht, hat sich in der Pandemie jedenfalls immer und immer wieder erwiesen.

Fraglich ist jedenfalls auch, ob es sich wirklich um jene zeitlich auf ein Jahr begrenzte Maßnahme handeln wird, als welche die Strategie - unter Verweis auf die besondere Pandemie-Situation - angekündigt wurde. Auf die naheliegende Frage, ob man einen derart entscheidenden Schritt den Konsumenten gegenüber wieder zurücknehmen könne, antwortete Jason Kilar gegenüber "Vox" mehr oder minder mit einem schlichten: "Ich weiß es nicht." John Stankey wiederum versuchte es gegenüber der Washington Post mit einem anderen Dreh, wenngleich auch er alles andere als eine klare Antwort gab. Er verwies lediglich darauf, dass ein exklusives, hochkarätiges Angebot, mit dem man HBO-Max-Abonnenten gewinnen (und halten) wolle, nicht zwangsweise dem Kinofilmformat entsprechen müsse.

Gleichzeitig ließe er jedoch keinen Zweifel daran, dass das Kinos seine Rolle in einer sich dauerhaft verändernden Welt finden müsse. Was Streaming anbelange, werde man das galoppierende Pferd nicht mehr aufhalten - und tatsächlich hätten die "massiven Veränderungen", die die Industrie erlebe, nicht mit der Ankündigung von WarnerMedia begonnen, sondern bereits im März. Es bestehe für ihn kein Zweifel daran, dass man Änderungen des Konsumentenverhaltens sehen werde - und dass diese Änderung dauerhaft seien. Dennoch glaube er, dass Kinos auch künftig eine Rolle in der Gesellschaft spielen würden. (Eine Formulierung, an der man womöglich ein "für das Studio" o.ä. vermissen könnte, Anm.d.Red.).

Dass die neue Auswertungsstrategie nur die USA betrifft - dabei bleibt es zunächst, auch wenn HBO Max im Zuge seines internationalen Roll-Outs 2021 voraussichtlich im zweiten Halbjahr unter anderem auch nach Europa kommen soll. Unklar ist ohnehin, ob letzteres auch für Märkte wie Deutschland gilt, in denen HBO nicht verfügbar ist, sondern Sky entsprechende Content-Abkommen hat - angeblich sollen diese einem HBO-Max-Launch erst einmal noch im Wege stehen. Dennoch sind weniger weitreichende Anpassungen der Verleihstrategie als Day&Date-Releases in internationalen Märkten nicht gänzlich ausgeschlossen, auch wenn es zunächst hieß, außerhalb der USA solle es komplett bei "regulären" Kinoauswertungen bleiben. So soll etwa "Wonder Woman 1984" britischen Presseberichten zufolge dort rund einen Monat nach dem geplanten Kinostart Ende Dezember über Sky Atlantic mit einem PVoD-Modell abrufbar sein. Angesichts der hierzulande sogar immer dramatischer werdenden Infektionslage muss man ebenfalls mit einem Vorgehen außerhalb der Norm rechnen, auch wenn dazu noch keine Informationen vorliegen. Übrigens meldet das RKI heute wieder eine Sieben-Tages-Inzidenz auf dem Niveau des bisherigen Rekordstandes, Weihnachten und Silvester drohen die Lage nur zu verschärfen, auch unabhängig von verfrühten Lockerungsankündigungen, die nun peu a peu zurückgenommen werden.

Ganz entscheidend wird natürlich auch die Frage sein, wie sich andere Studios positionieren: Im Fokus des Interesses steht dabei vor allem Walt Disney, wo am 10. Dezember ein virtueller Investorentag abgehalten wird, der - hier bedarf es wohl keiner hellseherischer Fähigkeiten - weitere Ankündigungen zu großen Streamingdebuts beinhalten wird. Ob dies unter anderem auch Black Widow" betrifft, wie dies eine angeblich in Teilen geleakte Präsentation (deren Echtheit man bezweifeln darf) zeigt, ist aber ebenso offen, wie die Frage, ob Kinos wie im Fall von "Mulan" oder Soul" erneut komplett außen vor bleiben. Eine Überraschung wäre es jedenfalls, sollte sich Disney noch einmal an einem PVoD-Modell wie bei "Mulan" versuchen. Denn man könnte die WarnerMedia-Strategie auch als bislang vielleicht verlässlichste Aussage zum Erfolg anderer Modelle verstehen: Offenbar war dieser nicht groß genug, um nachgeahmt zu werden.

Ob die Anleger mit ihrer Entscheidung gegen AMC und Cineworld richtig lagen, wollte John Stankey gegenüber der Washington Post jedenfalls ausdrücklich nicht beurteilen. Er sprach hinsichtlich der radikalen Strategie jedenfalls von einer "angemessen Entscheidung" vor dem Hintergrund der spezifischen Situation - wer jetzt sein Geschäftsmodell nicht ändere, setze seine Zukunftsfähigkeit aufs Spiel.

Einfach hinnehmen wollen die großen US-Ketten den Schritt natürlich nicht, allerdings fielen die Reaktionen erheblich ruhiger aus, als dies noch im Frühjahr der Fall gewesen wäre - was natürlich auch daran liegt, dass Unternehmen wie AMC aktuell kaum ernsthaften Druck aufbauen können. Wo gerade diese Kette Universal im Frühjahr noch mit Boykottdrohungen begegnete, war sie im Sommer die erste, die ein Abkommen unterzeichnete, das noch vor wenigen Monaten als revolutionärer Bruch eines Kinofensters angesehen wurde, das WarnerMedia nun (beinahe, s.o.) komplett über Bord wirft.

AMC-CEO Adam Aron jedenfalls erklärte: "In Zeiten des Coronavirus bewegen wir uns alle in unbekannten Gewässern, weshalb AMC sich mit einer Ausnahme von den üblichen Gepflogenheiten für einen einzelnen Titel bereit erklärte: 'Wonder Woman 1984', den Warner an Weihnachten startet, wenn die Pandemie einen Höhepunkt zu erreichen droht. Nun aber erwartet Warner, bei allen Kinostarts für 2021 so vorgehen zu können - und das trotz der Aussicht darauf, dass sich das Kinogeschäft mit der baldigen Verfügbarkeit von Impfstoffen wieder erholen wird. Ganz offensichtlich hat WarnerMedia vor, ein beträchtliches Maß an Profitabilität für seine Studiosparte sowie Produktionspartner und Filmemacher für die Subventionierung von HBO Max zu opfern. Wir bei AMC werden alles in unserer Macht stehende tun, um sicher zu stellen, dass dies nicht auf unsere Kosten geschieht. Wir werden entschlossen für wirtschaftliche Rahmenbedingungen kämpfen, unter denen unser Geschäft fortbestehen kann."

Cineworld - wo man keine Anstalten gemacht hätte, geschlossene Kinos für "Wonder Woman 1984" zu öffnen - reagierte im Prinzip ähnlich, allerdings noch etwas diplomatischer. So erklärte CEO Mooky Greidinger: "Cineworld hat die Pläne von Warner, 'Wonder Woman 1984' zu einer Zeit, zu der unsere Häuser in den USA und Großbritannien geschlossen bleiben, direkt ins Streaming zu schicken, zur Kenntnis genommen. Wir fühlen uns sehr ermutigt durch die kürzlich erreichten, gigantischen Fortschritte beim Impfprozess, der nun voraussichtlich früher startet, als angenommen. Dies ist eine enorme Erleichterung für unsere Industrie und wird Kinos ein großartiges Comeback ermöglichen. Wir denken, dass Warner zu einem solchen Zeitpunkt dann auch bemüht sein wird, ein Abkommen über angemessene Fenster und Konditionen zu treffen, das für beide Seiten funktioniert. Große Filme werden für die große Leinwand gemacht und wir können es nicht erwarten, unsere Kinos im ersten Quartal wieder zu öffnen und unseren Gästen den seit jeher besten Ort für Filmgenuss bieten zu können."

Werden die Ketten aber tatsächlich genügend Verhandlungsmacht haben, wenn die Zeit kommt? Analysten sind sich in dieser Frage uneins, wenngleich die Ansicht vorzuherrschen scheint, dass die angeschlagenen Kinounternehmen beinahe keine andere Wahl haben, als zu nehmen, was sie bekommen können - und damit das endgültige Ende des Kinofensters einzuläuten (wobei das Warner-Modell ja durchaus noch eine Art Kinofenster beinhaltet, siehe oben). Wobei die Einschätzung, die Strategie könne Schule machen, natürlich auf der Prämisse fußt, dass die Abozahlen von HBO Max dramatisch zulegen...

Jemand, der eher eine Mindermeinung (so scheint es zumindest) vertritt, ist Eric Wold von B. Riley. Er hält die Reaktion der Anleger für klar überzogen und glaubt daran, dass sich Vereinbarungen finden lassen, die allen Seiten nützen. Wold geht dabei vor allem davon aus, dass sich die Verhandlungsposition der Kinos im Verlauf des nächsten Jahres mit den Impfungen wieder dramatisch verbessern wird - und das sich jene von WarnerMedia eher verschlechtern (sprich: sich die "Marketingmaßnahme" als zu kostspielig erweisen) wird.

Zum Abschluss noch ein interessantes Detail, das Kilar ebenfalls im Gespräch mit "Vox" verriet: Innerhalb von WarnerMedia wird Geld von HBO Max an die Warner-Studiosparte fließen, vergleichbar (wenn auch nicht notwendigerweise in der Höhe) dem Verleihanteil bei einer Kinoauswertung. Die Studiosparte wiederum wird davon Umsatzbeteiligungen von Kreativen bestreiten...